Der Bummelsonntag endet in den meisten Fällen in Basel. Was aber tagsüber abgeht, kennt meistens keine Grenzen. Die jubilierenden Junteresseli z.B. pflegten einen Kulturaustausch mit Brunnen/SZ!
Gegen 18 Uhr am strahlend schönen, dritten Bummelsonntag (oder am „vierten Fasnachtstag“) massieren sich in der Region Hotel Basel die Cliquen und Gruppen, die sich für den Parademarsch durch die Freie Strasse warm machen. Alte Garden, Guggen, Jungi, Stämm – alles was sich bewegen kann drängt sich durch die engen Gassen. Die Aktiven sind gut gelaunt – ein meist wunderbarer Tag liegt hinter ihnen und das Publikum marschiert auf, als würde es demnächst zum Morgestraich läuten.
Unser Ziel an diesem letzten Bummelsonntagabend sind die jubilierenden Junteressli. Sie kommen zurück von einem zweitägigen Ausflug, der es in sich hatte. Gestartet wurde am Samstag um 12 Uhr auf dem Kasernenareal mit einem veritablem Check-in und natürlich mit dem ersten Apero. Auf dem Ablaufplan steht: „Info, dass Schlegel mit in den Bus mitgenommen werden müssen!“. Und tatsächlich: Im Bus wurde der ahnungslosen Gesellschaft Notenblätter mit dem „Nüsseler Marsch“ verteilt und man hatte bis um 15.45 Zeit, diesen zu lernen. Danach war man in Flüelen, wo es per Schiff nach Brunnen ging. Nach Zimmerbezug (direkt am See) und weiteren Aperos (kommt das wohl gut?) gings zum Nachtessen, bei welchem das OK eine Kulturzusammenfügung mit den Nüsslergesellschaft Brunnen (www.nuessler-brunnen-ingenbohl.ch) organisiert hat. Diese liess es sich nicht nehmen, bei den Basler Gästen mit ihren „Masken“ aufzukreuzen und zu dem Nüsslermarsch der Junteressli zu tanzen.
Der Obmann der Nüssler gab dann zu Protokoll, dass er „noch nie einen solch schlecht getrommelten Nüsslermarsch gehört hat“ und gab den Junteressli den dringenden Rat, sich demnächst lieber aufs Tanzen zu konzentrieren. – Was die Basler dann auch ausgiebig und lange taten. Beweisfotos von 04.06 Uhr (Sommerzeit, allerdings) zeugten von einer langen und lustigen Nacht in Brunnen.
Tags darauf – nach Ausschlafen und Chillen (und sicherlich nach einem ersten Morgenapero am Seeufer?) – traf man sich nochmals mit den Nüsslern und bummelte standesgemäss mit Pfeiffen und Trommeln nach Basler Art durch Brunnen. Unter Applaus von einem grossen Publikum zogen die Vereinigten Fasnachtsgesellschaften durch die Gassen und genossen das Wetter am See und den Bummel. Der Spuk in Brunnen fand um 14 Uhr ein Ende, als die Junteressli wieder in den Bus gegen Basel stiegen.
Unserem BFO-Team wurden ein paar Fotos zur Verfügung gestellt. Alle recht brav. Der Autor hat noch ein paar andere anschauen dürfen (…“die kasch nid veröffentlige, si sinn laider e bitz unscharf“…), die er aber – aus Rücksicht auf die Daheimgebliebenen – nicht ausgewählt hat…
Der OK Obmaa Andreas ist begeistert! „Es ist mehr als gelungen! Die fantastischen Nüssler, die Freude, unsere Clique – alles hat funktioniert und ich kann mich kaum erholen von den Eindrücken“. Jedenfalls wurden gegenseitige Einladungen zu den Fasnachten ausgesprochen. Auch einige befragte Cliquenmitglieder waren hin und weg von diesem Erlebnis. „Die Jubelfasnacht hätte nicht besser aufhören können“, schwärmte eine Pfyfferin mit leicht übermüdeten Augen.
Die Junteressli zogen weiter an diesem Abend, trafen ihre Junge Garde und zog mit dieser die Freie Strasse hinunter.
So waren sie dann, am Bummelabend in Basel, wieder gleich wie die andern FasnächtlerInnen, die heute ihren vierten Fasnachtstag feierten. Wenn es solch ein Traumwetter ist, dann ist dieser Abend gleich zu setzten mit dem Fasnachtsdienstag: Ungezwungen, frei und einfach nur schön. Er endet um 22 Uhr – und das ist – angesichts des folgenden Arbeitstages und der verlorenen Stunde in der Nacht, nicht schlecht.
Und ab morgen beginnt die Vorbereitung auf die Fasnacht 2020….



