Seit dem Jahre 1754 thronen über dem Hauptportal des Hotels Drei Könige am Blumenrain die Statuen von Kaspar, Melchior und Balthasar. Diese werden seit 33 Jahren durch die «Lufthyler-Waggis» am Donnerstag vor dem Morgestraich kostümiert. So werden aus den Königsfiguren die Drei Waggis Kaschper, Melchi und Balz. Eine Tradition, die zum Hotel gehört wie der Rhein zu Basel.
Das Ritual hat sich seit der ersten Verkleidung im Jahre 1975 nicht verändert. Punkt zehn Uhr biegen die Lufthyler-Waggis, ganz vorne ihr «Boss» Pitt Buchmüller auf dem offenen Saurer, einem alten Polizei-Überfallwagen von der Marktgasse her in den Blumenrain ein. Ihnen folgt, mit lautem tatütatü, ein Löschzug der Basler Berufsfeuerwehr mit ausfahrbarer Hebebühne. Gleichzeitig beginnt auf dem Balkon des Hotels die Guggemuusig «Krach-Schnygge 1964» die nun immer zahlreicher werdenden Zuschauer mit fetzigem Gugge-Sound zu unterhalten.
Inzwischen ist das Thermometer auf frühlingshafte 7 Grad geklettert. Viele, zum Teil kostümierte Kinder in Begleitung von Eltern, Grosseltern oder Betreuern aus verschiedenen Tagesheimen lassen eifrig die vom Hotel Les Trois Rois gestifteten 800 weisse Ballone mit Wettbewerbskarten steigen, wo sie am strahlend blauen Himmel lustige weisse Farbtupfer bilden – sofern sie nicht bereits an den zahlreichen Oberleitungen hängen bleiben. Das Kind, dessen Ballon am weitesten fliegt gewinnt einen Gutschein für eine unvergessliche Geburtstagsfeier mit zehn Personen im Hotel Les Trois Rois.
Während zwei Männer der Berufsfeuerwehr um 10.08 Uhr in luftiger Höhe mit der Einkleidung der drei Königsfiguren beginnen, sind die «Lufthyler-Waggis» damit beschäftigt, volle Tabletts mit Weisswein, Orangensaft und Kääskiechli über die Strasse zu ballancieren. Und von allen Seiten wird herzhaft zugegriffen. Gleichzeitig werden ständig unzählige Kameras gezückt, um das Geschehen im Bilde festzuhalten.
Da am Blumenrain dauernd ziemlich viele Trams, Busse, sowie Personen- und Lastwagen vorbeifahren, haben die Verkehrspolizisten alle Hände voll zu tun, um den Verkehr zu regeln. Aber Dank gegenseitiger Rücksichtnahme klappt &- wie allewyyl – alles reibungslos. Die «Krach-Schnygge», als königliche Uelis in grün-rot-gold gekeleidet haben sich inzwischen auf dem Trottoir vor dem Hotel aufgestellt und begeistern mit einer rasigen Melodie nach der andern, bis nach einer Stunde auch der letzte König neu eingekleidet ist. Von oben herab güssen sie nun als Waggis eine Woche lang die Fasnächtler, dannn werden sie wieder Könige.



