Zwei Mädchen sitzen auf der Bühne im Foyer des Theater Basel, es sind die besten Freundinnen. Sie schwärmen davon, an der Fasnacht als Waggis unterwegs zu sein. Cynthia spricht aus Erfahrung, Vithuri aus Sri Lanka würde es zu gern ausprobieren.
Doch bald lassen die beiden Mädchen die Köpfe hängen: Auch wenn Cynthia ihre Freundin Vithuri noch so gern in die Probe ihrer Gugge mitnehmen möchte, Vithuri’s Eltern bleiben hart und verbieten es der Tochter.
Szenenwechsel zu Yves und Ardian, auch sie sind beste Freunde, in der Schule und in der Freizeit unzertrennlich. Eigentlich. Denn als Yves an die Marschübung muss, will er seinen Freund aus Albanien plötzlich nicht dabei haben. Fasnacht sei da halt was anderes…
Für schlechte Stimmung sorgen auch drei halbstarke Pöbler (mit FCB-Schal…), die vor allem ein Geschwisterpaar piesacken, oder es zumindest versuchen, denn die lassen sich kein bisschen provozieren.
Zu wirklich handgreiflichem Streit kommt es aber nicht zwischen den Kindern, sondern zwischen Frau Müller und Frau Meier, verfeindete Nachbarinnen, die sich schliesslich ihre Einkäufe um die Ohren hauen. Und doch sind es genau diese zwei ziemlich unsympathischen Frauen, die es den ausländischen Kindern ermöglichen, doch noch Fasnachtsluft zu schnuppern.
Vithuri braucht dazu auch die moralische Unterstützung ihrer Klasse (Klassen 4a und 4 b vom Vogelsangschulhaus) und Yves bekommt einen Anstoss von Ardian’s rappenden grossen Brüdern. Und bald strahlt das Mädchen aus Sri Lanka neben ihrer besten Freundin Cynthia auf dem Waggiswagen (Knochestampfer-Waggis) und Ardian bekommt ein weisses Ueli–Kostüm und kümmert sich als Vorträbler an der Seite von Yves wenig um die Pöbeleien seiner Brüder: «Ey, was isch los, gosch als Schneeball?»
Ob von den Rappern (Pyro und Bugs MC), von Cynthias Gugge (Leuezygli) oder von Yves’ Clique (Junge Garde und Binggis der Naarebaschi) - immer und immer wieder erklingt der extra für das Kinder-Charivari 2006 arrangierte Marsch «D Fasnacht isch für alli do». Die Melodie dieses schönen Stückes ist von Ule Troxler, der Text von Michele M. Salmony di Stefano, arrangiert hat ihn Beery Batschelet. Zum Schluss stehen alle Mitwirkenden dieses gelungenen 31. Kinder-Charivari auf der Bühne, sie ruessen, pfeiffen, singen, tanzen und rappen das Fasnachtsintegrationslied gemeinsam. Zu diesem grossen Finale liegen sich sogar Frau Müller und Frau Meier in den Armen, genauso wie ein Strassenwischer und ein Clochard, deren (sonstige) Funktion im Stück nicht ganz klar wird.
«Fasnacht ist voll geil, Mann!», ruft Ardian bei dieser Gelegenheit aus. Zumindest wenn wirklich alle daran teilnehmen dürfen. Damit sich die kleinen und grossen Premierebesucher des Kinder-Charivari dauerhaft daran erinnern, bekommen sie den Marsch «D Fasnacht isch für alli do!» auch auf Papier mit nach Hause. Vielleicht steckt ja die eine oder andere kleine Tambourin oder Pfeiferin damit ein paar in- und ausländische Kollegen mit dem Fasnachtsvirus an…



