Kinder-Charivari 2005: Frau Fasnacht sucht den Super-Tambour

22. Januar 2005 | Von | Kategorie: Nachrichten

Marschhalt der Jungen Garde der Breo-Clique, ausser Hintergrundgeräusche der Fasnacht 2005 ist nur ein gelegentliches Piepsen zu hören, denn die jungen Fasnächtlerinnen und Fasnächtler beschäftigen sich allesamt ausschliesslich mit ihren Handys, statt miteinander zu reden, was Frau Fasnacht sehr betrübt.

Dabei fängt beim Kinder-Charivari alles so schön fasnächtlich an. Die Guggemuusig «Schänzli-Fäger» legt ihren prächtigen Löwen-Köpfen entsprechend mit der Titelmelodie von «Lion King» los, ein paar Waggisse (Knochestampfer-Waggis) werfen «Dääfeli» und jagen ein Mädchen, das gnadenlos gestopft wird. Dann aber ziehen bereits die dunklen Wolken auf, das von den Waggissen verfolgte Mädchen Sarah (Lena Einsele) ist tieftraurig, denn ihr wird von ihrem bösen Stiefbruder Balduin (Robin Nidecker) und seinen mindestens so unsympathischen Eltern übel mitgespielt, sie muss im Wäschezuber schlafen und wird ohne Abendessen ins Bett geschickt. Ihr gehe es wie Harry Potter, wie der Herold Albott, «Sprecher» von Frau Fasnacht, traurig bemerkt.

Albott (Silvia Wessang) führt als Erzähler durch das Fasnachtsmärchen «d Zauberschleegel» und bekommt von Frau Fasnacht eine grosse Aufgabe zugeteilt. Die beschliesst nämlich in Anbetracht der verloren gegangenen echten Fasnachtsstimmung – eben SMS sei «Dank» -, wie in alten Zeiten einen Stadt-Tambour einzusetzen, der Neuigkeiten in menschlicher und direkter Manier verkünden soll. Albott fällt die Aufgabe zu, den besten Tambour der Stadt zu finden und so wird am Fasnachts-Mittwoch ein Stadt-Tambour-Casting einberufen. «Frau Fasnacht sucht den Superstar, voll geil!» So die Reaktion junger Fasnächtler, als sie vom geplanten Wettbewerb erfahren, natürlich per SMS…

Das von allen so schlecht behandelte Mädchen Sarah träumt vorerst nur vom Trommeln, ihr Stiefvater verbietet ihr gar, an die Fasnacht zu gehen. Dabei ist Sarah äusserst begabt, wie sich schnell herausstellt, als sie bei einem Larven-Maler heimlich Trommel-Stunden erhält.
Das Talent hat Sarah von ihrem Vater geerbt, der eines Tagens von der Fasnacht nicht mehr zurückkehrte. Als ihr der verstorbene Vater im Traum begegnet und Sarah von ihrem väterlichen Larvenmaler-Freund ein wunderschönes weisses Ueli Kostüm und «Zauberschleegel» bekommt, scheint klar, wer der neue Stadt-Tambour, beziehungsweise die neue Stadt-Tambourin sein sollte. Kurz vor ihrem Auftritt werden Sarah aber die besonderen Scheegel gestohlen, ob sie es dennoch schafft, am grossen Tambour-Casting in der Safran-Zunft zu überzeugen, sei hier noch nicht verraten

«D Zauberscheegel» ist ein gelungenes Fasnachtsmärchen, geschrieben hat es Roger Thiriet, Regie führte bei der 30. Ausgabe des Kinder-Charivari Tino Krattiger. Die Trommelformation «Troubastick» trugen mit ihrem Auftritt zum Gelingen des Kinder-Charivari 2005 bei und sicherten sich das Staunen und den heftigen Applaus der Premiere-Besucher. Die Kinder der Schulklasse 3b des Bläsischulhaus feuerten in bester Superstar-Manier die Kandidaten bei Stadt-Tambour-Casting an, allesamt in den Ueli-Masken zum selber basteln, welche nach der Vorstellung an alle Kinder abgegeben wurde, ein schönes «Bhaltis» der Kinder-Charivari-Sponsoren.

Noch stehen nämlich drei Vorstellungen des Kinder-Charivari bevor, für die Aufführungen vom 29. und 30 Januar sind noch wenige Tickets vorhanden, wie Dieter F. Wullschleger, Obmann des Kinder-Charivari an der Premiere verriet. Wullschleger war beim Kinder-Charivari 2005 übrigens zum letzten Mal Obmann, nach zehn Jahren in dieser Funktion. «Die Kinder waren still und haben fasziniert zugeschaut und mitgemacht», zieht Wullschleger nach der Premiere Bilanz. «Das ist immer ein gutes Zeichen, offenbar hat es den Kindern gefallen und darum geht es schliesslich bei dieser Vorfasnachtsveranstaltung.» Dem können wir nur beipflichten und anfügen, dass das Kinder-Charivari 2005 nicht nur den kleinen Besucherinnen und Besuchern sehr gut gefallen hat…