Kandidatur der Basler Fasnacht zur Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit

31. März 2016 | Von | Kategorie: Top-Thema, Nachrichten

Dass die Basler Fasnacht ein Kulturerbe ist, welches gehegt und gepflegt wird, ist jedem in der Region bekannt. Nun soll es auch die ganze Welt so sehen. Die Kandidatur für die Aufnahme ins immaterielle Kulturerbe der UNESCO wurde nun offiziell eingereicht.

Nach dem Winzerfest in Vevey soll die Basler Fasnacht auf der Repräsentativen Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO zu stehen kommen. Das genaue und akkribisch erarbeitete Dossier wurde der UNESCO zur Prüfung unterbreitet. “Dies ist erst die erste Etappe. Jetzt prüft ein Gremium das Dossier auf Vollständigkeit und danach eine Kommission, ob das Dossier alle Anforderungen erfüllt und in die Liste aufgenommen wird. Wir sind sehr zuversichtlich, dass dies Ende 2017 geschehen kann.” sagt Carine Cornaz, Verantwortliche für die Schweizer Kandidaturen für das immaterielle Kulturerbe beim BAK. Christoph Bürgin, Obmann Fasnachts-Comité, ergänzt, dass es galt, die Logik und Kriterien der UNESCO auf die Basler Fasnacht zu adaptieren. Dies war nicht immer ganz einfach, zumal es auch galt Begriffe wie “Sternmarsch” oder “Schnitzelbangg” ins Französische zu übersetzen.

Die Hauptarbeit des Textes machte Felix Rudolph von Rohr, Alt-Obmann des Fasnachts-Comités. Es gelang ihm die Fasnacht in Buchstaben festzuhalten und dies für die Vertreter des Ausschuss-Comités verständlich zu machen. Gemäss Carine Cornaz ist ihm dies auch bei ihr gelungen. Sie kannte die Basler Fasnacht nur vom Hören-Sagen und sagte stolz “ich verstehe nun hoffentlich auch den Ablauf und den Geist der Basler Fasnacht.” Der wissenschaftliche Aspekt lieferte Dominik Wunderlin, Stellvertretender Direktor des Museums für Kulturen und wandelndes Fasnachtslexikon. Eine schwierige Aufgabe hatte auch Beat Manetsch: er sollte einen Film herstellen, der die Basler Fasnacht in zehn Minuten erklärt. Der Film zeigt alle Aspekte der Fasnacht: Piccolo, Trommeln, Guggemusiken, Schnitzelbängg, Kinderfasnacht, Nachwuchsförderung, die Kunst des Larvenmachens und der Laternenmalerei. Prägnant auf den Punkt gebracht; es ist ihm gelungen.

Politisch unterstützt wurde die Kanditatur von André Auderset (Grossrat LDP), welcher einen Vorstoss im Grossen Rat deponierte und nach grosser positiver Resonanz anschliessend beim Präsidialdepartement in der Abteilung Kultur Unterstützung fand. Jeannette Voirol, Stv. Leiterin Abteilung Kultur und Kulturinstitutionen, betonte, “dass die Fasnacht aus mehr als den drei Tagen besteht. Das gesellschaftliche Zusammensein, die musikalische Ausbildung und das kulturelle Geschehen machen die Basler Fasnachtstradition aus. Und vor allem, die Fasnacht ist Herzblut.”