Was für ein Schnitzelbangg-Jahrgang und für ein Publikum. Wenig hat gefehlt und der als letzter Bangg des montäglichen Comité-Bänggler-Marathons im Theater aufgetretene Singvogel wäre für seinen letzten Vers sogar mit einer «Standing Ovation» verabschiedet worden. Der Mani-Matter-Fan hat zum Gedenken an den Berner Troubadour immer wieder Verse auf Matter-Melodien eingeschoben. Zuletzt diese schlicht geniale Kombination, die keines Kommentars bedarf:
S git Lyt, die gänn sich
mit Verhandle Mieh,
doch ain, dä wott dä Krieg
jetzt duurezieh.
Und was me no ka hoffe znacht im Bett:
Dass är Hemmige het.
Einen ersten Glanzpunkt setzte an diesem fast durchs Band erfreulichen Abend der seit einem Vierteljahrhundert auftretende Hanslimaa:
Friener sin z vyyl Lyt in d Kirche grennt,
drum het me dr Staat
vom Klerus drennt.
Und wel hitt in dr Regierig
z vyyl ummepenne,
wärs loogisch, wemme s Volgg
vom Staat wurd drenne!
Super auch die geklonten Gluggersegg, die etwa zur Melodie vom «Buurebiebli» mit diesem Vers Furore machen:
Dr Rossi hett an Bode gspeyt,
dass s Graas dert besser waggse kaa,
Do sait dr Schiiri: «Bisch nid gscheydt,
kasch grad die roti Kaarte haa».
Fi-di-ri, fi-di-ra, fi-di-ra-la-la,
soo isch es, wenn ain schutte kaa.Dr Rossi macht e druurigs Gsicht,
oh wäär äär doch am Bundesgricht.
Bissig auch der Auftritt der beiden Wöschwyyber, die als Glettyse seit 20 Jahren unterwegs sind:
S drängle sich z Davos am WEF
Manager an Manager, Chef an Chef.
Bi sovyl Gauner, das find ich glatt,
findets näggschti WEF im Gfängnis statt.
Unzimperlich auch der Umgang des als Kuh auftretenden Peperoni, der quasi in eigener Sache reimt:
No dr Mainig vom e gwisse Dabbeljuu
haisst IQ no am eentschte: «intelligente Kuh».
Dass är sälber kai allzue Hooche het, das kasch jo all Daag gsee;
nur zem Verglyych: e dooti Kue het ebbe zwanzig mee.
Auch die Stroossewischer haben nicht auf «Lokalkolorit» verzichtet:
Me nimmt e Brootispfanne
und e weeni Angge,
derzue en Ai,
am Määrt bikunnsch das fir e Frangge.
Daas Ghaimrezäpt kennt nur der Minu ganz elai
vo syner Urgrossmamme,
me sait däm Spiegelai!
Wenn wir schon beim Essen sind, dem hat sich auch d Filzluus angenommen und diesen Schluss gezogen:
Wär ka hit scho no s Ässe gniesse
ohni s mit dr Gsundhait z biesse?
S gsindscht do dra,
ych kennt fascht wette,
isch hindedry no d Cigarette!
Der Münster-Engel hat fast alle Bänggler inspiriert. Als Beispiel seien hier d Kärnebigger zitiert, die kombinieren:
Dr Minschter-Ängel hoggt
im Littmaa sym Container.
Mir hätte doo e Vision,
die wär no feyner:
Mir hoffe, dass si sich
jetzt au bym Papscht getraue,
hoch iberem Petersdom
en Alterswohnig z baue.
Beliebt als Sujet auch die neuen EU-kompatiblen Parkscheiben. Dazu der Kommentar des Banggomat:
Am PC isch dr Fritz maximaal,
s’Evi schiggt d’SMS geniaal.
An dr Wäschmaschiine
kunnt d’Mamme druss.
Dr Babbe – e technische Genius!
Trotz dääne hoche IQ-Schwelle
ka kains die neyi Parkuhr stelle.
Herrlich auch wie d Schwoobekäfer die dümmliche Werbeaktion einer Telefongesellschaft persiflieren:
Dä druurig Haas, dä losst
dur s Schwyzervolgg d Empörig walle.
Mir hänn en schliesslig grettet
us em Metzger syne Kralle.
Und kuum isch denn das Küngeli
e prominänte Fall,
steen Herzog und De Meuron do
und bauen em e Stall!
Der ultimative Zürchervers ist dieses Jahr den Syydiaane vorbehalten:
Basel deent guet,
hett s heggscht Gebäud,
e Wirtschaft wo floriert.
Mir schutte in der Champions League, s Theater, das rentiert.
Do froggt me sich halt langsam scho: Gits uff dääre Ärde
wirgglig no e guete Grund
als Zircher geboore z wäärde?
Das Passevite beschäftigt sich ausgiebig mit der hohen Wirtschaft.
Mi Firma het s bescht «rating» gha:
e «triple A», dasch AAA.
Das «Rating» han i nie me gseh.
Jetzt haisst si wiider ABB.
Erfolg hatten die Penetrante nicht nur wie viele andere mit ihrem Calmy-Rey-, sondern auch mit diesem eher ungewöhnlichen FCB-Vers:
Güdül Füdül Murat aspül FCB.
Hakan Oerisnöri Mamibubie.
Toyota Hegigigi Millioni Zubilass.
So, sait d Frau Yakin,
ich will jetz dä Schwyzer Pass!
Ungewöhnliches haben auch d Zahnstocher entdeckt:
Sit s Tennisspiile
dr Martina Hinggis stinggi,
sinn mir als Schwyzer voller Stolz
uff die Alinggi.
Ass die dört gwinne könne
mit däm fremde Huffe
denn s Boot isch voll und miesst
noch Schwyzer Art aigentlig versuuffe!
Beim Wilhelm hat der Schoofsuuri eine Anleihe gemacht, um dessen Namensvetter zu treffen:
Dr Max und dr Moritz
die hänn ungeniert
mit all ihre Stiggli
vyyl Lytt deerangschiert.
Am Schluss het e Miller
si duur d Mühli gloo.
Bim Bush wuurd do woorschynts
nur Strau uusekoo.
Zum Schluss noch eine Kostprobe aus der Super-Show der Verschiffte, die Elvis Presley ehren und etwa zu «In the Ghetto» singen:
Am e scheene Daag im Mai, hejo,
fahre mir statt nach Mariastai
– s isch so – an d EXPO.
mir sinn nit elai – an der EXPO.
Die vyyle Lyt – s isch biirewaich.
s isch schlimmer als am Morgestraich – an der EXPO.
Und SVP, s liggt uff der Hand,
hätt am liebschte nur e Würschtlistand – statt die EXPO.
Und im Bläsischuelhuus hett d Siibe A
scho zem fünfte Mool e Freydaag gha – fyr an d EXPO.
Und was goht jetzt mit däm Monolith
wo niemert brucht und kaine witt nach der EXPO?
Jä das Truurspiil dert am Murtesee,
dr Elvis hetts scho richtig gseh –
s isch e GHETTO.
Weitere Informationen:
bz-Berichte Fasnacht 2003



