Im «Basler Stadtbuch 2010» ist auch Platz für die Fasnacht

2. März 2011 | Von | Kategorie: Nachrichten

An vielen Orten in Basel entsteht zurzeit Neues. Ob am Messeplatz, auf dem Dreispitz, im Hafen St. Johann oder auf den Firmengeländen von Novartis und Roche: die Stadt ändert ihr Gesicht. Das aktuelle Basler Stadtbuch widmet sein Schwerpunktthema dieses Jahr der Stadtentwicklung.

«Nichts bleibt wie es war, und nichts bleibt wie es ist – gerade deshalb gibt es das Basler Stadtbuch. Sein Hauptzweck ist es schliesslich, den Wandel in unserer Stadt festzuhalten», heisst es im Vorwort. Neben dem Schwerpunktthema «Stadtentwicklung» befassen sich auch andere Artikel mit Veränderungen. So bei der Universität, welche 2010 ihr 550-Jahr-Jubiläum beging, die Basler Zeitung, neue Spielplätze, das Schulwesen, Parkraumbewirtschaftung, die Zukunft des SRG-Standortes Basel, die neue Kleinbasler Ladenszene oder die Partnerschaft beider Basel. Doch auch die Basler Fasnacht findet in zwei Beiträgen von Michael Luisier und David Wohnlich Erwähnung. Der Grundtenor ist die nicht vorhandene Zensur. Die Artikel werden durch über 100 sehr schöne, ganzseitige Farbfotos ergänzt.

Cover Stadtbuch 2010

Der 1964 in Basel geborene Schauspieler und Regisseur Luisier ist seit dem Jahr 2000 beim Schweizer Radio DRS und dort Verantwortlicher für den Fasnachtsquerschnitt. Seit 2009 führt er Regie beim Drummeli. In «Fasnachtsbeobachtungen» beschreibt Luisier, wie er letztes Jahr als Fasnachtsbeobachter durch die Stadt zieht. Er wundert sich, dass das Thema «Minarett» nur am Rande ausgespielt wurde, obwohl die Abstimmung im vergangenen November darüber heftige Diskussionen auslöste. Doch das Hauptthema 2010 war der Streit zwischen Libyen und der Schweiz und hier vor allem Bundesrat Merz, grossartig  ausgespielt durch die CCB, die Opti-Mischte , die BMG und natürlich die Alte Stainlemer. Doch auch die «Wehr-di!»-Aktion der Seibi-Clique erwähnt er. Und am Abend taucht das Thema Zensur direkt auf, als bei den Comité-Bängg der Bangg «Zämmegwürflete» mit seinen Versen betretenes Schweigen auslöst und der Obmann fordert, dass vier Verse gestrichen werden müssen.

David Wohnlich wurde 1953 in Basel geboren. Aufgewachsen auf dem Land, kehrte er als Musikstudent ins Kleinbasel zurück. Heute komponiert, schreibt und lehrt er. In «Wenn y’s nur scho see, das Comité» erinnert Wohnlich sich an die Kuttlebutzer, welche auf dem Marktplatz eine Bombe platzen liessen um dem Comité die Sicht zu verschleiern. Doch auch dies sieht er als eine Comité-adäquate Reaktion. Denn jeder Protest wird in Basel in drei Tage kanalisiert. Die restlichen 362 Tage gehören der Anpassung. Und er kommt zum Schluss: «Das Comité ist, ob es will oder nicht, durch seine blosse Existenz – und es sei ihm hierin keinerlei bewusste Absicht unterstellt – Hüter der baslerischen Konvention».

Das Basler Stadtbuch erscheint in dieser Form das letzte Mal. In Zukunft sollen die multimedialen Möglichkeiten, welche das Internet bietet genutzt werden. So wird nächstes Jahr die Tag-für-Tag-Chronik nicht mehr im Stadtbuch erscheinen, sondern im Internet unter www.baslerchronik.ch.  Dort wird sie mit ausgewählten Wortbeiträgen des Regionaljournals Basel und vom Schweizer Radio DRS, sowie mit Filmberichten von Telebasel angereichert. Damit ermöglicht es die Christoph Merian Stiftung der ganzen Stadt und allen Interessierten ab dem 30. April 2011 einen zeitgeschichtlichen Service Public. Die Chronik wird dann vierteljährlich aktualisiert.

Basler Stadtbuch 2010 131. Jahr, Ausgabe 2011. Christoph Merian Verlag, Herausgeber Christoph Merian Stiftung. 
292 Seiten, reich und durchgehend vierfarbig illustriert.
 Hardcover, 16 x 22,5 cm. ISBN 978-3-85616-522-2. 
CHF 48.- / Euro 36,-.