Hundert Jahre Basler Fasnachtsplaketten

17. Dezember 2010 | Von | Kategorie: Top-Thema, Nachrichten

Links ein Ausschnitt der Doppelseite vom «Fasnachtszigli im Säxegg» von 1930, rechts die Beschreibung von Prägematerial und zwei Varianten.

«Endlich ist es so weit: das neue „Blaggedde-Buech“ ist fertig», stand in der Einladung zur gestrigen Buch-Vernissage. Und es waren dann auch erfreulich viele Interessierte, welche Initiator Markus «Mägge» Jeanneret an der Gerbergasse «Im Schmiedenhof» begrüssen durfte. In einer kurzen Rede galt sein Dank jenen, welche ihm in den letzten acht Jahren mit Rat und Tat zur Seite standen. Ohne sie hätte die «Geschichte der Basler Fasnachtsplaketten» nicht realisiert werden können. Es waren dies der passionierte Plakettensammler Hanspeter Wälle, bei welchem er viele Infos geholt hat, der dreifache Plaketten-Künstler Pascal Kottmann, welcher das Layaut übernahm, der Fotograf Errol Siegfried, welcher für den Plakettenkatalog verantwortlich zeichnet und als Texter Christian Platz. Jeannerets ganz besonderer Dank galt dem Verleger Alfred Rüdisühli vom Reinhardt-Verlag für die spontane Zusage der Veröffentlichung und Doris Schaub für die finanzielle Unterstützung aus den Basler Lotteriefonds.

Der Initiator Markus «Mägge» Jeanneret präsentiert stolz sein Plakettenbuch.

Der Autor Christian Platz blickt in dem Buch auf eine 100-jährige Geschichte zurück. In dieser langen Zeit haben sich unzählige gestalterische Stile und ästhetische Sichtweisen auf den Plaketten manifestiert. Ihre Gesamtheit reflektiert deshalb auch die kunstgeschichtliche Seite der drei schönsten Tage des Basler Kalenders im Zeitenlauf. Dabei erfährt man manch Interessantes. So äussert Jeanneret in seinem Vorwort den Verdacht, dass die berühmte Ueli-Noodle von 1911, welche als erste Plakette gilt, lediglich ein Zusatzelement zur regulären Plakette war. Die eigentliche Plakette wäre nach seiner Theorie der runde Ueli gewesen, eine wie bis anhin für Maskenbälle übliche Medaille, also keine Anstecknadel. Weiter geht es mit einer Abhandlung über die Herstellung der Plakette von der Firma Wilhelm Dollinger bis zu Felix Müller (Blaggedde-Müller). Über das Plakettensammeln und über Fälschungen erzählt Hanspeter Wälle und Pascal Kottmann berichtet wie er seine Plakettenentwürfe gestaltet. Neben Vorgängern der Plakette, welche Anfangs des 20. Jahrhunderts als Eintrittsbillette für die fasnächtlichen Maskenbälle im Varieté Küchlin verwendet wurden zeigt das Buch abschliessend sämtliche Plaketten, welche offiziell erschienen sind, ebenso Probeprägungen und Motive, sowie abweichende Versionen. Entstanden ist so ein grossformatiges, reich bebildertes Buch mit 496 Seiten.

Auch Pia Inderbitzin, die Statthalterin vom Fasnachts-Comité bestaunt das neue Werk.