Unter dem Titel; „Piccolooney“ führte am Samstag Abend das Pfeiferensemble Piccoloco unter der Leitung von Gérald Prétôt ihr Herbstkonzert im vollbesetzten Theater Arlecchino durch. Es war wiederum ein musikalisch exzellenter Abend.
Während im Herbstkonzert 2021 die Neukompositionen allesamt von einem Komponisten (Danny Kreder) herrührten, wurden für dieses Jahr unveröffentlichte Melodien und Arrangements von gleich 11 Schreiberlingen für die Pfeiferstimmen und 5 für die Trommelnoten zusammengetragen und so durften die Gäste ein überaus abwechslungreiches Programm geniessen.
Piccoloco? Piccolooney? – Piccolo! Klar. – Loco? Looney? Verrückt? – Ja, etwas verrückt sind diese Leute ganz offensichtlich schon, wie Conférencier Marcel Mundschin einführt und erklärt, wie es zum Titel dieses Herbstkonzertes gekommen ist. Die Looney-Tunes eine Zeichentrickserie aus den vereinigten Staaten der Anfang 30er Jahre mit den Figuren Bugs Bunny oder Duffy Duck, welche allesam etwas durchgeknallt aber auch als durchaus sympathische Chaoten dargestellt werden. Das ist die einfachste Erklärung dafür, dass das Ensemble erneut mit enorm viel Aufwand, Freude und Elan sich dieser verrückten Herausvorderung gestellt hat.
Das Progamm zeichnete sich dank der sehr untschiedlichen Komponisten als enorm abwechslungreich aus. Die Pinselstriche wurden von den USA über die Karibik bis nach Polen, vom Süden Italien über Wien bis nach Basel gezogen und enthalten Passagen aus dem Barock, der Klassik, südamerikanisch rhytmisch, betont abstrackt mit bewussten Disharmonien, Fife and Drum beherrscht oder melodisch fasnachtlich. Vielfältig wie man es sich nur wünschen kann, zumal man ein wenig Musik- oder Piccolo- und Trommel-Musik-verrückt ist, wie das wohl jeder Besucher dieses Abends war.
Das achtköpfige Pfeifer-Ensemble Piccoloco mit Sabine Freuler, Hermine Gassler, Maria Gassler, Livia Haas, Walter Zandona, Patrick Meyer, Gérald Prétôt (Leitung) und Rita Wenk, sowie dem excellenten Tambour Philipp Wingeier, war in bestechender Spiellaune und obwohl die Kompositionen enorm anspruchsvoll sind, haben sie diese in einer beneidenswerten Leichtigkeit vorgetragen. „fizzè“ der farbenfroh/extravagant gekleidete Komponist des Tatterrabatt und dr Schnuurepflutteri (Trommelverse von Moritz Frei) war ebenfalls zugegen und liess es sich nicht nehmen bei seinen eigenen Kompositionen gleich selber mitzuspielen. Weitere Komponisten waren ebenfalls im Theatersaal. So traf man Danny Kreder, Urs Gehrig, Fabian Egger und Moritz Frei. Sie alle wurden nach dem Schlussbouquet mit den eigens von Mecho gestaltenen Karikaturen beschenkt. Diese Bilder dienten während des ganzen Abends auch dafür, die Komponisten auch visuell dem Publikum näherzubringen. Eine gelungene Idee wie ich finde.
Das gut zweistündige Programm war gezeichnet von pfeiferischem Können auf allerhöchstem Niveau und brachte das Publikum zum schwelgen, sinnieren und staunen. Ein grosses Kompliment allen Protagonisten es war wiederum ein hervorzuhebender Abend.
Programm Piccolooney
Thales Gérald Prétôt und Maurice Weiss
Bumpernissli Dorothée Anderegg
online 21 Cornelius Buser
Cerulean Mandala Greg R. Bacon und John Ciaglia
Rose of the Winds Greg R. Bacon und John Ciaglia
The End of April Greg R. Bacon und John Ciaglia
Horses to America Greg R. Bacon und John Ciaglia
My Lady Hunsdon’s Puffe Cornelius Buser
Piccoloco Danny Kreder
dr 7. Värs Danny Kreder und Maurice Weiss
Theophil Gérald Prétôt und Maurice Weiss
Menuets from Suite
1 in E minor Christopher D Szpara
Beeryade Cornelius Buser
dr Haafechees Beery Batschelet und Ivan Kym
Tatterrabatt fizzè
Dr Schnuurepflutteri fizzè und Moritz Frei
Voll Stress! Michael Robertson
Grunwald Christopher D Szpara
Con Fuoco Danny Kreder und Urs Gehrig
Fast-Nacht Florian Volkmann
Marche d’Ajoie Gérald Prétôt und Fabian Egger
Die Noten der Neukompositionen können käuflich erworben werden
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