Der Nieselregen lockte die Leute nicht an, der Mittwoch-Cortège findet zeitweise fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Es könnte ein leiser Verdacht aufkommen: Dass nämlich die Guggemusigen wetterfester und angefressener seien als die «gewöhnlichen» Cliquen… Wer allerdings Geduld hatte, bekam sie aber doch zu sehen. Die Alten Stainlemer kamen aus aktuellem Anlass als Alti Schwainlemer: Viel Schwynigs lief auf, mit wunderschönen Schweinsköpfen, ein Spiel voller Pfyffersei und Drummelsei und einem Tambourmajor (Sei-Major) auf einem Militär-Jeep. Ja, ja, wir glauben es nun, Männer sind Schweine. Grossartig, dieser Macho-Zug mit «Böcken» in allen Varianten. Weil das Sujet konsequent durchgezogen wird, kann es natürlich auch nicht ganz jugendfrei sein. Eine Pracht die Ladärne: auch da viel Schweinerei.
Auch nicht von schlechten Eltern die Vereinigti Kleinbasler (VKB): «So ne Sissi», heisst das Sujet, und das hat nichts mit einem Sprachfehler zu tun. Die Sissi prangt auf der Ladärne vorn, hinten ist sie eingehüllt. Die Pfeifer sind dann die Kaiserinnen, schön in weiss, die Tambouren ebenfalls ein Traum in weiss. Zum Erntedank spielen die Basler Bebbi, sie danken grundsätzlich allen, so dem Tambourmajor, der ein riesiges Margritli-Gesicht trägt, und dem Spiel, in dem Tambouren und Pfeifer mit Kürbisköpfen auftauchen. Mit der modernen Doping-Gesellschaft befassen sich Die Aagfrässene: «La Tour de Farce». Die Ladärne, ein wunderbarer Arc de Triomphe in Paris, gibt das Ziel an, das es mit allen Mitteln zu erreichen gilt. Die Pfeifer zeigen, wie’s geht: Die Infusionsschläuche hangen über der Larve, bei den Tambouren die Velos. Am Schluss das Transparent: «Fin de France.» Voilà.
Verunsicherung schaffen die Basler Rolli, bei denen die Welt schon am Donnerstag nach der Fasnacht untergeht also heute? Weiss-violette Damen vom Seelenreinigungs-Institut pfeifen, der Tambourmajor ist der Seelenfänger, dahinter ruessen die Amoraner und ein Totengräber. «ApoCalypso» lautet das Sujet der Basler Mittwoch-Gesellschaft. Der Tanz ins Inferno ist schon auf der Lampe zu sehen: «Wenn s innere Fyyr usgoht, isch Donnschtig». Der Tambourmajor ist das jüngste Gericht, die Mahnfinger des Spiels haben offenbar keine Chance. Politisch aktuell sind die Wiehlmys: sie zeigen das Glaibasel. Jörg Schild als Tambourmajor (ob er’s wohl sieht?), vor ihm pfeifend und hinter ihm trommelnd Ueli, das heisst blinde, stumme und taube Glaibasler. Da hat sich gar noch ein Bär in die Truppe verirrt. A propos Schild: Er soll wegen des Mobbings doch mal die Spale-Clique konsultieren, die das Mobbing ausspielt. Die Putzfrauen im Spiel haben doppelte Gesichter, eines wenigstens dürfte ein falsches sein.



