Gut besuchte Medienorientierung

28. Dezember 2012 | Von | Bilder: Dennis L. Rhein | Kategorie: Top-Thema, Nachrichten

Nachdem das best gehüteste Geheimnis keines mehr war, hatten die Comité-Mitglieder Angst, dass die Medienorientierung zu einer Vorstellung ohne Publikum verkommen könnte. Weit gefehlt. Sogar ein Medienschaffender der Salzburger Nachrichten war zugegen. Vielleicht sorgte genau der vielbeschriebene Lapsus für ein volles Haus.

Gegen 50 Vertreter der Medienwelt und fast das gesamte Gremium des Basler Fasnachts-Comité fanden sich im 1. Stock des Volkshauses ein. Pünktlich um 10.00 Uhr eröffnete der Comité-Obmann Christoph Bürgin die Medienorientierung und liess verlauten, dass die Sperrfrist für die Bekanntgabe des Fasnachtsmottos und der dazugehörende Plakette etwas vorverschoben worden ist.Seinen Angaben zu Folge hat der Plakettenkünstler Kurt Walter die ganze Angelegenheit mit viel Humor genommen, obwohl er eine Verschwörungstherorie eines gewissen Christoph B. nicht ganz von der Hand weisen wollte. Schliesslich wurde „d Blaggedde 2013“ vorgestellt und das dazugehörende Fasnachts-Motto „zu mir oder zu dir?“ erläutert. Die Überraschung hielt sich bei den Anwesenden verständlicherweise in Grenzen. Mit unter wird natürlich die erneut aufgekommene Diskussion um die Fusion der beiden Halbkantone thematisiert.

Gespannt sein durfte man hingegen auf das „Blaggedde-Värsli“, welches von Alexander Sarasin und dem Plakettenkünstler im Duett und teilweise in der Melodie von „z Basel an mym Rhy“ und „s Baselbieterlied“ vorgetragen worden ist:

Zu mir oder zu dir?

BL      Bääse, Füür, i kchenn kei Schmäärz.
BS      Und was sait drzue dy Häärz?
BL      Einsam ischs bim Waagebau.
BS      Also dorum: „Buur suecht Frau“?

BL      E Stedtere! Jä, hei die Charme?
BS      Die kemme wien e Biine-Schwarm.
BL      Halt, i ha doch eini kchennt.
BS      Und vo däre hesch di trennt.
BL      Gopferdori, machsch mi schyssig?
BS      Joo, syt achtzähdreiedryssig.
BL      Dasch doch schon e Wyyli häär
BS      Und s Bortemonee isch jetze läär.

BL     Du loos, i han e Maitli gsee.
BS      Jä, z Basel unde? Wottsch jetz mee?

BS      Z Basel an mym Rhy
frogsch si also gly
BL      Sääg emool chunnsch du zu mir
oder gönge mir zu dir?
BL/BS Mir wei zäämme, mir wänn zämme sy!

BL      Z Lieschtel? – Meinsch du ihre gfallts?
BS      Nai, si will mit dir uf d Pfalz.

BL      Mir zünde zerscht dr Bääse und denn s Ladäärnli aa.
Mer hoffe, dass dä Funkche d Idee entflamme chaa.
Zerscht s Füür bi öis im Stedtli do wärde beidi bleich
BS      und zämme denne ab in d Stadt s isch ändlig Morgestraich!

BL      Die Baslere, die isch my Spätzli
BS      Ischs ächt mee als s Fasnachts-Schätzli?
BL      Hejoo drnoo, i will si nää
BS      und das wird no Theater gää.

BS      Erschte Aggt: me mues si haa!
Si isch vom Walter Kurt, däm Maa.
Und s Comité sait, s mues so sy
vo Schönebuech bis do am Rhy,
sygs am Tschoope, sygs am Graage
sottsch d Blaggedde immer draage!

S Fasnachts-Comité

Kurt Walter, erklärte im Anschluss daran, dass die Eingabe seines Plakettenvorschlages eigentlich das Ergebnis einer Frage von Daniel Müller (rené f. Müller AG) war: „hesch e Blaggedde yygää?“ Kurz vor Eingabeschluss legte er seine Graphik dem Comité vor und gewann. Dies nach 2000, 2005 nun zum dritten Mal.

Daniel Müller illustrierte alsdann den Werdegang einer Plakette von der Graphik, über die Gipsform zur gravierten Stahlplatte und schliesslich zur fertigen Fasnachtsplakette. Ein eindrückliches Prozedere und eben noch echte Handarbeit, welche jeder Basler und Fasnachtsfan ab dem 5. Januar 2013 stolz an seinem Rever tragen kann.

Abschliessend fasste Christoph Bürgin die Verbindung von Stadt und Land in Bezug auf die Fasnacht zusammen und kam zur Erkenntnis, dass sich die Fasnächtler untereinander sicherlich besser verstehen als die Regierungen der beiden Halbkantone. Als Beispiel diente hierfür der Wohnsitz der Cliquen-Obmänner, welche im Anschluss der Medienorientierung ebenfalls über die neue Plakette im grossen Saal des Volkshauses informiert worden sind.

So sind von den 498 gemeldeten Fasnachtsformationen die Obmänner/-Frauen

2 im Ausland
42 weder in Basel-Stadt noch Basel-Land
223 in Basel-Stadt
227 in Basel-Land

wohnhaft.

Die Plaketten 2013 kosten unverändert:

Kupfer 8 Franken
Silber 16 Franken
Gold 45 Franken
Bijou 100 Franken

Sie ist ab dem 5. Januar 2013 im Verkauf.