S het gschränzt, und s het gfägt – die Guggemusigen liefen an ihrem Tag zur Hochform auf und begeisterten viele tausend Fans, die trotz erneut unsicherer Wetterlage in die Stadt geströmt waren und auch einige Regentropfen in Kauf nahmen. Ob Seibi, Märt oder Claraplatz: Die Schränzformationen zeigten ihr Bestes.
Traditionell versammeln sich die Guggen auf dem Messeplatz und starten dort ihren Sternmarsch in die City, dies nach einem ausgeklügelten Fahrplan, der zwar von aussen kaum erkennbar ist, aber bestens funktioniert. Die drei IG-Guggen Baggemugge, Stenzer Gugge und Träne-Furzer machten den Anfang, es folgten alle FG-Guggen und schliesslich der Rest der IG. Der lange Zug bewegte sich via Claraplatz zur Schifflände auf den Märtplatz, wo die FG ihr Konzert abhielt. Die IG-Guggen marschierten durch die Freie Strasse weiter zum Barfi. Die Baggemugge gaben dabei ein Gastspiel bei der FG, umgekehrt spielte die FG-Gugge Räpplischpalter auch bei der IG auf dem Seibi (und pausierte am eigenen Anlass). Dieser Kulturaustausch gehört zur Gugge-Tradition – die beiden Vereinigungen verkehren heutzutage sehr freundschaftlich miteinander.
Zum Konzertort avanciert ist im Laufe der Jahre auch der Claraplatz – dort pflegen sich die Wilden Guggemusigen festzusetzen und zu musizieren, was das Zeug hält. Und an verschiedenen grossen und kleinen Plätzen gabs auch Spontankonzerte, nicht nur von den «eingeschriebenen» Guggen», sondern auch «auswärtigen».
Auf dem Märt begann die Stenzer Gugge auf dem Podium vor dem «Baslerstab» und bot Schunkel-Klassiker, so «Eine Reise ins Glück». Das Publikum stand dicht bis fast ans Rathaus. Als zweite Gugge kletterten die Träne-Furzer im schönen gelb-schwarzen Goschdym auf die eigens erstellte Freilichtbühne, um die Tonleiter zu quälen. Was herauskam, war allerdings mehr als passabler Guggensound. Mit fünf riesigen Gummibällen durfte das Publikum spielen – man hatte viel Spass.
Auf dem Barfi brillierten die Läggerli-Hagger, gekommen als rot-schwarze Piraten und wunderschön wie ihr Schiff, mit dem Abba-Hit «I had a Dream» und der FCB-Hymne «Olééé, super FCBEEE». Schon fast zu klein war die Bühne für die Räpplischpalter, die in feinem schwarzem Stoff aufmarschierten, aber mit ihrem Sound nicht ganz auf Touren kamen. Immerhin holten sie mit der «Weh-Nuss vo Bümpliz» guten Applaus ab.
Noch mehr Musikantinnen brachte die Schränz-Gritte in knalligem Orange, und dazu schwarz-orange Bälle fürs Volk. Das «Goodbye, my Love, Goodbye» liess es kalt den Rücken hinab rauschen, gefehlt hat eigentlich nur noch Demis Roussos. Das längst aufgewärmte Publikum honorierte den Gig mit mächtigem Applaus.
Die vorgegebene Marschtabelle wurde im übrigen ziemlich genau eingehalten, chapeau. Dies war zumindest auf dem Barfüsserplatz dieses Jahr eine absolute Notwendigkeit, hatte sich doch dort das Schweizer Fernsehen eingenistet, um eine DVD vom Guggekonzert zu produzieren. Schon allein deshalb hätte man den Meistern der schrägen Töne besseres Wetter gewünscht.



