«Gritteli» mit einer grossen «Hampfle» Fasnacht

17. Januar 2026 | Von | Bilder: Nicole Messer | Kategorie: Nachrichten

Einen sehr stimmungsvollen Abschluss ihres 75-Jahre-Jubiläums konnte die Guggemuusig Schränz-Gritte an diesem Freitag feiern. Getan wurde dies mit einer Gala-Veranstaltung, die nebst dem gegebenen Schwerpunkt Guggenmuusig viel aus anderen Fasnachtssparten und auch gelungene Überraschungen bot. 

Unter dem Motto «e Hampfle voll Fasnacht» stand der «Gritteli» genannte Anlass, welcher über die Bühne des «Scala» ging. Es sei vorweggenommen: Es war eine recht grosse «Hampfle». Mit rund einem Dutzend mitwirkenden Vereinen konnte man sich auf die kommende Fasnacht einstimmen und einen stimmungsvollen Abend geniessen.

Im Vordergrund stand – bei diesem Organisator eher überraschend – nicht einmal die Guggenmuusik selbst. Zwar traten die Fuege-Fäger auf, die das Publikum nicht zuletzt mit einem «San Carlo auf Blech» aus den Stühlen rissen. Und auch die Basler Guggemuusig Junge Garde hatte ihren von viel Jöö-Effekt gespeisten Auftritt, wenn die Posaune fast grösser war als der Spieler.

Aber das war es dann auch schon von Guggen-Seite. Bläächschaade als Gugge zu bezeichnen, verbietet sich ganz klar bei der geballten Musikalität in den Stilen Swing oder New Orleans. Und auch die Big Band des Feldmusikvereins Basel schränzt nicht, sondern bringt eben Big Band-Sound mit einem begeisternden «Mac the Knive» (Dreigroschenoper). Auch hier tobte der ausverkaufte Scala-Saal zu Recht.

Aber es kamen auch Cliquen zum Zug, so die Gundeli-Clique, die sich für das Dritte-Stände bei ihrem Jubiläum vor zwei Jahren revanchierte, und die VKB. Bei beiden war es eigentlich erstaunlich, dass sie trotz gleichzeitiger Vorausscheidung zum «Offizielle» noch soviel Qualität und Quantität auf die Bühne brachten.

Für willkommene Abwechslung sorgten zwei Schnitzelbänke. Das Elfi-Glöggli amüsierte mit seinen Versen aus Kinder-Optik und hatte einen interessanten Vorschlag für die ausländergeplagten Primarklassen Basels: statt Frühfranzösisch Frühbaseldytsch. Die Gryysel waren zahlenmässig etwas dezimiert (ein Mitglied musste noch im «Mimösli» das Licht löschen), sind aber bereits prächtig in Form, was nicht zuletzt der Monstervers über die hintere Körperöffnung des US-Präsidenten und deren Bewohner bewies.

Überraschungen waren angekündigt und wurden auch geliefert. Im ersten Teil war es Stefan Uehlinger, der als Prof. Dr. Dr. Dr. und Inhaber des Lehrstuhls für dumme Fragen selbige gleich selbst lieferte. Das konnte banal sein (Warum haben 24-Stunden-Shops Schlösser an den Türen?), zum Nachdenken anregend (Warum gibt es keine Katzennahrung mit Maus-Aroma?) bis bitterböse (Warum sterilisiert Exit die Injektionsnadeln?) – zum Kreischen komisch war es auf alle Fälle durchgehend. Und im zweiten Teil trat ein junger Tambour auf, der stark an Maurice Weiss erinnerte, ergänzt durch akrobatische und Tanz-Elemente. Leider war nicht herauszufinden, wie das Talent heisst – aber man wird sicher noch von ihm hören.

Die kurze Inhaltsangabe zeigt: Es war eine geballte Ladung Fasnacht, die gefiel und Lust auf die kommenden Tage machte. Wenn zwei kleine Kritikpunkte erlaubt sind: Dem wohl als «Klammer» gedachten Speaker aus dem Off hätte man etwas mehr Energie in der Stimme gewünscht, und es erschliesst sich nicht, warum sowohl das «Nunnefirzli» wie auch der Wettstein-Marsch doppelt im Programm vertreten waren – es gibt doch so viel schöne Fasnachtsmärsche…

Das ist aber auf hohem Niveau gemeckert. Auf einem solchen nämlich geht das Jubiläumsjahr der Schränz-Gritte mehr als nur würdig zu Ende. Chapeau für den tollen Abend.