Fasnachtsleaks – Isch daas no Fasnacht?

26. Dezember 2013 | Von | Kategorie: Top-Thema, Nachrichten

Eine bislang noch unbekannte Gruppierung ist auf die Enthüllungswelle aufgesprungen und hat angekündigt, unter der Internetadresse „fasnachtsleaks.org“ die Sujets der Cliquen, Wagen und Guggen vorzeitig bekannt zu machen. Erste „Enthüllungen“ sind dort bereits zu sehen. In der Fasnachts-Szene wird nun diskutiert: Tabubruch oder originelles Sujet? Und die „Ur-Diskussion“ fängt einmal mehr an: Ist das überhaupt noch Fasnacht? Sagen (resp. mailen) Sie es uns!

Eine schöne Bescherung kurz vor Heiligabend: In einem „Bekennerschreiben“, unter anderem von der Tageswoche veröffentlicht, kündigt eine unbekannte Gruppierung mit Berufung auf Whistleblower wie Assange oder Snowden an, „neue Ungeheuerlichkeiten“ ans Licht zu bringen – und zwar fasnächtliche. Wörtlich laut Tageswoche: „Wir (…) schlachten die heilige Kuh von Basel: Ab dem 24. Dezember 2013, 12:00 Uhr mittags werden in unregelmässigen Abständen Sujets der an der Fasnacht 2014 teilnehmenden Einheiten aufgedeckt und auf der Webseite fasnachtsleaks.org publiziert.“

Klickt man die Seite an, so sind tatsächlich schon einige Sujets offen gelegt, wobei man natürlich erst mit Erschienen des Rädäbäng wissen wird, ob es sich tatsächlich um die echten Sujets handelt. Laut Recherchen der Basellandschaftlichen Zeitung sind die Angaben im Falle der der Stammcliquen Schnoogekerzli und Rhyschnooge korrekt. Die Auswahl ist noch sehr beschränkt – aber laut den Autoren ist man ja erst am Anfang.

Bei der Tageswoche-Redaktion wird die Vermutung geäussert, dass die „Basler Bebbi“ hinter der Aktion stehen. Das Layout erinnert zwar an diese Stammclique, insbesondere die schwarz-weisse „Farbwahl“. Auch die Begründung des Verdachts, die „Bebbi“ hätten in jüngerer Vergangenheit schon andere Fasnachts-Tabus gebrochen – man denke an den Punk-Auftritt 2013 am Cortège – hat etwas für sich. Gegenüber Basler Fasnacht Online versichert aber ein Aktiver der „Bebbi“ glaubhaft, man habe nichts damit zu tun: „Nach dem Punkt-Auftritt im 2013 planen wir im nächsten Jahr eine ‚brave’ Fasnacht.“ Für Tabu-Brüche ebenfalls bekannt sind etwa auch die „Stainlemer“ – und vielleicht sind ja die „Kuttlebutzer“ passend zur gerade laufenden Ausstellung im Museum Tinguely wieder auferstanden.

Unbesehen von der Frage der Autorenschaft kommt nun die bei Neuem immer wieder aufflackernde Diskussion in Gang: „Darf man das? Ist das fasnächtlich?“. Die einen halten es für einen Tabubruch, hätten die Sujets doch bis zum Erscheinen des Rädäbäng geheim zu bleiben. Andere finden es eine originelle Idee, diesen alten Zopf abzuschneiden – und überhaupt sei alles Fasnacht, was revolutionär, aufmüpfig und spitzzüngig sei. Und dann gibt es diejenigen, welche die Aktion schlicht als „Sauglattismus“ abqualifizieren.

Die Redaktion von Basler Fasnacht Online will diese Diskussion nicht entscheiden, aber anregen. Mailen Sie uns: Tabubruch? Jahrhundert-Sujet? Schnapsidee? Wir sammeln Reaktionen unter info@fasnacht.ch und werden über das Ergebnis berichten.