Wenn jemand bei der Premiere einen Überraschungscoup landet, hat er es naturgemäss schwer, diesen Erfolg beim zweiten Mal zu bestätigen. «Almi & Salvi» gelang dieser Coup im 2008 mit einem sensationellen «Fasnachtskiechli». Ebenso gelungen ist nun aber auch die Bestätigung: Die Ausgabe 2009 dieses Vorfasnachtsveranstaltung bietet netto gut zwei Stunden vergnügliche Unterhaltung und fast schon eine Garantie für stark beanspruchte Lachmuskeln.
Es gibt Vorfasnachtsveranstaltungen, die nur wenige Rahmenstücke haben und kaum gute. Das «Fasnachtskiechli» besteht zum allergrössten Teil aus «Rähme» und fast alle sind gut. Ob an der «Lämpesitzig» den Fasnächtlern der Spiegel vorgehalten wird oder in «Vo Scheenebuech bis Ammel» das Verhältnis zwischen Stadt und Land zur Sprache kommt; man wechselt als Zuschauer ständig zwischen Schmunzeln und laut Herauslachen. Bei letzterem Stück ging es auch BL-Finanzdirektor Adrian Balmer so, der zusammen mit Kollegin Sabine Pegoraro den Abend genoss. Von der Stadtbasler Exekutive war mal wieder niemand da, so dass Nationalrat Peter Malama die Präsenz retten musste.
Die einzige Kritik, die sich das herrlich chargierende Komiker-Duo gefallen lassen muss, ist diejenige, dass das Ausländerproblem speziell im Kleinbasel etwas über Gebühr thematisiert wurde. Einige Male kam man da der berühmten Gürtellinie bedenklich nahe, fand aber rechtzeitig immer wieder den «Rank». Und spätestens dann war man wieder versöhnt, wenn ein sensationell aufgelegter «Almi» den Tanz der drei Kleinbasler Ehrenzeichen oder einen vor sich hin brabbelenden Helmut Förnbacher imitierte. Auch wenn Kollegenschelte vielleicht nicht so ganz die feine Art ist: Die Parodien der «Konkurrenzveranstaltungen» waren mehr als gelungen; vom «Drummeli» über das «Charivari» bis zum «Pfyfferli» wurde alles gnadenlos durch den «Gaggo» gezogen.
Auch einige melancholische Töne fehlten nicht, etwa, wenn eine Fasnachtslaterne plötzlich zu ihrem Maler spricht oder ein gealtertes Cliquenmitglied wehmütig bemerkt, dass es halt «nümm isch wie friehner». Dazu kommt der Prolog mit einem auch gesanglich sensationellen Stadtreinigungsvideo (Produktion Patrick Busam) und ein herrlich schräger Epilog mit «Kon» und «Fetti».
Alles in allem ein äusserst gelungener zweiter Streich von «Almi & Salvi», so dass sich die letzten, verfügbaren Tickets wohl auch rasch verkaufen. Und an einem dritten Streich im 2010 sollte es auch nicht fehlen. Dann ist das «Fasnachtskiechli» – wie es im Vorwort des Programmhefts heisst – ja bereits steinalte Tradition.
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