Bereits zum 17. Mal feierte die offene Kirche Elisabethen ihren Fasnachtsgottesdienst. Unter dem Motto „Gäll de kensch mi nit“ näherte man sich gemeinsam andächtig, beschwingt, lustig, melancholisch und höchst fasnächtlich, den „drey scheenschte Daag“.
Manch eine Vorfasnachtsveranstaltung wünscht sie eine dermassen „volli Hitte“, wie das in jedem Jahr die offene Kirche Elisabethen erreicht. Bereits lange vor Erklingen des ersten Piccolotons, war die Kirche bis zum letzten Platz und darüber hinaus belegt. Trotz strömendem Regens gelangten die Kirchengänger an diesem Sonntag Morgen in das Gotteshaus und keiner musste sein Kommen bereuen.
Eröffnet wurde die Veranstaltung mit dem „Fischmärt“, welcher von den 5 Piccolo-Virtuosen (Maya Burtscher, Musikalische Leitung, Maria Gassel, Myriam Gysel und Matias Hugentobler bravurös vorgetragen wurde. (Der Name der 5. Protagonistin war der Redaktion bis Dato nicht zugetragen worden).
Roger Zehringer, der in den vergangenen Jahren ebenfalls mitgepfiffen hat, war erstmals nur im Hintergrund tätig. Es kribbelt ihm jedoch bereits wieder in den Fingern, was eine aktive Teilnahme im nächsten Jahr nicht ausschliesst.
Der Gottesdienst lehnt sich an das diesjährige Fasnachtsmotto „mr mache Dicht“ an, wobei Mariette Oeggerli, Jürg Jösslin aber auch Monika Hungerbühler in ihren Worten klar zum Ausdruck brachten, dass die offene Kirche Elisabethen genau das Gegenteil beabsichtigt. Sie rufen daher die Menschen auf sich zu öffnen und gerade jetzt in Zeiten der Migration und Flucht, Tolerant zu sein und Hilfe anzubieten, so wie sie es in ihrem Projekt DASEIN bereits praktizieren.
Zum Fasnachtsgottesdienst gehören natürlich auch Schnitzelbängg. Mit dem Giigeli Subbe, bekannt aus dem „Fasnachtsbändeli“, war der Reigen eröffnet. Die beiden Jungbänggler ernteten verdient einen tosenden Applaus. Alsdann erschien dr Schyynhailig, eigentlich in einer für ihn gewohnten Umgebung. Er brilliert mit Zweizeilern, die punktgenau ins Schwarze treffen und die Gäste zu lang anhaltendem Beifall bewegen. Als dritte Formation singen der diesjährige „Drummelibangg“ Schunggebegräbnis (Comité-Bangg). Wunderbar vierstimmig, war der Vortag absolut stimmig.
Dazwischen kam die Fasnachtsmusik nicht zu kurz. Die Pfeiffer und Tambouren (Beat Brutscher, Jonas Schöni und Sandro Wietlisbach) stellten mit „Cellanese“ und dem „Ueli“ sowie einem Pfyyferstigg aus dem Thema Dschungelbuch (probiers mal mit Gemütlichkeit) und dem „Olivia“ und „Olav“ ihr hervorragendes Können unter Beweis. Einfach wunderbar anzuhören. Ein Missgeschick passierte jedoch Beat Brutscher, welcher bei seinem ersten Auftritt einen lupenreinen Briefkasten zu beklagen hatte. Sogleich wurde ihm eine neue Trommel gereicht und der Vortag konnte weitergehen.
Gesungen wurde auch. Das Trio Marble Bags stimmten „Down by the riverside“ und We shall overcome an die Kirchengemeinde stimmte lauthals mit ein. Wunderbar auch die Einlage der Mable Bags zusammen mit dem Geschwisterpaar Benn und Janina Gasser mit ihrem „wenns Martinsgleggli 4ii schloot“, welches mit der Melodie von „Amacing Grace“ so richtig unter die Haut ging.
Mit dem Fasnachtssegen und dem Aufruf zur Kollekte, neigte sich dieser Fasnachtsgottesdienst dem Ende entgegen und die Besucher richteten ihren Blick bereits in Richtung des bereitgestellten Apéros. Vorab ergingen jedoch noch einige Dankesworte von Monika Hungerbühler an die Mitwirkenden und die Helfer hinter den Kulissen. Damit hat es sich…. Dachte man… Weit gefehlt, weil vor der Kirchenpforte stand noch ein Überraschungsgast. Bluesig, Jazzig, mit viel Gefühl oder mit richtig Schmackes, schritten d Improvisante in den Altarraum. Ein musikalischer Hochgenuss und ein Glücksgefühl überkam die Besucher. Nun freute man sich wippend und mitklatschend auf die „scheenschte drey Daag“.
Mit dem „Läggerli“ wurden die Kirchengänger wieder in den regnerischen Sonntag entlassen.
Der Fasnachtsgottesdienst in der offenen Kirche Elisabethen ist ein Fasnachtseröffnung nach Mass. Hervorragende Fasnachtsmusik, tolle Schnitzelbängg, schön vorgetragene Lieder, etwas fürs Herz, für die Seele und einen Moment der stillen Einkehr, bevor es in die lauten und ausgelassenen Fasnachtstage geht.
Wir werden auch im kommenden Jahr zugegen sein.
Weitere Bilder gibt es in unserer Galerie
Fasnachtsgottesdienst „gäll de kennsch mi nit“
offene Kirche Elisabethen
Elisabethenstrasse 10 – 14
CH-4051 Basel
Tel +41 61 272 03 43
info@oke-bs.ch
Kollekte für „Mae Cha Rao Farmhouse School“ im Norden von Thailand und die OKE.



