Fasnachtsbändeli 2009: Räppeli, Guggemuusica und Schissedräggezuugeli

17. Januar 2009 | Von | Kategorie: Nachrichten

Die Zahl 13 scheint dem Autor Peter Keller Glück zu bringen. Jedenfalls lässt sein mit viel Beifall aufgenommenes 13. Fasnachtsbändeli, welches heute mit dem Stück «Druubel im Brooberuum» im Theater Arlecchino Premiere hatte, darauf schliessen.

Nicht jede Fasnachtsformation hat einen eigenen Keller. Deshalb ist das Interesse gross, als im Bläsischulhaus der Kohlenkeller in einen Proberaum umgebaut wird. Fünf ganz verschiedene Gruppen erhalten von der Abwartin Maria Lustrinelli (Silvia Alioski) einen Schlüssel. Üben können nun montags die Guggemuusig (Ventilatore), dienstags die Clique (Fasnachtsgesellschaft Wiehlmys), mittwochs der Bangg «Paparazzi» (Jürg Jösslin, Christoph Nidegger, Adriano Predetto, Hansjörg Minder), donnerstags die Band «The 3 Generations» (Markus Jeppesen, Willy Wernhard, Michi Tester) und freitags das Schyssdräggziigli «Die roote Räppli» (Roger Gugger, Silvia Ferrari, Sandra Heitz). Die Abwartin gibt in ihrem lustigen Sprachmix aus Deutsch und Italienisch auch gleich den Tarif bekannt: «Do per tutti ‹Regole della Casa›, Hausordnung. In Brooberuum nit rauche, nit dringge, nit mache lut und sreye, nit mit dräggige Schue yynekoo, gaini Abfall liige loo. Alles glaro?»

Am Anfang klappt alles bestens, auch wenn Max (Lukas Schweize) und Julia (Svea Stoeckli) vom Kinder-Theaterkurs immer wieder für Unterbrechungen sorgen. Die Ventilatoren, noch in Zivil, lassen erstmals den (Kohlen-)Keller mit ihrem fetzigem Sound erzittern und die Junge Garde der Wiehlmys (mit Verstärkung vom Stamm) bekommen für einen wunderschönen Tango viel Beifall. Die Paparazzi brüten über ihren Versen. Denn «Pointe mien si ha, verschtoosch, Pointe!». Dazwischen wird auch geblödelt.

Heersch am Fäärnsee d Paparazzi,
gooht em Noochber grad sy Katz yy!

Wo ist da die Pointe? «Bim Noochber!». Einer zeigt auf einem Helge auf eine Ratte, ein Tram oder eine Krone , ein anderer gibt immer die falsche Antwort. Ein lautes «Naaiii» erschallt aus den Kinderreihen. Dafür dürfen sie die Verse der Bangg mitsingen, was auch sehr gut gelingt.

Eines Tages haben sich «Die roote Räppli» im Datum geirrt und kommen bereits am Donnerstag statt am Freitag in den Proberaum. Dort sind sich die drei Mitglieder der Band nicht einig was sie spielen sollen. Einer ist für Rock, einer für volkstümliche Musik und der dritte für Blues und Jazz. Als sie sich auf «My Bonnie is over the ocean» einigen klatschen die Räppli begeistert Beifall. Doch warum nicht zusammen spielen? Gesagt, getan. Und zwar das «Roote-Räppli-Lied» nach der Melodie «Es hängt ein Pferdehalfter an der Wand»

Miir sin e Schyssdräggziigli, zimmlig glai
und an dr Faasnacht drey Daag uff de Bai.
Laufsch uns bym Gässle säälig hindedryy,
denn dräumsch dervoo … so rooti Räppli z syy.

Eigentlich, so finden sie, könnten wir als «Red Confettis and the Generations» immer zusammen auftreten. Mit einem wunderschönen «Altfrangg» von den Räppli geht’s in die Pause.

Den zweiten Teil eröffnet die Abwartin mit einem Lied über das Putzen. Anschliessen spielen die Ventilatoren in Kostüm und Larve und lösen damit ein zweites Erdbeben im Keller aus. In wunderschönem Charivari erhalten die Wiehlmys verdienten Beifall für den «Arabi». Max und Julia berichten der Frau Lustrinelli, dass heute fünf Kinder im Zuschauerraum Geburtstag haben. Diese dürfen auf die Bühne kommen, erhalten ein Geschenk und der ganze Saal stimmt ein «Happy Birthday» an. Dann musizieren Die Rooti Räppli und die Band so fetzig zusammen, dass das Publikum begeistert mitklatscht. Nach und nach kommt der Bangg, ebenfalls im Kostüm, die Wiehlmys und die Ventilatore dazu. Das Finale beginnt mit «z Basel an mym Rhy» und leitet über zum «Fasnachtsbändeli-Lied»

Mir mache mit, mir mache mit und s Scheenschti isch do dra
mir wärfe eych, mir wärfe eych e Fasnachtsbändeli aa!
E veieletts, e dunggelgriens,
sogar e rot-blaus isch drbyy,
au gäggeligääl und lilafarbig darf das Bändeli syy.
Fasnachtsbändeli, Fasnachtsbändeli, das isch richti toll. Fasnachtsbändeli, Fasnachtsbändeli, e ganzi Gugge voll.

Zur Begeisterung der Kinder werden ihnen auch Fasnachtsbändeli zugeworfen. Langanhaltender Beifall und Blumen für alle Mitwirkende beschliessen einen kurzweiligen Nachmittag.

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