Fasnachts-Mittwuch: Die Superlative gehen aus

29. Februar 2012 | Von | Bilder: Olly Klassen | Kategorie: Top-Thema, Nachrichten

Nachdem schon die ersten beiden Fasnachtstage herrlich gewesen waren, ist der Mittwoch nun so traumhaft, dass dem Chronisten langsam die Superlative ausgehen. Nicht zu toppendes Wetter, eine entsprechend bombige Stimmung bei den Aktiven und ein den tollen Umständen angemessenes, riesiges Zuschauermeer. Auch wenn man mit solchen Superlativen vorsichtig sein sollte: 2012 hat das Zeugs, als Jahrhundertfasnacht in die Geschichte einzugehen.

Das Fasnachts-Sujet „S glemmt“ kam am Mittwochs-Cortège das eine oder andere Mal zu Ehren. Es gab Stauungen und Lücken und das war allen – wurscht! Die Rootsherre haben es wahrscheinlich schon geahnt und laufen – respektive warten – zum Sujet „Stoosch Du no – oder goosch Du scho?“ Und bei den Unfertige heisst es schlicht: „s’glemmt“ – und der Zeedel sagt für Basel genau das Gegenteil aus:

Zem Gligg duet doch dr Basler Egge
s helvetisch Malaise scheen verdegge
Im Fümoar hahs no rauche
und im Joggeli muess ManU tauche

Passend zu der allgemein guten Laune die Schnoogekerzli, die als Sujet erfrischend nennen: „Uns goot s guet“. Und die Junteressli brillieren als Taum in Gold mit Windrädchen auf dem Kopf. Bei einem schon fast kitschig zu nennenden Himmel und strahlender Sonne liessen sich denn auch weder Aktive noch Zuschauer die Laune durch irgend etwas vermiesen. So auch die GaGG-Ei WaGGis, auf deren Zeedel (in himmelblau!) man zum Sujet „Bazillus Germanicus, der unbeliebti Schwoobevirus“ lesen konnte:

Mir GaGG-Ei WaGGis finde’s nimm zem lache
So dien mir dä bleed Virus zem Sujet mache
Denn mir leen uns d Fasnachtsluscht nid verdärbe
vo bsoffene Schwoobe und glasige Schärbe

Eher düster kommen die Breo darher, die zusammen mit den Stäägehysler „Adiee Mittelstand“ ausspielen und nebst düsteren Kostümen und Trauermärschen mit einem Leichenwagen laufen. Pech hatte der Stamm der Wettstai, deren begehbare Laterne nach der Mittleren Brücke einen „Platten“ erlitt. Die Aktiven genossen halt die Sonne, bis ein Ersatz-Rädchen bereit war.

Nicht düster, aber martialisch präsentiert sich die Alte Garde der Alti Richtig als Ritter in Kettenhemden mit dem Sujet: „Die gwaltsaami Wiidererooberig vom Baselbiet“. Nicht weniger martialisch der Zeedel:

Nummen ai Volk no, das steert is
Schloot is dääglig stargg ufs Gmiet
Uff e Schyterhuffe gheert is
D Reed isch dängg vom Baselbiet.

Ein anspruchsvolles Thema wie den Atom-Ausstieg locker und gut umgesetzt haben die AGB, die mit einem „Tambourmeiler“ unterwegs sind, eine Wäscheleine mit BH und Unterhosen vor sich hertragen und das Spiel als Affen mit Atomzeichen hergerichtet haben. Kopfschüttelnd kommentieren die Chropf-Clique-Rieche die Schnapsidee eines Teilabrisses der Kaserne:

Aber by so Lyt, do kunnsch uf d Wegge
do muess halt, was no Militär duet schmegge
ums Verregge grad um e Egge

Etwas warm hatte bei diesen Bedingungen eventuell der Stamm der J.B. Santihans, da sie in russischen Kleidern daherkamen, besonders der Tambourmajor als stämmiger Iwan Rebroff. Sie mokieren sich über die Stadtmarketing-Aktion in Moskau und reimen:

Das maint d Frau S. Punggt, Horvath uss dr Schnydergass
in däm Stil macht Reklame Spass
Mir richte mir dr groose Kelle aa!
Jeede Russ mues Eerfurcht ha

Passend zu ihrem Namen liefen die Vorstadtgässler mit dem Sujet „Kumm mer wänn go wandere, es maches au die andere“ vorbei. Dem Himmel entsprechend – und einige Male gesehen – passieren die Junge Garde und die Binggis der Glunggi als Schlümpfe. Und bei den Antygge hoffen wir, dass das Sujet nicht stimmt: „Die letschti Fasnacht“.

Nur wenige der vielen guten Ideen und Umsetzungen konnten nennen. Es war schlicht „s Maximum!“ und es geht heute abend sicher maximal weiter beim „Gässle“ und bei den Schnitzelbängglern in den „Baize“. Das einzige, was nicht super(lativ) ist an dieser Fasnacht: Sie ist zum Zeitpunkt dieses Berichts schon bald vorbei. Darum gilt auch für den Chronisten: Ab uf d Gass, die letschte Schtunde gniesse – Aadie zämme!

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