Am 10. Februar 2008, dem Sonntag vor dem Morgestraich findet um 10.30 Uhr in der Offenen Kirche Elisabethen eine gottesdienstliche Feier statt. Der Anlass, welcher bereits zum neunten Mal durchgeführt wird steht unter dem Motto «Gäll de kennsch mi nit?». Der Fasnachts-Gottesdienst wird von aktiven Fasnächtlern und dem reformierten Pfarrer André Feuz gestaltet. Neben einer Pfeifergruppe sind die «Piggte» und die Comité-Schnitzelbängg «Dootebainli» und «Gluggersegg» dabei. Und wie jedes Jahr sind auch Überraschungsgäste eingeladen. Dieses Jahr werden sie die Kirchenfenster erzittern lassen. Sowohl für aktive als auch für passive Fasnächtler ist es also eine fröhlich-besinnliche Einstimmung auf die «drey scheenschte Dääg» im Basler Kalenderjahr. Der Eintritt ist frei, es wird eine Kollekte durchgeführt. Deren Erlös geht dieses Jahr an die Projekte «Hau den Lukas» und die Kindertheaterprojekte «Colombina» des Theaters Arlecchino.
Roter Faden des Gottesdienstes ist dieses Jahr das Thema «Angst». Denn Angst ist heute überall. Angst zu versagen, Angst, die Arbeit zu verlieren, Angst vor Gewalt und Umweltkatastrophen. Angst, nicht geliebt zu werden, die Zeit zu vergeuden, sowie Angst vor der Zukunft oder dem eigenen Mut. Eine Studie der Universität Zürich belegt, dass in der Schweiz jeder Fünfte einmal im Leben an einer massiven Angststörung leidet. Panikattacken und Phobien sind die neuen Volkskrankheiten. In der Einstimmung wird eine Stimme sagen:
Hemmige haa-n-ych kai Spuur,
daas ligt in mynere Naduur.
Manager sinn, haisst s uff dr Strooss,
machtgierig, schlächt und rüggsichtsloos
und mängge kaasch derzue verlaite
zum s Ziil z erraiche … Angscht z verbraite.
Der Fasnachts-Gottesdienst geht auf eine Initiative von Mark Kürsteiner zurück. Der leider viel zu früh verstorbene Piccolovirtuose (er gewann 1993 das «Offizielle Brysdrummle und –pfyffe») fragte im Jahre 1999 Jürg Jösslin, ob sie nicht zusammen vor dem Morgestraich einen Gottesdienst machen könnten. Ihm, Mark, sei an letztes Jahr aufgefallen, dass Anstand und Tolleranz einen immer kleineren Platz an unserer Fasnacht hätten. «Da sollten wir versuchen Gegensteuer zu geben», fand Kürsteiner. Jösslin sagte spontan zu. Am ersten Gottesdienst war Kürsteiner für die Musik, Jösslin für Text und Organisation zuständig. Nach Marks frühem Tod übernahm Michèle Aberlin die musikalische Leitung. Dank ihrem grossen Engagement kann der Fasnachts-Gottesdienst jedes Jahr mit musikalischen Höhepunkten glänzen. Denn Fasnacht soll Freude bereiten und soll für alle sein. So treten auch immer wieder Kinder auf, die mit viel Freude das Gelernte einer grossen Fasnachtsgemeinde vortragen.
Seit ein paar Jahren pfeifen und trommeln die Mitwirkenden zum Schluss des Gottesdienstes aus der Kirche. Sie würden sich sehr freuen, wenn viele Besucher das Piccolo mitnehmen würden um am Schluss gemeinsam das Läggerli zu pfeifen.



