«Wir wissen selbst nicht, ob wir nun einen Olymper oder einen Wettstainler aufnehmen», kommentierte Comité-Obmann Felix Rudolf von Rohr gegenüber Basler Fasnacht Online den Zuwachs in seinem Gremium. Jörg Schild ist ja zum einen Präsident von Swiss Olympic und damit buchstäblich auf dem Olymp; andererseits ist er Mitglied der Wettstai-Clique und war früher dort auch schon Obmann und Zeedeldichter.
Auf alle Fälle hat Schild nach seinem Rücktritt als Regierungsrat die beiden wichtigsten Dinge für ein Mitglied des Fasnachts-Comité: viel Zeit und ein riesiges Beziehungsnetz. «Von beidem wollen wir natürlich profitieren», so Rudolf von Rohr, «und ihm ausserdem eine Aufgabe zuteilen, für die er wie kein anderer prädestiniert ist.» Und diese Aufgabe lautet, Ordnung in die Basler Fasnacht zu bringen, dies mit einem geharnischten Strafenkatalog und notfalls dem Verteilen von Bussen für «unfasnächtliches Verhalten».
Was darunter zu verstehen ist, das will der Comité-Obmann noch nicht ausdeutschen, sei dies doch die Aufgabe des «Neuen». Gedacht werden könne aber etwa an Bussen für rücksichtsloses Reindrängen in die Route oder mehrmaliges Ausscheren aus der Route, oder auch Platzkonzerte von Guggen ohne Larven, Musizieren nach 4 Uhr morgens nach dem Endstreich und so weiter. Auch Alkoholkontrollen könnten möglicherweise eingeführt werden – speziell an den Bummelsonntagen, wobei über die Promillegrenze anscheinend im Comité noch keine Einigkeit besteht. Und schliesslich soll die polizeiliche Kontrolle der Zeedel und Schnitzelbängge, wie sie bis in die Sechzigerjahre Bestand hatte, wieder eingeführt werden.
Noch bedeckt hält sich auch Schild selbst, der sich aber auf die neue Aufgabe freut: «Es wird Zeit, dass auch an der Fasnacht eine gewisse Ordnung einkehrt. Diese Anarchie war ja nicht mehr tragbar.» Nicht ausschliessen möchte das neue Comité-Mitglied, dass er sich Hilfe im früheren Umfeld holt, seien pensionierte Polizisten doch erfahren im Ausstellen von Ordnungsbussen und würden oft auch in dieser Hinsicht an gewissen Entzugserscheinungen leiden. Es könne – so Schild – aber keine Rede davon sein, nun mit einer Bussenflut eine neue Einnahmequelle für das Comité zu generieren. «Ich halte es wie bisher bei der Polizei; gebüsst wird mit gesundem Menschenverstand und Augenmass.»
Begeisterung über den Zuwachs herrscht auch bei den anderen Mitgliedern des Fasnachts-Comités, insbesondere beim weiblichen Teil: «Es schadet weiss Gott nichts, auch mal einen attraktiven Mann an den Sitzungen dabei zu haben», erklärte Pia Inderbitzin nahezu euphorisch – und Florence Develay ergänzte, Schild werde den Fasnächtlern schon zeigen «wo Gott hoggt».
Weitere Informationen:
Fasnachts-Comité
Swiss Olympic Association



