Eine sehr lokale und bissige Fasnacht mit durchaus auch ernsten Themen erwartet Basel kommenden März. Weit oben an der Spitze der Sujetliste thronen erwartungsgemäss die Baustellen, gefolgt von Verboten, Einschränkungen und allen möglichen Formen von Behördenhandeln. Die Zahl der Teilnehmenden ist in etwa gleich, eine leichte Abnahme ist bei den Pfeifer- und Tambourengruppen festzustellen. Keine Änderungen gibt es bei der Cortège-Führung. 70 Schnitzelbank-Formationen sind unterwegs. Und das Drummeli ist praktisch ausverkauft.
Mit 28 Nennungen im Rädäbäng sticht das Thema Baustellen klar und natürlich nicht unerwartet heraus. Allerdings war es laut Comité-Obmann Christoph Bürgin einmal mehr gar nicht so einfach, jedes Sujet zu klassifizieren, etwa wenn die „Stainlemer“ als Sujet schlicht „isch doch Wurscht“ angeben. Klar ist laut Bürgin, dass erfreulicherweise die lokalen Themen dominieren und es wohl eine recht bissige Fasnacht mit durchaus auch ernsten Momenten geben werde.
Was den Bebbi drückt, wird auch daran klar, dass der Themenkreis „Verbote, Amtsschimmel, Parkieren“ mit 23 Nennungen den zweiten Platz in der Sujetrangliste belegt. Nimmt man noch die Kategorie „Bewilligungen, Statdbildkommissions“ mit neun Nennungen dazu, wird sogar der Spitzenplatz erreicht. Das erste internationale Thema findet man mit 22 Nennungen; es ist der Themenkreis Abhören und Whistleblower. Gleich dahinter dann den geplanten Club de Bâle, der es auf 20 Nennungen bringt.
Auch einige „kleinere“ Themen finden Platz, etwa das Bienensterben, das mit sechs Nennungen noch vor den Themen Kantonsfusion (4) oder Frauenquote (4) liegt. Und tatsächlich sieben Mal wird Erik Weber als Sujet ausgespielt, was den Comité-Obmann zur Frage veranlasst, wer ihn (Weber) wohl an den Bummel einlädt, wie dies eigentlich bei „Ausgespielten“ üblich ist.
Wenig Neues beim Cortège…
Beim Cortège gibt es keine nennenswerte Änderungen, was der neue Comité-Verantwortliche Bruno Kern damit begründete, dass es 2013 hervorragend funktioniert habe. Deshalb beschränke man sich auf gewisse Optimierungen, was für einige Cliquen einen neuen Abmarschort zur Folge habe. Wichtig – so Kern – ist vor allem, dass alle Formationen spätestens um 13.30 Uhr marschbereit seien, denn wenn es schon am Anfang harze, komme es sicher nicht gut.
…und bei Laternen und Wagenausstellungen
Unverändert gegenüber den letzten Jahren bleiben auch die Laternenausstellung auf dem Münsterplatz und die Ausstellung der Wagen und Requisiten auf dem Kasernenareal. Auf dem Münsterplatz wird die Zahl der Plakettenverkäufer verstärkt, um bewusst zu machen, dass das „Abzeichen“ eine Art Eintrittspreis darstellt. Am Mittwoch findet um 17 Uhr die ebenfalls schon traditionelle Schääsede statt.
70 Bänke und 26 Guggenmusiken
70 „Bängg“ sind allein von den Gesellschaften Comité-Bänk (27), Basler Schnitzelbangg Gsellschaft (12), VSG (13), Bängg fir Basel (11) und Bebbi Bängg (7) unterwegs. Dazu kommen die Formationen des Comité 1914 (vormals Comité 2000) und diverse „Wilde“. Für Betrieb in den Innerstadt-Baizen ist also gesorgt, wobei es im Kleinbasel etwas lockerer zugehen dürfte, da sich das Schnitzelbank-Comité dem minderen Basel mit Ausnahme des „Spitz“ verwehrt.
Bei den Guggenmusiken sind je 13 Formationen von IG und FG unterwegs. Der Sternmarsch kann am Dienstag wieder vom Messeplatz aus stattfinden. Gelöst ist laut dem scheidenden IG-Obmann Markus Vögtli auch das Problem, wie die Bühnen für die Dienstagabend-Konzerte trotz Verkehrsregime in der Innerstadt aufgebaut werden können. Da die Signalation an der Fasnacht ohnehin weitgehend abmontiert oder abgedeckt wird, sei die Zufahrt problemlos möglich. Und auch die Wagen an der Strassenfasnacht werden vom Amtsschimmel nicht des Cortège verwiesen.
25 Jahre „die erschti Lektion“
Ein Jubiläum feiern kann „die erschti Lektion“ am Freitag und Samstag nach der Fasnacht. Wie die Comité-Verantwortliche Pia Inderbitzin dazu erläuterte, gibt es aus diesem Anlass ein „riesiges“ Zelt auf dem Barfüsserplatz, in dem sich die Jungen Garden präsentieren können. 38 von 40 Garden hätten dieses Angebot genutzt. Und am Samstag-Mittag (12.00 Uhr) gibt es einen „Monstermarsch“ ab Münsterplatz via Freie Strasse und Gerbergasse zum „Barfi“.
Drummeli quasi ausverkauft
Pech dürfte schliesslich haben, wer mit dem Kauf eines Drummeli-Billett bis nach Erscheinen der Medienkritiken zuwarten will. Es soll nur noch 50 Eintritte haben, so dass alle Vorstellungen im Musical-Theater vor vollen Rängen stattfinden dürften.
Frisch gebackener Rädäbäng
Alle weiteren Informationen und die Sujets findet man im Rädäbäng. Der Fasnachtsführer ist ab 22. Februar in allen Filialen der Bäckerei Sutter sowie bei der BVB am „Seibi“ erhältlich. Kosten wird er weiterhin acht Franken. Wer ihn zusammen mit dem Drummeli-Programm erwirbt, zahlt für das Duo zehn Franken.



