Es schyne vyl Stärne und funggle d Ladärne

18. Februar 2002 | Von | Kategorie: Nachrichten

Endlich, endlich ist es soweit: Es müssen nicht mehr Stunden und Tage gezählt werden, bis es «Vieri schloot», sondern nur noch Minuten. In der Rheingasse stehen die Laternen bereit, man trifft sich, «hesch au s Warme fire gnoo?», fragt ein Fasnächtler den anderen. Es tut tatsächlich gut daran, wer ein dickeres Kostüm gewählt hat; es ist kalt, wenn auch nicht zu sehr und dafür sternenklar. Auf der Mittleren Brücke der Blick zurück – in ein schwarzes Meer von Köpfen, Schaulustige, die vom Badischen Bahnhof her strömen.

An der Schifflände wartet die Glunggi, die Laternen in Reih und Glied. Der Dupf-Club steht in der Stadthausgasse bereit, um Schlag vier Uhr den Marktplatz zu «erobern». Bereits stehen die Kiebitze in mehreren Reihen am Strassenrand. «Gibt es denn auch noch Aktive, die auf den Strassen etwas bieten?», will ein Zuschauer wissen. Ein Witzbold oder ein Morgestraich-Neuling?

So langsam zittern beim Notieren die Finger, die Nervosität steigt. Von allen Seiten ertönt der Ruf «Ystoh!». Und plötzlich geht es schnell, die Lichter gehen aus und es heisst, «Morgestraich, vorwärts, marsch!». Hunderte von Kopfladärnli leuchten mit Stäggeladärnen und den grossen Kunstwerken um die Wette.

In der Schnabelgasse marschieren die Opti-Mischte los, eine ihrer Laternen ist vorerst noch dunkel, die Anfangsschwierigkeiten sind jedoch schnell behoben. Wie immer ist es im «Bermuda-Dreieck» eng, die Rhygwäggi müssen sich gedulden und spielen mehr als nur den «Naarebaschi» im Stehen. Vom Spalenberg herunter dann die erste Jubelclique – die 75-jährige Spale.

Die Spalemer bahnen sich den Weg auf den Marktplatz, wo erstmal für die Zuschauer keinerlei Weiterkommen mehr möglich ist. Die ungeheure Druggedde ist fast schon beängstigend, Platzangst darf hier wirklich niemand haben. Leider bleibt während der Zwangspause Zeit, sich über die Hobbyfotografen zu ärgern, zeitweise vergeht keine Sekunde, ohne dass die Blitzerei das Laternenbild stört. Dafür scheint es, dass die meisten Geschäfte und Restaurants dem dringenden Aufruf des Fasnachts-Comités, dieses Mal auch wirklich alle Lichtquellen zu verdunkeln, nachgekommen sind.

Der erste Käsewähe-Duft steigt einem in die Nase und lockt wohl manche Clique zur verdienten ersten Pause. Bereits unterwegs auf der zweiten Runde sind die Giftschnaigge Richtung Schifflände, wo sich der 100-jährige Barbara-Club eine Pause gönnt. Im Petersgraben ist die plötzliche Leere und Stille unheimlich, hier glaubt man kaum, dass die ganze Stadt auf den Beinen ist, um in Fasnachts-Glückseligkeit zu schwelgen. Also schnell in den Heuberg abgebogen, wo bereits wieder der Barbara-Club den Kiebitzen am Strassenrand die Aufwartung macht. Doch halt! So schnell kommen auch die Barbaren nicht vorwärts, es ist ja der Stamm der Lälli-Clique, der zu seinem Jubiläum der gleichaltrigen Cliquen-Kollegin gratuliert, indem er den Barbara-Club darstellt.

Viel zu schnell vergeht die Zeit, schon gilt es, die letzten Minuten Dunkelheit auszukosten, bevor es hell wird und ein wunderschöner Fasnachts-Auftakt zum Ende kommt.