En Ufftaggt, wien en sich alli gwunsche hänn

27. Februar 2007 | Von | Kategorie: Nachrichten

Wer immer das fertig gebracht hat – es war grossartig: Noch eine gute Stunde vor dem Morgestraich goss es aus Kübeln, im entscheidenden Moment jedoch machte der Himmel dicht. Und es blieb trocken, dies bei etwa acht Grad und einem leichten Wind. Aber natürlich mit nicht so vielen Leuten wie auch schon, manch einer hatte einen nassen Auftakt befürchtet und sich gedrückt.

Punkt vier der grosse Moment: Licht aus, Morgestraich, vrrrwärrts, marrsch! Der erste Vers im Stehen, dann wirklich marsch, begleitet von vielen Aah! und Ooh!, belästigt auch von ein paar blitzenden Hobbyknipsern. Und bewundert von oben – am Märtplatz standen die Leute auf den Balkons und hingen an den Fenstern. Und begutachtet von unten, aus nächster Nähe, das Volk stand in drei, vier, fünf Reihen Spalier.

Nomen est omen: Die Märtplatz-Clique marschiert von der Hutgasse her als erste Formation auf. Beim Singerhaus ist der fasnachtsfiebrige, weil jubilierende Dupf-Club (75 Johr) eingestanden, entlang den Tramschienen gehts in Richtung Barfi. Was heisst denn gehts – zuerst einmal stehts, Stau für eine ganze Weile, denn dort wollen offenbar alle hin. Genau gleich ergeht es der J.B.-Clique Santihans. Gegenüber erscheint von der Eisengasse her die Wettstai-Clique mit strammem Schritt, gefolgt von den Basler Zepf Ziri.

Der grosse Platz im Herzen von Basel gehört zunächst den grossen Cliquen. Sie kommen mit den Jungen und den Alten, vorne ein gewaltiger Vortrab, dahinter die Laternen, die Pfeifer und die Tambouren, lange und mächtige Züge. Später spalten sie sich auf, machen die Jungen und die Alten (etwas gemächlicher) ihre eigene Route. Nach dem «Morgestraich» bieten die Cliquen ihr ganzes Repertoire, die City mutiert zu einer riesigen Freilichtbühne.

Und es kommt Bewegung ins Ganze. Vor dem Rathaus defilieren die Aagfrässene, die Rootsheere, die Basler Rolli, die Verschnuuffer, die Alti Stainlemer mit ihrem Markenzeichen auf dem Kopf, den Petrolpfunzeln als Kopfladärnli. Eine sehenswerte Ladärne haben die Opti-Mischte – «Fettnapf dr XVI.», ein Sujet aus Rom. Mittlerweile wagen sich auch kleine Gruppen auf den Märt, müssen aber trotzdem hie und da warten, etwa als die Spale-Clique von der Hutgasse vorstösst – da üben sich auch die Glunggi in Geduld.

Aber kein Problem, die Menge verteilt sich, nicht nur in die Beizen, wo die erste Mählsuppe oder Kääswaie zu sich genommen wird, auch in den Gassen und Gässlein, und in der unteren Freien Strasse gibts gar eine Art Contremarsch. Wie immer einer der belebtesten Fasnachtsknoten ist der Platz vor der Hauptpost, und auch beim Rümelinsplatz gehts munter rauf und runter.

Die Lampe der Breo-Clique erhellt die Fassaden in der Eisengasse wunderbar – kein Wunder, denn das Sujet heisst «Aljoschka strahlt». Andere haben in dieser Beziehung etwas Pech, einige Kopfladärnli respektive Batterien machen schlapp. Bei den Rhy-gwäggi geht gar die Ladärne des Stamm aus, das gleiche Malheur beklagt die Junge Garde der Basler Bebbi.
Kurz nach sechs Uhr die ersten Auflösungserscheinungen, einige müssen bereits an die Arbeit denken, andere stürmen die ersten offenen Läden. Jetzt stört das Licht kaum, nicht so wie zu Beginn des Morgestraich in der Marktgasse, wo drei Scheinwerfer eine Fassade anstrahlten und wo ein Ladengeschäft die ganze Woche geschlossen hat und der Kundschaft eine schöne Fasnacht wünscht, derweil drinnen mehrere Lampen brennen. Oder in der Falknerstrasse oder der Freien Strasse – die Pro Innerstadt hätte da eine kleine Aufgabe.