Ein Fasnachts-Rückblick im April? Ja, das geht. Vorallem dann, wenn der Anlass ein ganz aussergewöhnlicher war. Der Morgestraich vor dem Morgestraich sozusagen. Die Leserinnen und Leser von Basler Fasnacht Online (BFO) erinnern sich: Anfang Februar hatte Pedro Soares, Leiter des Fachdienstes Förderung und Kultur bei der «Gesellschaft zur Förderung geistig Behinderter in Basel» (GFG) eigentlich bereits aufgegeben, den Wunsch der Bewohnerinnen und Bewohner der ingesamt sieben Wohnheime erfüllen zu können – einmal den Morgestraich miterleben.
«Warum kommt der Morgestraich nicht zu uns», fragte der BFO-Artikel – und in der Folge wurde Soares förmlich überrollt: «Neben den bereits fest stehenden Guggemuusigen Stachelbeeri und Märtfraueli haben sich in der Folge auch ‹d Niete›, ‹die Gääle Daggel›, der Fasnachts-Nachwuchs der Wiehlmys, ‹MIR2› sowie Katarina Strebel bereiterklärt, für fasnächtliche Stimmung zu sorgen.» Mit einem solchen Erfolg konnte niemand rechnen – entsprechend musste der BFO-Aufruf mittels Newsletter-Versand am 19. Februar gestoppt werden.
Das Publikum hat den aussergewöhnlichen Anlass am Samstag vor der Fasnacht sichtlich genossen: «Am Anfang hatte ich schon ein wenig Angst, als es dunkel wurde», gibt etwa Verena B., Bewohnerin des Wohnheims Peter-Rot-Strasse zu Protokoll, «aber als ich all die Laternen sah, wusste ich: Es ist Morgestraich!» Doch nicht nur die Kopfladärnli, die Punkt vier Uhr nachmittags – also genau 36 Stunden vor dem offiziellen Auftakt zur Basler Fasnacht – den Burgfelderhof erleuchteten, vermochten zu verzaubern, auch aktives Mitmachen war angesagt: «Toll, dass ich mit der Gugge mitlaufen und auch mitspielen durfte», erzählt Dominique D. vom Wohnheim Birmannsgasse mit breitem Lachen. Und Yvonne D. vom Wohnheim Angensteinerstrasse bringt es auf den Punkt: «Alles hat mir gefallen – das Fest war wunderschön und hat riesigen Spass gemacht.» Einer Wiederholung im kommenden Jahr scheint eigentlich nichts im Wege zu stehen. Wie beim «grossen» Morgestraich also.
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