Ein musikalisches Feuerwerk im Räppli-Varieté

3. Februar 2003 | Von | Kategorie: Nachrichten

1980 ging die erste Räppli-Serenaade über die Bühne. Initianten waren die Harlekin, die auch heute noch das Patronat innehaben. Seit 1981 wird im Zwei-Jahres-Rhythmus gespielt. Die Grundidee, eine Vorfasnachts-Veranstaltung zu machen, bei der qualitativ hochstehende «Fasnachtsmusik» mit kleinem Rahmenprogramm dargeboten werden soll, ist bis zur jetzigen zwölften Ausgabe strikt beibehalten worden.

Die Harlekin als «Gastgeber» eröffnen den Abend mit einem wunderschön vorgetragenen «Nunnefirzli». Gelungen auch ihr Auftritt mit «Signale». Als Soldaten gekleidet, spielen sie den Generalmarsch, Sammlung und Zapfenstreich. Dabei stehen vier Tambouren auf der Bühne, die Pfeifer stellen sich vor der Bühne auf. Der Abmarsch erfolgt mit dem Fahnenmarsch. Auch die Bajass-Clique besticht mit einem sauberen «Isch d’Zyt scho do?», in dem das bekannte Volkslied variiert wird. Ein wahres Feuerwerk – sowohl musikalisch als auch optisch – entzünden sie dann mit «Füürwäärg». Neun Feuerwehrleute entlocken ihren Piccolos lodernde Töne, während am Bühnenrand und auf ihren Helmen kleine Vulkane Feuer speien. Ein pfeiferisch besonderer Leckerbissen ist «dr Spaalebärg», vorgetragen von den Barfiessler. Die vierzehn barfüssigen Mönche – einer trägt sogar einen Heiligenschein – ernten auch den verdienten Applaus.

Seit einigen Jahren vertritt die Jungi Naarebaschi den Fasnachts-Nachwuchs an der Räppli-Serenaade. Als kleine Monster beweisen die Tambouren mit «Gremlins», dass sie ihre Streiche fleissig geübt haben. Ins Joggeli versetzen sie dann die Zuschauer mit den «Magic Kids». Gekleidet als rot-blaue FCB-Fans russen sie mit Trommelschlegen und Händen so fantastisch wie ihre Vorbilder in der Champions League «schutten». Eigenwillig dagegen die «Double Fantasy», die sie zusammen mit den Harlekin vortragen. Die Rhythmus-Komposition mit Tambouren, Bongos, Pauke, Hi-Hat und diversen kleinen Rhythmus-Instrumenten verlangt volle Konzentration. Zusammen mit den etwas diskret tönenden Pfeifern bringen sie noch eine saubere «Route-Symfonie».

Nicht fehlen dürfen in der Räppli-Serenaade die Basler Wält-Ur-Uff-Fiehrige, kurz BWUUF genannt. «Probiers mal mit Gemütlichkeit» wurde von Dorothée Anderegg speziell für die Pfeifer der Jungi Naarebaschi geschrieben. Begleitet von Klavier, Bass und Schlagzeug tragen sie das swingende Stück gekonnt vor. Schwieriger zu pfeifen ist «dr Husar». Doch die Harlekin haben keine Mühe damit. Lustig die «Basler Fasnachts-Hitparade», ein vierstimmiges Piccolo-Arrangement von Walter Zandona für die Barfiessler. Vierzehn blonde, geklonte Sänger spielen als Heino Band vom schwarzen Zigeuner, von Berg-Vagabunden und dem ach so blauen Enzian. Dirigent ist «Mosi» Moshammer mit seinem kleinen Hund.

Die vier Mihlireedli entführen als Erste nach Schottland. Ihr sauber vorgetragener «Edinburgh» basiert auf dem Thema «Sky Boat Song». Eine intime Formation der Schotte-Clique greift das Thema auf. Vier Dudelsack-Pfeifer, unterstützt durch Trommeln, spielen in schottischem Nebel das «Schottisch Uffegumperli». In Grossformation intonieren sie dann schaurig-schön den «Ghost» – und in ihren traditionellen Kostümen «Sailing/Walking On Sunshine» in echtem Big-Band-Sound.

Humorvoll bi-instrumental, mal trommelnd, mal pfeifend, parodieren die Bajass-Clique und d Mihlireedli den bekannten Trommelmarsch «dr Grien Hund».
Und die Lacher auf ihrer Seite haben die Mihlireedli mit der auf dem General Guisan-Marsch basierenden «Armee XXI». Dies dank einer herrlich gespielten Figur des Soldat Läppli.

Im Rahmenprogramm treten David Schoenauer und seine Assistentin Marlies, alias Gwendolyne, mit kurzen Varieté-Nummern auf. Die räppliwerfende «lebende Umbaupause» muss etwas oft durch das Gartentor treten . Auch sind einzelne Sequenzen zu lang. Schoenauer brilliert dafür als Feuerschlucker – und das gemeinsame «Concerto grosso» mit Akkordeon und singender Säge erhält den verdienten Applaus.