An der diesjährigen Generalversammlung der IG-TPG trat Charlotte Moser nach zwölf Jahren als Obfrau zurück. Da kein Nachfolger gefunden wurde wird nun schriftlich an die Obleute appelliert, sie sollen sich überlegen wer das Amt des Obmannes oder der Obfrau übernehmen wolle. Sollte sich niemand bereit erklären, dann droht laut Art. 77/2 ZGB die Auflösung der IG.
Am 26. März 1999 schlossen sich im Keller der Vertschubblete 21 Gruppen zur Interessengemeinschaft Tambouren- und Pfeifergruppen (IG-TPG) zusammen. Gegründet wurde die IG auf Anregung von Alex Fischer, dem damaligen Comité-Obmann. Denn bis zu diesem Zeitpunkt gab es nur Interessengemeinschaften bei den Guggenmusiken (seit 1951), den Wagencliquen (1974) und den Chaisen (1991). Zweck der IG-TPG ist laut Statuten «die Fasnacht in echt baslerischem Geist und Witz durchzuführen» (Art. 2.1.), sowie die Vertretung der «allgemeinen Interessen der einzelnen Gruppen vor dem Fasnachts-Comité, anderen Fasnachtsgesellschaften und den Behörden» (Art. 2.2.).
Das Fasnachts-Comité begrüsste die Idee der Neugründung. So waren mit Urs Bucher, Felix Escher und Hans Gebhardt gleich drei Comité-Mitglieder an der Gründungsversammlung anwesend. Auch Basler Fasnacht Online war dazu eingeladen und berichtete seither in mehreren Artikeln über die IG (siehe «Die IG-TPG in der Presse» in Info unter www.ig-tpg.ch).
Zur Obfrau gewählt wurde damals Charlotte Moser (Doopesuuger). An der diesjährigen Generalversammlung legte sie nun ihr Amt nieder. «Ich mache das seit zwölf Jahren. Und einmal muss Schluss sein. Ich werde also das Amt nicht mehr weiterführen», erklärte Moser im Juni gegenüber Basler Fasnacht Online. Doch bis heute wollte sich niemand als Nachfolger zur Verfügung stellen. Daher ergeht an die Obleute aller 24 Gruppen ein schriftlicher Appell, jeder von ihnen solle sich noch einmal überlegen, ob er das Amt übernehmen könnten. Dies sind die Ainsame, d Bâloinese, Bâsilissge, Stadtpfyffer +, Basler Zyschtigs-Gsellschaft, Costumefratzen, Dissonänzler, Doopesuuger, Duschuurli, Gniesser, Guufegnepf, Luuskaibe, die Maischterlose, Mutze-Bebbi Bärn, d Niete, d Querschleeger, Räppli, Rippezwigger, Schnabelgässler, d Schnurepfluderi, Spinner-Clique, die Taktloose, VAF-Clique Viertel ab Frytig und die Vertschubblete.
Laut Moser gab es in der IG nie Schwierigkeiten, alles sei immer Bestens gelaufen und fügt an: «Deshalb ist es auch sehr schade, dass wir die IG nicht aufrecht erhalten können, wenn sich niemand meldet». Wenn das tatsächlich eintreffen sollte, dann muss die IG aufgelöst werden. Denn «Artikel 77, Absatz 2» im ZGB schreibt vor: «Die Auflösung erfolgt von Gesetzes wegen, wenn der Verein zahlungsunfähig ist, sowie wenn der Vorstand nicht mehr statutengemäss bestellt werden kann».
Am Freitag, 5. August gingen nun die «Einladung zur ausserordentlichen Generalversammlung der IG-TGP» an die Obleute raus. Diese findet am Donnerstag, 20. Oktober 2011 um 20 Uhr im Restaurant Rheinfelderhof statt. Dort werden folgende Traktanden behandelt:
- Auflösung der IG-TPG
- Bestimmen, welche Institution den Restbetrag aus der Kasse erhält.
«Schade, dass es soweit kommen muss», so beginnt Moser. Doch sie gibt die Hoffnung noch nicht auf und fügt gleich an: «Falls sich doch jemand aus Eurem Kreis sich für das Amt der Obfrau/mann entscheiden könnte, meldet mir das bitte bis 29.9.2011, dann könnten wir am obigen Datum die Wahl und die ord. GV durchführen. Wenn wir niemand finden, wird die IG-TPG aufgelöst.»
Ebenfalls am Freitag wurden das Fasnachts-Comité und die Verkehrskommission per Mail über den aktuellen Stand orientiert.
Wie geht es wohl weiter? So oder so, wir bleiben auf alle Fälle am Ball und berichten darüber.



