Die Fasnacht ist ein sprudelnder Quell in der Regio TriRhena. Was aber macht die Fasnacht aus? Woher kommt sie? Und wie hat sie sich im Laufe der Zeit hier in der Region entwickelt, verändert, angepasst? Die trinationale Ausstellung «Verrückte Regio en folie» in der Schweiz, Deutschland und Frankreich will gemeinsame und unterschiedliche Fasnachtstraditionen diesseits und jenseits des Rheins zeigen und und so den Besuchern die Fasnacht des Nachbarn näher bringen. Als bleibendes Element über die Ausstellung hinaus ist nun ein Buch mit dem Titel «Fasnacht – Fasnet – Carnaval im Dreiland» erschienen.
«Es gibt mehr Bücher über die Fasnacht, als es Einträge im Rädäbäng hat», so Herausgeber Dominik Wunderlin, Kulturwissenschaftler und Leiter der Abteilung Europa im Basler Museum der Kulturen an der Vernissage. Doch meist sind sie auf eine spezielle Region bezogen. Die Menschen am südlichen Oberrhein leben in einem Paradies, begrenzt durch Jura, Schwarzwald und Vogesen. Sie verbindet eine gemeinsame Landschaft und eine gemeinsame Kultur. Doch wie wirkt sich das auf die Volksbräuche und vor allem die vielfalt der Fasnachtsbräuche aus? Wie unterscheidet sich die Fasnacht im reformierten Markgräflerland von jener im katholischen Breisgau? Wo sind Gemeinsames und Trennendes der Fasnacht in Basel, Freiburg, Lörrach und Mulhouse? Vierzehn Autoren aus dem Dreiland haben sich an die Beantwortung dieser Fragen herangewagt.
Die einzelnen, reich illustrierten Beiträge berichten über alte Bräuche und bieten Vergleiche zu den verschiedenen lokalen und regionalen Ausprägungen der Fasnacht. So erfahren Chauvinisten, welche immer genau wissen, was Basler Fasnacht ist und was nicht, dass vermeintlich uralte Traditionen neuerne Datums sind. Im 19. Jahrhundert war die Fasnacht stark vom rheinischen Karneval beeinflusst. Im Beitrag «Prinz Karneval im Grenzland, Streiflichter auf 200 Jahre Fasnacht in Basel, Lörrach und Mulhouse» ist zu ersehen, dass man 1853 eine «Carnevals-Aktie» der Basler Narrhalla erweben konnte. Bis 1911 gab es in Basel an der Fastnacht sogar einen Prinz Karneval, und man konnte noch ungeschoren von Fasching reden. Auf fünfzehn Seiten mit wunderschönen Bildern wird die heutige Fasnacht in «Die Basler Fasnacht – Eine Stadt im Rausch der Farben und Töne» beschrieben. Doch auch «ein Blick über den Tellerand hinaus» auf Fasnacht, Fasnet und Carnaval ist mehr als lohnenswert.



