Einen wunderbaren Abend durften rund 200 Gäste im Fauteuil anlässlich der Premiere des diesjährigen Pfyfferli geniessen. Dem Ensemble, rund um Caroline Rasser, gelang es die guten Texte amüsant, verschmitzt und wenn gewollt melancholisch auf die Bühne zu bringen. Die Piccoloformation mit dem „Hofnaar“, dem „Altfrangg Pianissimo“ mit unterstützenden Pianoklängen und einem rassigen „Saggado“, bei welchem auch die Tambouren ihre Trommelkünste unter Beweis stellen konnten, sorgten für die Fasnachtsklängen. „Die Verschiffte“ und im zweiten Teil „dr Peperoni“ durften das Premierenpublikum mit ihren Versen zum Lachen bringen, wobei die Erstgenannten eine etwas unorthodoxe Variante wählten. Das Pfyfferli 2012 wurde von den Gästen frenetisch gefeiert und die Protagonisten mit lang anhaltenden Ovationen bedacht.
Im Prolog entsteigen 6 traditionelle Fasnachtskostüme (Ensemble) einer „Goschtymkischte“ und beschweren sich lauthals, über die unkonfortable Unterbringung in derselben. Mit dem Bewusstsein bald wieder Fasnachtsluft schnuppern zu dürfen, haben sie ihre Sommerlethargie jedoch schon bald abgelegt und freuen sich gemeinsam auf „die drey scheenschte Daag“.
Nachdem 7 Piccolovirtuosen eine wunderbaren „Hofnaar“ auf die Bühne gezaubert haben, konnte das Ensemble die bauliche Verschandelung des Spaalebärg thematisieren. Mit der Hoffnung, dass diese Bauarbeiten bald ein Ende finden und die Besucherinnen und Besucher gefahrlos ins Fauteuil gelangen können, endete dieses musikalisch vorgetragene Rahmenstück.
Y suech e Frau! – Wo isch dä Maa?
Eine Fasnachtsliebschaft, welche mit einer fehlenden Batterie, vergessenen Vornamen, einem verschlafenen Rendezvous, Liebesbezeugungen, Liebeskummer und Zukunftsängsten begann, sollte die Besucher in 3 Akten zu einem Happy End führen. Gilles Tschudi alias Dino oder Gino oder… als trommelnde Alti Dante, welcher kein Licht aufgeht und Caroline Rasser als Sousaphon eintonbäserin alias Anita, Jeanine spielen hierbei das suchende Paar.
„Im Faasnachtsparadyys“ zeigt eine in die Jahre gekommene Piccolo pfeifferin, welche in der Vergangenheit schwelgt und ihren verstorbenen Mann und stolzen Tambourmajor zur Fasnachtszeit vermisst. Hierbei entsteht ein überirdisches Duett mit Colette Greder und Peter Richener. Herrlich die Idee und die Melodie lädt zum Träumen ein. Leider war die Stimme von Peter Richener über die Lautsprecher etwas übersteuert, was Colette Greder auf der Bühne etwas untergehen liess.
„Die Verschiffte“ ganz untypisch ohne Larve und noch untypischer in Badener Dialekt präsentierten sie ihre gesanglichen Künste, welche jedoch für sie wiederum Typisch sind. Ein musikalischer Leckerbissen und einer der Höhepunkte des ersten Teils. Leider geht aber bei dieser Art von Darbietung ein weiteres Stück der Anonymität unserer „Schnitzelbänggler“ verloren.
Ein amüsanter Sketch mit dem werdenden Vater (Roland Herrmann) und einer Arztgemahlin (Salomé Jantz) sorgte in der Folge für amüsantes Gekicher und grosse Lacher. Ein Verwirrspiel rund um die emanzipierten Männer, welche möglicherweise Fähig sind auch Kinder zu kriegen.
„ Draum vomene Schue“ war vornehmlich wegen der kreativen Choreographie sehenswert. Rund um den Schuhwahn unserer Frauen drehte sich dieser Programmpunkt, bei welchem Peter Richener jedoch ebenfalls eine gute Figur abgab.
„Guet beschiirmt“ hiess es nach der Pause. Das Ensemble brachte hierbei die Thematik rund um den Euro, Unterstützungen für Bankrotte Staaten und den Rettungsschirm. Danach beschwerte sich Peter Richener über die Unsitte der Begrüssungsschmatzer. „Rächts oder Linggs?“ fragt er sich hierbei. Zwei oder drei und womöglich sogar auf den Mund. Ein amüsanter Monolog in breitestem „Baaseldytsch.“ Alsdann folgte die zweite Episode der Fasnachtsliebesgeschichte zwischen Dino oder Gino und Anita, Jeanine.
Colette Greder wie sie leibt und singt: „äntlig widr Moorgestraich!“ heisst ihr Solochanson, welches sie in bestechender Manier, melancholisch aber auch stark und klar in die Reihen schmettert. Wunderbar anzuhören und sicherlich einer der Höhepunkte im zweiten Teil.
Im Anschluss daran durfte dem Happy End der Fasnachtsliebschaft beigewohnt werden. „E Gugge und e Tambour het sich doch no gfunde“.
Mit „em Peperoni“ folgte nun der zweiter Schnitzelbangg. Dieser wie gewohnt mit Kostüm, Larve, Helge und Handörgeli. Gelungen waren seine Verse und spätestens jetzt dürfte auch der künftige Altregierungsrat Hanspeter Gass aufgewacht sein.
Eine Wahlveranstaltung im Altersheim führte in der Folge zu heiterem Frohsinn im Publikum. Verantwortlich war dafür eine ältere Dame, welche laut über den Tod und dessen Folgen nachgedacht hat. Wirklich witzig umgesetzt, was immer wieder zu lautem Gelächter angeregt hat. Die dabei vorkommende Hand eines Politikers hat ebenfalls seinen Teil dazu beigetragen und die Politprominenz im Saal konnte sich allenfalls selber wieder erkennen.
Ein rassig vorgetragener „Saggado“ wies die Premierenbesucherinnen und Besucher darauf hin, dass sich das Programm dem Ende entgegen neigt. Nun schloss der Epilog – Ab uff d’Gass das Pfyfferli 2012 ab. Bevor es zurück in die „Goschtymkischte“ geht, freuen sich alle auf die bevorstehende Basler Fasnacht.
Das Pfyfferli 2012 hat gehalten, was es versprochen hat. Die Fasnachtsmärsche wurden sauber vorgetragen, die Texte vom tollen Ensemble wunderbar umgesetzt und die Schnitzelbänggler überzeugten gesanglich und/oder mit ihren Versen. Diejenigen, welche im Besitze einer Eintrittskarte fürs Pfyfferli 2012 sind, dürfen sich freuen. Sie erwartet ein sehr kurzweiliger Abend.
Für die 60 Vorstellungen sind alle Ticketts ausverkauft.
Mehr Bilder von der Premiere findest Du in der Pfyfferli 2012 Galerie.



