Dupf-Club: Gefeiert wird mit Pfauenfeder

21. Januar 2007 | Von | Kategorie: Nachrichten

Wenn am Abend des Fasnachtszyschtigs eine Horde schöner Pierrots im violett-gelben Kostüm mit goldener Trommel vor dem Hotel Basel vorbeizieht, wissen eingefleischte Fasnächtler: Der Dupf-Clubist wieder unterwegs.

Bei diesem Rundgang wird von Seiten der Zuschauer jeweils kräftig gegen die «eitlen Pierrots» intrigiert; gerade deshalb drehen die Dupf-Mitglieder am liebsten gleich noch eine zusätzliche Runde um den Fasnachtstempel. Denn auf ihr seit den 50er-Jahren gepflegtes Markenzeichen ist die Clique bis heute stolz: Die Tradition besagt, dass jeder Pierrot am Dienstagabend vor dem «Gässle» im Cliquenkeller am Pfeffergässli seine echte Pfauenfeder fassen muss, die ein hochverdientes Cliquenmitglied während Jahrzehnten aus dem Nahen Osten mitbrachte. Dieselbe Feder soll laut Reglement frühmorgens wieder abgegeben werden. Klar, dass sich eine ebenso lebendige Tradition entwickelte, bei der die Cliquenmitglieder keinen Aufwand scheuten, das schöne Accessoire heimlich zu entwenden.

Seit jeher wird beim Dupf- Club die Geselligkeit gross geschrieben, was angesichts der Gründungsgeschichte nicht überrascht: Die ersten Jahre der Clique, deren Name im Sinne von «Dupfe», also sowohl als Trommelschlag wie auch als Ausspielen des Sujets zu verstehen ist, waren nicht einfach: Nach der Gründung im Restaurant Hopfenkranz anno 1932 hatte der Dupf-Club an den Folgen der Wirtschaftskrise und der grassierenden Arbeitslosigkeit zu kämpfen. Damit Geld in die Kasse floss, veranstalteten die findigen Mitglieder eine Vielzahl von Feld-, Wald- und Wiesen-Festen. Nach den schwierigen Kriegsjahren, in denen die Fasnacht auf das «Drummeli» im Küchlin beschränkt blieb, wurde der Dupf-Club1946 von neuen Mitgliedern überrannt – mit dem unschönen Ergebnis, dass im nächsten Jahr zwanzig Mitglieder geschlossen zum Barbara-Club übertraten.

Davon liess sich der Dupf- Club aber nicht entmutigen. In den 50er-Jahren landete die Clique einen Coup, der sich sehen liess: Mit der Übernahme des Cliquenkellers am Imbergässlein 22 – heute Teil des Pfeffergässleins – eroberte der Dupf-Club als eine der ersten Cliquen das Herz von Frau Fasnacht und schuf sich einen exzellenten Ruf als Gastgeber rauschender Feste, der dem Dupf bis heute vorauseilt. Zwar wurde die Freude zeitweilig durch die Feuchtigkeit des Kellers getrübt – der anhaftende Modergeruch geriet gar zum ständigen Begleiter – und 1956 erschwerte der Brand des Lagerhauses am Nadelberg die Nutzung. Doch wer heute den Cliquenkeller betritt, spürt sofort das Herzblut, das im Dupf-Lokal steckt. Kein Wunder, dass der Dupf zu den fünf Mitbegründern des Kellerabstiegs gehört! «Der Keller ist quasi mein Wohnzimmer geworden», schmunzelt Obmann Robi Schärz über die vielfältige Nutzung des Lokals als Übungsraum, Sitzungszimmer und Gastwirtschaft. Ein Kochplan sorgt dafür, dass die Mitglieder nach den Übungen noch bis spät in die Nacht gemütlich beisammen sitzen.

Wer zum Dupf-Club gehört, darf kein «Plastiksack-Fasnächtler» sein, der vor dem Morgestraich sein fertiges Goschdym abholt: «Bei uns lautet die Devise: Do it yourself», erklärt Schärz. An den Fasnachtsvorbereitungen ist die ganze Clique beteiligt. In Eigenregie fertigen die 80 Stamm-Mitglieder inklusive Tambourmajor ihre Larven und Goschdym an, wobei Originalität und Kreativität hochgehalten werden. Die enge Verbindung des Stamms zur 1936 gegründeten jungen Garde und der 35- jährigen Alten Garde zeigt sich auch im Jubeljahr: Nach dem letztjährigen Fasnachts-Highlight «Adie Hülftenschanz», als der Dupf gemeinsame Sache mit der Liestaler Rotstab-Clique machte, steht das 75-Jahr-Jubiläum ganz im Zeichen des Cliquenzusammenhalts.

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Zukunftskommission mit Weitblick

Vielen Fasnächtlern ist gar nicht bewusst, dass die heutige Männerclique früher an vorderster Front für den Einbezug der Frauen gekämpft hat. Als eine der ersten Cliquen nahm der Dupf-Club nämlich ab 1937 Frauen und Mädchen als Pfeifer auf. Dies trug den Vorkämpfern einige Scherereien ein: So schlug der Dupf-Club 1943 Krach, weil am Bryyspfyffe keine Frauen zugelassen waren. Als Reaktion wurde die Clique ein Jahr später nur am St.Jakobsfest zugelassen, falls sie ohne weibliche Beteiligung spielen würde. Die Gehässigkeiten gipfelten im Ausschluss der Clique vom grossen Unifest 1960. Seit 1968 nimmt der Dupf-Clubnur noch Männer auf. Seither wurde die «Frauenfrage » zwar immer wieder ausführlich diskutiert, doch jeweils zugunsten der Männerclique entschieden. Um das Nachwuchsproblem, das die meisten Männercliquen beschäftigt, aktiv anzugehen, hat der Dupf-Club mittlerweile eine «Zukunftskommission» eingesetzt, die unter anderem ein «Götti-System» eingeführt hat, gemeinsame Marschübungen durchführt und eigene Instruktoren aus dem Nachwuchs rekrutiert.

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