Drummeli 2011: Viel grossartige Fasnachtsmusik und ein Schyssdräggziigli als roter Faden

7. Februar 2011 | Von | Bilder: Dennis L. Rhein | Kategorie: Top-Thema, Nachrichten

Unter dem Titel «Programm und Raamestiggli des Drummeli 2011» lud das Fasnachts-Comité zu einer Medienorientierung in den Keller vom Ramsteiner Hof. Der rote Faden, welcher 2009 mit den Stroosewischern begann und letztes Jahr mit dem Archäologieprofessor fortgesetzt wurde wird auch am neuen Ort beibehalten. Diesmal ist es ein Schyssdräggziigli. Neu wird der 30-köpfige Chor «Syndicats» das Programm bereichern.

Nach 18 Jahren im Grossen Festsaal der Messe Basel spielte die Monstre Trommelkonzerte, vulgo Drummeli dieses Jahr erstmals im Musical Theater, also in einem echten Theater mit der entsprechenden Atmosphäre und einer hervorragenden Akustik. Gespannt sein darf man auf die Cliquenauftritte.

Für's Drummeli verantwortlich: Adrian Kunz

Für's Drummeli verantwortlich: Adrian Kunz

Wie der Drummeli-Verantwortliche Adrian Kunz mitteilte haben sich die 20 Cliquen wieder gewaltig ins Zeug gelegt. «Wir werden sehr verschiedene Auftritte sehen, sowohl musikalisch als auch optisch. Es hat ein paar klassische Märsche dabei, aber auch zahlreiche Neu- und Eigenkompositionen wie zum Beispiel Medleys. Das verspricht für Augen und Ohren einen Hochgenuss», verriet Kunz. Da das vergangene Jahr reichhaltig an Themen war darf man sich auch auf die Auftritte der Schnitzelbänke freuen. Dieses Jahr sind es der Comitébank «Fäärimaa» und erstmals seit Jahren wieder der «Drummelibank», welcher nur am Drummeli auftritt. Die Spezies der Guggenmusiken vertreten die «Schänzli-Fäger» und die «Glaibasler Schränz-Brieder». Wie es tönt, wenn eine Guggenmusik zusammen mit einem Chor auftritt, das kann man nur am Drummeli erleben.

Regisseur Michael Luisier

Regisseur Michael Luisier

Für Drummeli-Regisseur Michael Luisier ist die Basler Fasnacht archaisch, mystisch, fantasievoll und spontan. Dabei orientiert er sich an Bildern aus den 20er Jahren. «Fasnacht ist, wenn man den Kittel vom Onkel nimmt, ihn wendet und so in die Stadt geht», erklärte Luisier. Und so soll sch auch das Schyssdräggziigli präsentieren, welches als roter Faden durchs Programm führt. Es besteht aus fünf Fasnachtsfiguren und einem Zuschauer. Die sechs machen sich Gedanken über das allgemeine Klima in Basel, die ständigen Querelen zwischen Stadt und Landschaft, den Wirbel um die neue Basler Rechtschreibung, Ueli Maures beste Armee der Welt, die ständigen Umstrukturierungen in der Arbeitswelt und vor allem über die Fasnacht als geeignetes Gegenmittel gegen all das. Unter der Leitung von Luisier gaben die Schauspieler in kurzen Ausschnitten einen kleinen Einblick in das, was die Zuschauer erwartet – ohne jedoch die Schlusspointen zu verraten. So sang ein Bürger von heute zur Melodie «let it be» unter dem Motto «loss e sy» wie er seine Stadt sieht, das Neue Baseldeutsch Wörterbuch verleitete zur Frage, ob der Apfel nun Epfel oder Öpfel heisst. Dann leitete das Ziigli spielerisch über zur «Armee 2011». Bei einem Manöver wird Bundesrat Ueli Maurer von einer Fernsehreporterin gefragt, ob die Schweiz mit einer auf 100 Soldaten reduzierten Armee überhaupt verteidigt werden könne. So spielerisch sollen dann auch alle Übergänge sein, denn, so Luissier, «es gibt keine Rahmenstücke, sondern nur Höhepunkte». Und nach langen Jahren der Abstinenz können im Musical Theater auch die einst so beliebten Balkonszenen wieder aufgenommen werden.

Die Gesamtdauer des Drummeli beträgt rund drei Stunden. Im Musical Theater gibt es keine schlechten Plätze. Sicht und Akustik sind auf jedem Platz gut. Das Theater ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar, es hat aber auch Parkplätze direkt vis-à-vis vom Theater. Gluschtig gmacht? Bis heute wurden «nur» 85 Prozent der Tickets verkauft. Wer sich also sputet kann noch am Drummeli 2011 dabei sein. Tickets gibt es noch auf www.drummeli.ch oder beim Fasnachts-Comité am Blumenrain 16.