Kommen wir zuerst zu den (fasnachts-)musikalischen Auftritten vor der Pause: Die Aagfrässene übernahmen das Thema des ersten «Rahmestiggli» (Revolution: Das Drummeli begann mit einer solchen!) und intonierten «Die ganz Neye Glaibasler», das heisst, den Marsch mit Migrationshintergrund in Form von orientalischen Zwischentönen und einem Bauchtanz.
Einer der absoluten Höhepunkte des ersten Teiles stellte der Barbara Club dar, der unter dem Titel «Schwyzer Hitsalat» eine musikalisch anspruchsvolle und gleichzeitig humorvolle Anlehnung an «Die grössten Schweizer Hits» ablieferten.Von Ruedi Rymann über Gotthard bis zu «Swiss Lady» von Pepe Lienhardt wurde so ziemlich alles gepfiffen und getrommelt – und zwar gut.
Sehr originell präsentierte sich auch die Trommel- und Pfeiferschule, die dieses Jahr von den Jungi Pfluderi gestellt.wurde. Sie zeigten ihr Können zu Film-Sequenzen aus dem «Dschungelbuch», was zwar eine feine Mischung aus Ton und Bild ergab, aber den Nachteil hatte, dass kein Mensch mehr auf die jungen Musizierenden schaute.
Nicht ganz kapiert hat der Schreibende das Konzept hinter dem «Schuelhysler»-Auftritt der Rootsheere. Da wurden zuerst – allerdings sehr melodiös – Kinderlieder auf Blockflöten geblasen, bevor seeehr kurz Märsche, unter anderem die «Pfyffer-Retraite», angespielt wurden. Eine grossartige Choreographie brachten dafür die Seibi mit «Alte Kameraden» auf die Festsaal-Bühne. Im Hintergrund die Kreml-Mauer, wurde ein postkommunistischer Zug aus Bäuerinnen, Arbeitern und Sportlern so inszeniert, wie man das aus UdSSR-Zeiten von Spartakiaden kannte.
Äusserst originell kamen weiter die Basler Bebbi daher, auch wenn man dies am Anfang nicht ahnen konnte. Da wurde brav ein «Glopfgaischt» musiziert, aber plötzlich fielen Kostüme und Larven – und die Clique verwandelte sich in Chor nebst Sänger, die mit Marius Müller-Westernhagen die Freiheit forderten, die ihrer Ansicht nach an der Fasnacht fehlt.
Die schrägsten Töne im ersten Teil stellten die Jeisi Migger, die sich mit den Orginal Chnulleri um den Titel der ältesten Guggenmusik streiten und bewiesen, dass sie alles andere als alt sind. Etwas alt sahen dafür die Pfeifer der Märtplatz aus, die beim «Basler Marsch» nicht allzu viele Töne trafen. Viel besser waren da d Wiehlmyys mit einem schmissigen «Saggodo». Den ersten Teil beschlossen ebenso rasant die Die versoffene Deecht mit einer Basler Uraufführung namens «Long Way».
Soweit die wie immer grossartige Cliquen-Schau. Nun zu den Wortbeiträgen. Als gewohnt sicherer Wert präsentierte sich der Schnitzelbangg Singvogel. Und die Neuerung, statt der vielen «Blacks» einem «Ansager» die Überleitungen zwischen den Nummern anzuvertrauen, hat voll eingeschlagen. Herrlich, wie der aus dem «Charivari» bekannte Marcel Mundschin die Pointen trocken und lakonisch setzt. Aber auch bei den «Rahmenstiggli» gab es in diesem Jahr nicht nur so viele wie noch nie, es gab auch so viel zu lachen wie selten zuvor. Mehr darüber im Bericht des zweiten Teils.
Mehr Informationen:
Berichterstattung Drummeli 2. Teil
Impressionen vom Drummeli 2010 in der BFO-Fotogalerie



