Er wird hohe Wellen werfen – wenn auch keine musikalischen, der Entscheid, den die Verantwortlichen von Radio DRS in aller Stille getroffen haben: Radio DRS 1 wird die zweite Wiederholung des Fasnachts-Querschnitts nicht mehr übertragen, stattdessen ist diese Sendung künftig nur noch auf «DRS-Musikwelle» zu hören.
Michael Luisier, der seit drei Jahren bei Radio DRS die Sendung über die Basler Fasnacht betreut, bestätigte gestern auf Anfrage, was vor wenigen Tagen in einer längeren Mitteilung auf www.persoenlich.com lediglich in einer Klammerbemerkung zu lesen war. Zum «Ausbau der Informationssendungen» ab Frühjahr bei DRS 1 hiess es dort nämlich, dass Luisier bei der neuen Hörbuchsendung als Moderator und Redaktor arbeiten werde. Und weiter: «Er betreut wie bisher die Sendung über die Basler Fasnacht (neu auf DRS-Musikwelle)». Luisier erklärte gestern dazu: «Die Zweitwiederholung des Fasnachts-Querschnitts, die bisher am Mittwoch in der Woche nach der Fasnacht auf DRS 1 ausgestrahlt worden ist, wird neu am Samstag in der Fasnachts-Woche als Erstwiederholung auf der Musikwelle gesendet.»
Kollision mit Satiresendung
Als Grund für diese Verschiebung nennt Luisiers Vorgesetzter, Fritz Zaugg, Leiter Abteilung Hörspiel und Unterhaltung, zum einen «die allgemeine programmliche Strategieveränderung bei DRS 1, nach der die Volksmusik-Programme auf der ‹Musikwelle› ausgestrahlt werden». Und in diesem Rahmen passe die Basler Fasnacht eben besser zur Musikwelle.
Es ist nicht das erste Mal, dass DRS1 in Sachen Basler Fasnacht einen Rückzieher macht. Der Fasnachts-Querschnitt wurde in früheren Jahren jeweils am Freitag nach der Fasnacht auf DRS1 gesendet. Als der Freitags-Sende-Termin aber mit der Berichterstattung über die Eishockey-Spiele der National League A kollidiert wäre, wurde vor etwa zehn Jahren entschieden, den Fasnachts-Querschnitt künftig auf DRS 2 inklusive Wiederholung am Sonntag zu senden. Immerhin verblieb dann für die Stammhörer von DRS 1 noch der Mittwoch in der Woche nach der Fasnacht. Das freute vor allem jene, die in der Fasnachts-Woche in den Skiferien weilten, die DRS 2-Sendungen verpassten und so dennoch in den Genuss fasnächtlicher Klänge und träfer Schnitzelbängg kamen.
Weil sich DRS 1 von Frau Fasnacht verabschiedet, ist damit nun Schluss. Selbst im Wissen, dass «DRS-Musikwelle» von weniger Hörerinnen und Hörern verfolgt werden kann, bedeutet der Rückzug des ersten Programms aus dem fasnächtlichen Geschehen für Fritz Zaugg keine Qualitätseinbusse. Den Baslerinnen und Baslern könne man sagen, «dass der Querschnitt auf DRS 2 sowie auf der Musikwelle insgesamt drei Mal ausgestrahlt wird. Das machen wir sonst mit keiner Sendung. Wer ihn also hören will, der kann ihn hören. Der Querschnitt ist im internen Vergleich übrigens eine sehr aufwendige und teure Sendung, die mit grossem Engagement von DRS 1 produziert wird.»
Andere Sicht der Fasnächtler
Die Fasnächtlerinnen und Fasnächtler freilich sehen dies etwas anders. Felix Rudolf von Rohr, Obmann des Fasnachts-Comités, spricht klar von einem «Abbau». Der Entscheid zeige deutlich, dass die Basler Fasnacht vom Schweizer Radio nicht sehr geschätzt werde. «Und das finde ich schade».
Für Vloggy Strohm, einen der Initianten von «Basler Fasnacht Online» und an der Fasnacht als aktiver Tambour auf der Gasse, bedeutet der Entscheid von Radio DRS1 «eine Abwertung der Basler Fasnacht».
Noch knapper und pointierter drückt sich Comité-Mitglied Urs Weiss aus. Als der Drummelichef und Tambour bei der «Rätz-Clique Alti Garde» erfuhr, dass der Fasnachts-Querschnitt künftig auf «DRS-Musikwelle» gesendet werde, meinte er lakonisch: «Sauguet, also dert, wo niemerts loost»…



