Dr Stroossewischer-Superstar kloont d Kolleege wunderbar

3. März 1998 | Von | Kategorie: Nachrichten

Wären wir Basler nicht so zurückhaltend, hätten die beiden Stroossewischer am Montagabend im Theater für ihren Vortrag eine «Standing Ovation» erhalten. Die beiden Bänkler waren der unbestrittene Höhepunkt der diesjährigen, ohnehin auf hohem Niveau stehenden Comité-Schnitzelbank-Parade.

Der Gag ist einmalig, aber so gekonnt, dass selbst altgediente Comité-Herren ins Schwärmen gekommen sind: Unter dem Generalsujet «mer kloone» haben d Stroossewischer Larven, Melodie und Diktion einiger Kollegen übernommen und sind in deren Rolle geschlüpft. Das Publikum im Theater geriet ob dieser absolut perfekten Show schier aus dem Häuschen. Und auch die Verse waren Spitze, wie den folgenden Beispielen unschwer zu entnehmen ist:

Uns het e grauehafte Draum verfolgt vom Kloone

und Visioone hänn ys bloggt vo Fusioone.

Es gäb am Cortège nuur

ai Guggewaageclique

und alli Schnitzelbängg

hänn miesse leere strigge.

Mi het s mutiert vor drei, vier Joor,

vomene Peperoni zuenere Kue mit Hoor!

Wie s gange isch, das waiss y nit,

s hätt schlimmer kenne koo;

ych bi nuur froo, stand ych als Kue

und nit als Ziircher doo!

Ych find das d Heechi, das goot mer zwyt,

was isch denn daas fir e lausigi Zyt!

Jetzt het me mii, d Betty,

und au d Bossi entfiehrt

und mit em Doggter Oetger fusioniert!

Gelohnt hat sich auch, dass das Comité vier Formationen die «rote Karte» gezeigt hat: Nur wenige Bänke haben in diesem Jahr das hohe Durchschnittsniveau der «Konkurrenz» nicht ganz erreicht. Ansonsten gab es – wie immer – ein paar Spitzenbänke, die es diesmal jedoch schwerer hatten als auch schon. Langsam in diese «Superliga» eingeschlichen hat sich etwa der jubilierende Banggomat, der seit zehn Jahren dabei ist und in diesem Jahr etwa Verse wie diesen gesungen hat:

D’Swissair suecht mit aller Grafft

e Partner, wo mitere zämmeschafft.

D’Singapore-Air sait lässig bye bye,

und Lufthansa mäldet eebefalls nay!

Ai Partnerschaft – wär immer no z’haa

– au d’Always hätti Flügeli draa!

Ein sicherer Wert auch Betty & Bossi, die – diesmal ungeklont –, aber wie immer perfekt im Vortrag mit diesem Vers die Lacher auf ihrer Seite hatten:

Z Liechtestai sin si als no am Studiere,

wo si dä Erzbischof kennte logiere.

Z Basel hätt me mit däm gar kai Mieh,

bi uns hätt er kenne in d Haseburg zieh.

Aufwendig auch der erste Auftritt des Fäärimaa, der mit einem veritablen Fähriumbau erscheint und eine eher orientalisch anmutetende Larve trägt, unter der es so hervortönt:

In dr Gärbergass hän si d’Gleis usegrisse.

Das het natirligg e Vorteil, e gwisse:

Es isch halt scho ebbis anders, sag ich Ihne,

uff’s Drämmli z’warte vor neye Schine.

Einer, der schon so lange dabei ist, dass er kaum mehr Gefahr laufen muss, eliminiert zu werden, ist der Gartezwärg, der nicht nur Ratschläge erteilt, sondern auch in weiser Selbsterkenntnis singt:

Y ha em Piccard noo gsait,due’s am Polarkreis brobiere,

dasch d Abkirzig, wo niene iber China duet fiehre.

My Frind, dr Zwärg Otto, het iber d Klinge miesse springe,

dä het jo noo schlächter, als ych kenne singe.

Drei Caballeros im schwarz-weissen Ethno-Look firmieren als Gasladärne und haben beispielsweise ein eher seltenes Sujet mit einem Top-Thema verquickt:

Noodämm der Schumi

duet der Villeneuve attackiere,

dien die baide noonem Renne debattiere:

«Mon cher, isch warne Disch,

das gommt miir nischt mehr voor

sonst hol‘ isch Tyson,

und der beisst Disch In Dein Ohr!

Beim Glettyse, das sich als Running Gag den US-Präsidenten ausgesucht hat, der in rezitativen Einschüben aufs Korn genommen wird, kommt auch das Lokalkolorit nicht zu kurz:

Dr Clinton, s’isch dr Gipfel,

Dänggt maischtens mit sym Zipfel!

Sii dä -minu isch denn pletzlig hager,

Dä isch sooo unwohrschynlig mager:

Ych ha-n-ihm kirzlig – s’duet mir laid –

uss Verseh «Frau Schneider» gsait!

Auch der Hanslimaa bringt die «Konkurrenz» ins Spiel und hat mit diesem Vers die Lacher auf seiner Seite:

My liebe Schorsch vom Haafebeggi zwai,

du wirsch langsam alt

und sygsch nimm fit dehai

und hättsch letschti nit

dr halbi Daag verpennt

wär Dy Haafebeggi niemools aabebrennt!

Seit 20 Jahren ist der Helgeli-Mooler auf der Piste. In diesem Jahr Film-orientiert als Micky Mouse mit Charlie und Superman in der Gefolgschaft. Zu hören ist etwa der:

Im Kino gsehsch, dasch ebbis Neys,

nur no ganz sälte Miggy-Möis.

Si sin dur d Nootusgäng verschwunde

und schuutte jetz im Joggeli unde.

Als Sultan und Haremsdame kommt Schmir mi ab daher. Zur etwas komplizierten Melodie der «Gilberte de Courgenay» nehmen sie die Globus-Übernahme durch Migros aufs Korn:

«Globi uff em Buurehof»,

«Globi uff dr Poscht»

der Globi het Geburtsdag gha

– y gratulier no – Proscht

Der Titel firs näggscht Globibuech

isch au scho bald kreiert,

das haisst denn kurz und bindig aifach:

«Globi fusioniert»

Der Vogel und die Vogelfängerin firmieren als Singvogel und haben für ein heikles Sujet diesen Vers parat:

In Basel im Roothuus

beschpricht me jeede Moorge:

Wie könnt me nur

dä Groossroot Barth entsoorge?

Me miesst die Sach halt

mit em Vatikan eröörtere

und ihn zem Erzbischoff

vo Buebedorf befördere.

Zu den Spitzenbänken gehören auch in diesem Jahr d Käärnebigger, die mit ihrer bewährten Melodie und viel Sinn für unerwartete Pointen singen:

Im neye Bahnhof Santihans,

es isch e Juubel,

dert herrscht ai Sauverkehr,

e Druggete und e Truubel.

Aimool im Daag

verkehrt dert nämlig e Draisyne,

ganz vorne schtygt ain us

und hinde will ain yne.

Vor lutter Pay-TV

gsesch d Färnsehbosse strahle,

denn bym Pay-TV

muesch d Sändig sälber zahle.

Und findsch, die Pay-TV-Gebyhr,

die syg jo gschtohle,

denn gosch zem «Risiko»,

dert kasch sy wiider hoole.

Als eine Art Recyling-Blätzlibajass sind d Passevite unterwegs. Zwei Müsterli aus ihrem Ressort «National»:

Die Fliege doo gseet suuber dry.

Die kennt vom Martin Ebner sy!

Well Gäld nit stinggt,

machts trotzdäm Sinn,

will Fliege gärn bym Schyssdrägg sinn.

Dr Papscht, dä leggt em Fürscht en Ai

und schiggt sy Haas ins Ländle hei.

Und alli andere fuulen Aili

die endet als dr Wachmaa Meili.

Der bereits beschriebene Peperoni hat sich diesmal sehr geoutet:

Y bi weder lesbisch no bin y schwuul,

au nit pädophil, bisexuell

oder so total cool.

I’ha immer no mi erschti Frau,

äss Rindflaisch trotz Skandal,

jä – verglemmi –

jetzt han y uffsmool Angscht,

y syg nimm ganz normal

Fiir e Graislauf

e rächte Schlugg Burgunder,

und fir e Blutdrugg Dole,

dä wirggt schynts Wunder

Beaujolais gägen e Häarzinfarggt

und Rjocha gääb guet Bluet.

Druff han y alles doppled gsee

– also fir d’Auge isch’s nit guet!

Hervorragend auch der Auftritt der Pfäfferschoote, die seit 25 Jahren auf der Piste sind und später mehr zu Ehren kommen. Ein Müsterli nur:

Mir hänn im Geegetescht

der Elchtescht welle teschte.

Mer hänn der Blocher gno,

dä aignet sich am beschte.

Prompt isch dä Tescht

in hoochem Booge duuregflooge,

denn um der Blocher

macht e jede Elch e Booge.

Der Blocher griegt – das sott scho glappe –

der Elch jetz ins Familiewappe.

Gekonnt auch der Auftritt der Stächmugge, die mit ihrem Örgeli für Stimmung sorgen und Verse wie diesen auf Lager haben:

Bim FCB kryyselets und myyselets

es wait e kiele Wind.

Si dien so gärn spatzötzerle

und kaine lauft me gschwind.

Und gäbt me dääne Laischtigsloon

mai no lyyde si Quaale.

Der Hueber griegt zwai Frangge zää

alli andere miesste zaale!

Der Riesenchor der Striggede, die wir schon gestern ausgiebig zitiert haben, hat beim Publikum mit diesem Vers Lachstürme geerntet:

In Hong Kong d Hiehnergrippe,

Käfer in de Schueh z Iran.

E kranke Hornox im Irak

und z Aengland Rinderwahn.

Au d Säu in Ditschland hän scho d Pescht,

vom Fueter schiins am Drog.

Dasch alles harmlos, s isch kai Froog,

gege d Liechtestainer Haasebloog!

Zu einer ansprechenden, bluesig tönenden Melodie, die besser passt als die nicht immer leicht verständlichen Helgen singen Die Unvolländete:

E sogenannte Forscher

züchtet in sim Dopf,:

so glaini rooserooti Freschli ohni Kopf.

Do het dr Tschudi scho no Gligg gha,

wenn me dänggt,

Däm hets doch immerhin no

fir e Nase glänggt

Südländisch ist ihre Melodie, nordisch inspiriert ihr Kostüm, aber was die Verschiffte zu bieten haben, ist durchaus auf heimischem Boden gewachsen, wie dieses Beispiel zeigt:

Dr Oestryycher Maier,

dä fliegt wi-ne Geier

in Nagano queer yyber d Schanze.

Z erscht fliegt är zää Meter

mit Mordio-Gezeter

und landet denn flach uff em Ranze.

Ai – ai – ai – ai: Kuum liggt är,

do kemme no zwai

So goots amme zue, wenn bi uns in dr Freye

e Schugger stoppt und vom Velo duet gheye.

Ai – ai – ai – ai: Jeede Daag ebbe zwai –

Isch äggscht dä Meier, es kennti jo syy,

z Basel au emol Schugger gsyy?

Ein sicherer Wert sind auch d Zahnstocher geworden. Die Zahnarzt-like Corona hat ein seltenes Thema sehr gekonnt aufgegriffen:

Dr Ogi froogi schyynts in Bärn

dr Papa Cotti:

Wie wird die Expo ächt mit däre Pipilotti?

Do sait dr Cotti: däre Pipilotti wotti,

falls dört das Lotti

numme Pipi mache sotti!

Den Schlusspunkt haben am Montag im Theater d Glugger-Segg gesetzt, die in gewohnter Art, wenn auch in reduzierter Besetzung, zu unterschiedlichen Melodien ihren Spott ausgeschüttet haben. zum «Buurebüebli» etwa singen sie:

Am Klimagipfel, lachsch di hii,

syg s Klima zimmlig froschtig gsii.

Jetzt bietet ys Amerika

dää D’Amato als Ozonloch aa.

Um zum «Baselbieter-Lied», das zum Schluss in das Kinderlied «Joggeli wott go Birli schüttle» übergeht, singen sie mit Inbrunst:

Die Baselbieter Lüttli

sii gar e guete Schlaag.

Si wärche fescht und hoffe

uff zümpftige Ertraag.

Si sinn zwor nit die Schnällschte,

doch kaasch die druff verloo,

wott Baasel e Kulturprozänt,

denn sääge-n-alli…

Joo – si wei got Biirli schittle

im ene fremde Gaarte,

bivoor mir dääne nomee gänn,

mien die no saulang waarte.

Der Rest ist Schweigen oder aufgespart für den Schlussabend, über den wir in diesem Blatt am nächsten Montag berichten werden.