Der Pierrot ist traurig.Jäwoll. Alte Fasnachtsbräuche und -sitten haben einen schweren Stand. Verhüllte Laternen beim «Ypfyffe» sind schon bald einmal eine Seltenheit, die Unsitte, ohne Larve zu schränzen, greift bei den Guggen zunehmend um sich, die Bänggler, die ihr ziviles Gesicht in aller Öffentlichkeit zeigen, häufen sich (gäll, liebe Schorsch vom Haafebeggi II). Macht nur weiter so: Die Zeit kommt, da im Cortège nur noch Zivilisten paradieren und maskierte Narren am Strassenrand zuschauen. . .
Die Alti Dante hat eine wunderschöne Fasnacht hinter sich. Alles hat gestimmt. Vor allem das Postkartenwetter – das war schon lange nicht mehr so, vielen Dank Petrus, Du bist halt doch ein Basler. Nicht nur der Cortège war ein Erlebnis, auch wenn es wieder einmal unerklärliche Stockungen gab. Aber dieses Problem wird das Comité oder wer auch immer wohl nie ganz lösen können. Glücklich ist die Alti Dante nach dem Ändstraich heimgegangen, voller Vorfreude auf die Fasnacht 2009.
Der Harlekin ist stolz auf sein Goschdym. Wir sind nicht irgendwer, wir sind Harlekin. Wir präsentieren uns gerne und geniessen es selbstverständlich, fotografiert zu werden. Aber bitte bei Tageslicht und nicht beim Gässle, und auch nicht am Morgestraich! Der Blitz aus dem Dunkel blendet die Fasnächtleraugen unter der Larve ganz brutal. Als kleine Abwehrmassnahme trage ich an der nächsten Fasnacht wieder einen Spiegel mit. Damit die Bilder der Blitzlicht-Knipser versaut werden.
Der Ueli weiss noch nicht, ob er weiterhin in seiner Clique bleibt. Denn es ist eine grosse Clique. Das ist zwar schön, hat aber auch Nachteile. Wenn 120 Nasen zusammen in eine Baiz gehen wollen – Baizen, die so viele Leute schlucken können, gibt es kaum mehr! Die Fasnachtsbaizen verschwinden, wir trauern dem «Storchen» und der «Börse» nach. Laufend wird auf Pubs und dergleichen umgestaltet, und parallel dazu jammern die Baizer wegen der Cliquenkeller. Da stimmt doch etwas nicht!
Der Waggis freut sich über einen guten und hochpolitischen Schnitzelbangg-Jahrgang. Auch wenn der primär von einem mutierten Schaf bestimmt wurde. Freude herrscht auch, weil sich erneut vielversprechender Bänggler-Nachwuchs gezeigt hat. Einzig bei der Qualität des Publikums habe ich so meine Zweifel, weil das fast nur noch «Blick» & Co. versteht und bei besonders subtil gedrechselten Versen verständnislos aus der Wäsche guckt . . . Bänggler, lasst euch deswegen nicht unterkriegen, macht weiter so wie bis anhin!



