Dr Fasnachts-Mäntig: Schlicht s Maximum!

18. Februar 2013 | Von | Kategorie: Top-Thema, Nachrichten

 Traumhaftes Wetter, genau die richtige Temperatur, eine tolle Sujet-Auswahl am Cortège und entsprechend begeisterte Aktive und Zuschauer. Der Fasnachts-Montag 2013 dürfte als der perfekte Fasnachtstag in die Geschichte eingehen. Hier ein paar Impressionen in Wort und Bild:

Die Fasnacht 2013 habe zu wenig angriffige Sujets, beklagten im Vorfeld einige selbst ernannte Experten. „Blödsinn“ kann man da nur sagen, wenn man die Züge am Montags-Cortège auf sich wirken liess und die „Zeedel“ las. Sicher, das Thema „Stricken“ kam oft vor und tönt auf den ersten Blick harmlos. Aber was daraus gemacht wurde, war alles andere als brav. Als tolles Beispiel das zusammen laufende Duo aus Basilisgge und Spinner-Clique mit dem Sujet „Basel – ver-striggt“, in das – durchaus angriffig – alles verpackt wurde. Beispiel gefällig? Hier:

Scho Baselstadt elai, do gosch uf d Wegge
striggt immer mee grad nur am lingge Egge
und bi Baselland do kasch d Finanze glatt vrgässe
das Wulle-Polschter hänn scho lengschtens d Motte gfrässe

Die angestrebte (?) Fusion der beiden Basel hat einige Formationen inspiriert, so die Gränz-Waggis, die auf ihrem Wagen den Banntag zelebrieren. Viele andere Wagen-Cliquen haben sich des käse-löchrigen Waaghofs angenommen, gesehen bei der Loge-Clique, der Alt Näscht-Clique oder auch der Schnäderänte mit einem wunderschönen Wagen als „Fromage de Wooghof“.

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Des lokalen Käses haben sich die Rätzebälle angenommen, die auf dem Zeedel dichten:

Mir Senne hänn’s luschtig, mir Senne hänn’s scheen
doch git’s eso Sache, wo mir nit versteen:
zem Byschpyyl, wenn mir s Basel Tattoo wänn go gniesse
und e baar Querulante ys d Fraid dien verdriesse

Wobei hier etwas mehr politische Korrektheit am Platz gewesen wäre, handelt es sich doch in erster Linie um eine Querulantin.

Das unsägliche Verbieten von allem und jedem hat viele Cliquen auch an der diesjährigen Fasnacht aufgeregt. So die Junge Naarebaschi:

Me isch drgeege, geege vyyl, drgeege will sichs gheert
drgeege syy, daas isch e Zyyl, me fiehlt sich immer gsteert.

Ins gleiche Horn blasen die Opti-Mischte, die als 50Jährige jubilieren, verdienstvollerweise aber nicht diese Tatsache ausspielen, sondern den um sich greifenden Egoismus unter dem Sujet: „Cogito, EGO sum“. Und man solle da nicht nur an Abzocker und Ähnliche denken, sondern sich selbst an der Nase nehmen, meint der Zeedeldichter:

Das gheert do au erwäänt, no kurz
Mer lärme, rauche und mer chille
dien bis zem Morge d Lambbe fille
wäm daas nit basst, das isch uns schnuurz

Und das beherrschende Thema des Wahlkampf war auch eines am Cortège. Die Verschnuuffer führten eine Gass-Figur in einem Käfig mit sich, der sich darin endlich sicher fühlte. Und dazu las man:

Hesch friehner als no frindlig griesst
bisch hyyte froh, wenn kaine schiesst

Das sehen die Vorstadtgässler ähnlich. Sie laufen als herrliche „Käschperli“, beklagen die mangelnde Sicherheit und den Durchzug im Waaghof – und warnen:

Irgend emool isch fertig glacht
wenn me mit uns dr Kaschper macht

Der Papst-Rücktritt reichte vom Zeitlichen her bei den Stamm-Cliquen halt nicht mehr für ein Sujet. Gut reagiert hat aber der Stamm der Sans Gêne, die den „rätschenden“ Kmmerdiener seiner Heiligkeit ausspielen und noch aktuell den Titel „Pontif-EX Maximus“ auf die Laterne gebracht haben. Dazu diese Zeilen aus dem Zeedel:

Und wos dr Papscht erfahrt, wird gsait
är syg „bedriebt“ – in Wirggligkait
faart är vor Wuet us dr Soutane
und tobt „Bringet mir dä do ane
y schweers bim Petrus, dä verquätsch y,
dä himmeldruurig Paparätschi!“

Für den Cortège hätte der Papst seinen Rücktritt früher ankündigen und die Lasagne-Fabrikanten früher wiehern müssen – für die Schntzelbänkler am Abend reicht es aber allemal. Die will auch der Chronist nicht verpassen. Darum soll’s für’s Erste das gewesen sein. Bis morn – oder mer nämme ain unterwäggs!