Die Glaine uff e Waage – oder me duet si ummedraage

23. Februar 1999 | Von | Kategorie: Nachrichten

Kalt und windig wars, aber zum Glück, denn der Wind hielt den Regen ab, die Kinderfasnacht blieb trocken. Und wer sich so bewegte wie die Binggisse, hatte ohnehin nicht kalt.

Schon um die Mittagszeit hatte sich die Innerstadt bereits wieder mit fasnachtslustigen Menschen gefüllt. Am Barfi standen die Zuschauer entlang der Cortège-Route Spalier für die jugen Fasnächtler, die zumeist im Familienverband daherkamen. Vater oder Mutter oder beide zogen dabei meist das Gefährt, auf dem sich der Nachwuchs als Wagenfasnächtler ausprobieren konnte. Leiterwäägeli, alle Sorten Kinderwagen, Veloanhänger und so weiter wurden umfunktioniert. Ganz Noble spannten ein Auto vor wie zum Beispiel die Bängge-Mättler. «Alles Gueti kunnt vo Oobe oder vom Schawinsky», stand da etwa zu lesen. Im Räppli-Werfen übten sich die Jungstrooss-Chaote, kleine Waggisse, die sich auf dem Wäägeli schon recht vif betätigten.

Kleine Indianer, Glöön, Waggisse, Alte Dantene tummeln sich hier, einige noch ohne Larve, dafür aber Schminke, und die meisten sind mit Räppli schnell zur Hand, um die Grossen damit zu bedienen

Überall ertönen überdies Guggenklänge ­ der Zyschtig ist eben auch der Tag der Kakophonisten. Die Fuege-Fäger luden auf den Theaterplatz zum Platzkonzert. Zuvor verteilte die Gugge etwa tausend Instrumentli, eine Art Handtrommel, damit die interessierten Kinder ihren Teil zum Rhythmus beisteuern konnten, danach gings ab im traditionellen Fuege-Fäger-Cortège via Freie Strasse zum Martinskirchplatz, wo ein Zvieri offeriert wurde. Der Guggemajor schien im übrigen mit seinem Goschdym ­ eine riesige helle Sonne als Gesicht ­ den blauen Himmel anzukünden. In der Tat zeigte sich kurz darauf für einige Zeit die Sonne. Die Kinder genossen den Guggenklang, wippten hin und her, fast noch mehr taten dies ihre Mamis.

Unglaublich das Verkehrspuff schon am frühen Nachmittag. Stau in der Streitgasse, fast kein Durchkommen mehr, Stimmung fast wie am Morgestraich, ebenso in der Freien Strasse und erst recht auf dem Märt. Fast ein Dutzend Wagen stehen auf dem Platz ausgestellt, unter anderem diejenigen der Gasse-Brieder und der Dänggwäärzli-Waggis, die ihren originellen Drämmli-Wagen dort parkiert haben. Bei den meisten steht der Nachwuchs oben und übt ­ die Wäägeler haben offensichtlich keine Nachwuchssorgen. Auch auf dem Märtplatz stehen die Leute auf beiden Seiten Spalier, damit Kinderziigli und Guggen defilieren können. Stau auch hier, und ein bisschen Anarchie, wie es sich für die Fasnacht gehört.

Genauso im Gebiet Fischmärt und Schifflände. Also weicht man ein bisschen aus, beispielsweise über den Münsterplatz, wo jetzt sämtliche Ladärne stehen ­ nur, diese Idee haben einige hundert andere eben auch gehabt. Zyschtigs-Ziigli mit kleinen und grossen Fasnächtlern zeigen sich da. Oder man geht über den Bach: Auf der Brugg zieht es «saumässig», doch auch im Glaibasel lässt es sich herrlich Fasnacht machen.