Die Cliquen bevorzugen lokalbezogene Sujets

20. Februar 2006 | Von | Kategorie: Nachrichten

Wie «allewyyl» konnte Comité-Obmann Felix Rudolf von Rohr eine grosse Zahl Medienvertreter zur Fasnachtsorientierung begrüssen. Dieser traditionelle Anlass fand dieses Jahr eine Woche früher als in den Jahren zuvor und erstmals im Fonduestübli des Restaurants Kunsthalle statt. «Ein rustikal-volkstümlicher Rahmen, passend zur Fasnacht», befand Rudolf von Rohr. Nachdem sich die Routenkürzung letztes Jahr bewährt hat, wird diese beibehalten. Der Plakettenverkauf läuft normal. Der Fasnachtsführer «Rädäbäng» erscheint erstmals zwei Wochen vor dem Morgestraich. Somit kann der Verkauf dieses «Standard-Vademekums» schon während der Drummeliwoche und vor den Fasnachts-(Ski-)Ferien beginnen. 508 Gruppierungen haben sich für den Cortège angemeldet. Das sind 15 mehr als 2005. Zusammen mit den Schnitzelbängglern, den wilden Gruppen und den Kindern am Dienstag sind es rund 20’000 Teilnehmer, welche die «drey scheenschte Dääg» aktiv geniessen

Der Schwerpunkt der Sujets liegt dieses Jahr auf lokalen Sujets. «Weder Berlusconi noch Bush werden dieses Jahr ausgespielt, sondern der Basler Staatsdirigismus», stellt Rudolf von Rohr erfreut fest. Spitzenreiter mit 22 Einträgen sind Verbote, Vorschriften und Bussen, gefolgt von Normierungen, Plastikstühlen und dergleichen (20). Platz drei belegen Vogelgrippe und Vögel (15). «Doch der Rädäbäng stellt nur jene Sujets der Aktiven dar, welche am Cortège teilnehmen. Die äusserst fantasievollen Aktivitäten an den Abenden und am Dienstag, sowie insbesondere die Sujets der gegen hundert Schnitzelbänkler prägen den gesamten Eindruck der Fasnacht genau so stark wie die Strassenfasnacht«, so Rudolf von Rohr abschliesend.

Wie Urs Bucher (Strassenfasnacht) berichtet werden dieses Jahr nochmals elf Patrouillen unterwegs sein, um die Route auf vermeidbare Lücken zu untersuchen. Auch die drei Comité-Inseln werden wieder aufgestellt. Eine bleibt ständig auf dem Marktplatz. Die beiden andern befinden sich am Montag und Mittwoch auf dem Barfüsser- und Claraplatz, am Mittwoch auf dem Münsterplatz und dem Kasernenareal. Für die Laternenausstellung werden auf dem Münsterplatz neben überdachten auch ungedeckte Plätze zur Verfügung stehen. Zudem soll das Catering verbessert werden. Zum vierten Mal findet die Wagen- und Requisitenausstellung auf dem nachts beleuchteten Kasernenareal statt. 27 Wagen und über 30 Requisiten präsentieren sich dort. Auch hier wird der Bereich Verpflegung verbessert. Die «Waggis-Baiz» befindet sich nicht mehr im Zelt, sondern neu in den Rossställen.

Nach einem historichen Kurzrückblick auf den Morgestraich kommt Statthalter Christoph Bürgin auf das leidige Thema «Licht aus am Morgestraich» zu sprechen. Alle Geschäfte und Restaurants werden sowohl per Brief als auch per E-Mail diesbezüglich angeschrieben. Neue Geschäfte werden zudem noch in persönlichem Gespräch darauf hingewiesen. Am Morgestraich selber sind zwei Equipen mit Leitern und Klebbänder unterwegs, um abzudecken, was möglich ist. Neu ist, dass dank dem Entgegenkommen der IWB auch am Kohlenberg und auf dem Leonhardskirchplatz das Licht gelöscht wird. Früher war dies wegen Fluchtgefahr der «Bewohner» des Lohnhofes nicht möglich.

«Nach der Fasnacht ist vor der Fasnacht», erklärt Pia Inderbitzin (Nachwuchsförderung). Denn schon am Donnerstag darauf beginnt für die Arbeitsgruppe «Die 1. Lektion» das neue Fasnachtsjahr, indem das Zelt auf dem Barfüsserplatz aufgestellt wird. Darin können sich am Freitag, 10. März von 13.30 bis 17.30 Uhr und am Samstag, 11. März von 11 bis 17 Uhr Kinder unter der kundigen Leitung von Instruktoren die ersten Versuche auf Böggli und Piccolo machen. Daneben können sie Laternenteile bemalen oder einen Malbogen verschönern. Sehr beliebt ist auch der Tambourmajor-Kopf, mit welchem man sich als Tambourmajor fühlen kann. Die Arbeitsgruppe hat unter www.jungi-fasnacht.ch eine eigene Website eingerichtet. Neben dem Zelt der «1. Lektion» steht am Samstag auch eines der Guggenvereinigungen IG und FG. Sie informieren über ihre Guggen, sowie Übungszeiten- und -orte.

Die Obleute Walo Niedermann (Schnitzelbangg-Comité), Bettina Carpanetti (Basler Schnitzelbangg-Gsellschft BSG), Mike Schranz (Verainigty Schnitzelbangg-Gsellschaft VSG), Urs von Felten (Bebbi-Bängg) und Thommy Wöhrle (Bängg fir Basel) orientierten über ihre Gesellschaften. Die Comité-Bängg gehen mit 27 Gruppen auf die Route. Neu dabei sind «Buschdrummle», «Heiri», «Schlyffstai» und «Stächpalme». Neben 25 Beizen treten alle auch im Schauspielhaus und der Grossen Bühne vom Stadttheater auf. Für den Schluss-Oobe am 11. März gelangt nur eine beschränkte Anzahl Billette in den Verkauf. Die BSG vertreten 17 Formationen in 21 Lokalen. Neu dabei sind «Babberlababb» und «Biezer». Am Schluss-Oobe am 11. März auf den Schiffen der Basler Personenschifffahrts-Gesellschaft beendet «Dr Schorsch vom Haafebeggi II» nach 55 Jahren seine Karriere als Bänggler. Bereits seit 100 Jahren ist die VSG dabei. Sie schickt 17 Formationen «uff d Gass». Ihr Fasnachtsauftakt ist am 4. März mit dem «Lumpeschnitzerli» im Atlantis. Die Bebbi Bängg sind seit elf Jahren unterwegs. Für sie starten sechs Gruppen. Die mobile Bühne der Bebbi Bängg ist eine feste Institution an der Fasnacht. Jeweils Montag und Mittwoch zwischen 19 und 20 Uhr kann man hier spontan ein paar Schnitzelbängg geniessen. Last, but not least starten die Bängg fir Basel mit neun Bängg. Welche Formationen in welchem Lokal singen findet man auf Basler Fasnacht Online.