Die Basler Militär-Tambouren sind «kampfbereit»

18. März 2005 | Von | Kategorie: Nachrichten

Montag Morgen in der Frühe, gleich nach dem dritten Bummelsonntag, hiess es für die 14 Basler Einrücken. Der Wecker klingelte für die meisten viel zu laut und vor allem viel zu früh. Immerhin hatte ihre Leber noch einen Bummel zu verarbeiten. Nichts desto trotz warfen sie sich motiviert in ihre Uniformen. Oder versuchten es zumindest. Wer kann schon ahnen, dass Uniformen einfach mir nichts dir nichts eingehen? Mann traf sich also – mit oder ohne spannenden Hosenbund – um 8 Uhr am Bahnhof SBB und der Ernst des Lebens konnte beginnen.

Die Behauptung, Spielsoldaten hätten einen so genannten „Schoggi-Job“, ist sicher falsch. Wird der Tagesablauf nicht durch Konzerte unterbrochen, ist für die Musiker Fachdienst angesagt. Für unsere Tambouren heisst das, zwischen 6 und 8 Stunden täglich trommeln. Weil das auch die besten Bläser-Nerven nicht aushalten, verziehen sich die Tambouren der Infanterie Brigade 4 ins Schützenhaus von Suhr. Dort können sie sich, ohne jemanden zu stören, in aller Ruhe auf Technik, Dynamik und das Zusammenspiel konzentrieren. Immerhin ist auch bei Spitzentambouren das Miteinander nicht immer einfach. Zum einen haben die Basler ihre musikalischen Wurzeln in verschiedenen Cliquen. Zum anderen wird das Tambouren-Corps zusätzlich durch Solothurner und Glarner Kollegen verstärkt. Gerade für die Nicht-Basler stellt das Erlernen typischer Basler Märsche wie «Römer» oder «Celanese» eine besondere Herausforderung dar.

Der Applaus des Publikums ist das Brot des Künstlers. Deshalb ist das Spiel der Infanterie Brigade 4 während seiner gesamten WK Zeit in verschiedenen Schweizer Städten zu hören und zu sehen. Unter der Leitung von Spielführer Oberleutnant Silvan Hof geben Tambouren, Schlagzeuger und Bläser gemeinsam Platz- und Saalkonzerte. Wer am vergangenen Mittwoch in der Basler Innerstadt die 4 Platzkonzerte genoss, konnte sich von der Qualität des Spiels überzeugen. Das nächste Konzert in Basel wird am 23. März im Stadtcasino stattfinden (Eintritt frei / Kollekte). Danach ist für unsere Basler bald Schluss mit Grün. Noch 2 Tage und sie können für einmal in Ruhe miteinander ein Bier trinken, auf den vergangenen WK und natürlich die nächste Fasnacht anstossen.