Die Aktiven sind für die Fasnacht 08 gerüstet

28. Januar 2008 | Von | Kategorie: Nachrichten

«Sowohl die Zahl der Gruppierungen welche sich zum Cortège angemeldet haben, der mitgeführten Laternen und die Teilnehmerzahl sind über die letzten Jahre konstant geblieben», erklärte Felix Rudolf von Rohr einleitend. Was das Fasnachts-Comité aber sehr beschäftigt ist die Tatsache, dass die Zahl der aktiven Kinder und Jugendlichen kontinuierlich zurückgeht. «Innerhalb der letzten zehn Jahre sind die Mitgliederzahlen der Jungen Garden und Bingisse um über 20 Prozent geschrumpft», so Rudolf von Rohr. Daher sei es wichtig, die Fasnachtsbegeisterung bereits bei den Jungen zu wecken. Es ist dem Comité deshalb ein sehr zentrales Anliegen, nach besten Möglichkeiten und Kräften bei der Information und Animation der nächsten Generation Unterstützung zu bieten.

Montag und Mittwoch sind die Tage der «Sujet»-Fasnacht. Als Spitzenreiter werden dieses Jahr die Lärmempfindungen in Basel (einschliesslich Tattoo und Kulturveranstaltungen), allgemeine Lamentos über Basel (Dreck- und Littering-Probleme), die Rolle der SVP um Blocher, sowie die Wahlen 2007, der Frauen-Erst-August auf dem Rütli, sowie die Euro 08 ausgespielt. Daneben wurden Themen wie Klima- und Umweltprobleme, der Vormarsch Chinas, Hundert Jahre Pfadfinder, das DJ Bobo-Debakel an der Eurovision, die Kirche und der Papst, Wett-Saufereien, Doping und BAZL-Chef Chron gewählt. Welches Sujet die 485 angemeldeten Gruppierungen ausspielen, da findet man – neben vielen anderen interessanten Themen – im Fasnachtsfiehrer «Rädäbäng».

Immer mehr an Bedeutung gewinnt der Fasnachts-Dienstag. Er ist der Tag der «wilden» oder «freien» Fasnacht. Am Nachmittag geniessen Kindergruppen und Cliquen die Freiheit, sich ohne Routenzwang zu bewegen. Der Abend gehört dann den Guggen. Auf dem Barfüsserplatz schränzt die Gugge-IG, auf dem Marktplatz die FG Gugge und auf dem Claraplatz «wilde» Guggen. Neu ist, dass die Bühne der FG Gugge nicht mehr vor der Brasserei Baslerstab steht, sondern auf dem Marktlatz mit Rückwand Richtung Fielmann und Blickrichtung Interdiscount. Die Laternenaustellung auf dem Münsterplatz hat an diesem Tag längst ihren festen Platz. Auf dem Kasernenareal findet zum sechsten Mal die Wagen- und Requisiten-Ausstellung statt. Beide bieten Gelegenheit, sich mit der Darstellung der Sujets näher auseinander zu setzen.

Der tragische tödliche Unfall am letztjährigen Fasnachts-Mittwoch hat neben grosser Anteilnahme und Trauer auch die Frage nach Sicherheits-Vorkehrungen aufgeworfen. Die Vorgaben sind nun in einigen Punkten ergänzt worden. Die Polizei wird dieses Jahr die Einhaltung der Vorschriften noch intensiver kontrollieren. Mit Blick auf die besondere Gefährdung der Kinder sind jedoch vor allem Eltern und Begleitpersonen aufgerufen, ihre Verantwortung wahrzunehmen.

«Von uns wurden 40 bis 50 Wagen in der Bauphase begutachtet», griff Urs Bucher das Thema Sicherheit auf. Bei keinem gab es Grund zur Beanstandung. Ein leidiges Thema ist das «Lichter-löschen» am Morgestraich. Neu sind dieses Jahr sechs statt bisher vier der sogenannten «Henker» mit Klebstreifen und schwarzem Papier unterwegs, um störende Lichtquellen abzudecken. Am Fasnachtsdienstag findet die Laternenausstellun auf dem Münsterplatz und die Wagen- und Requisiten-Ausstellung auf dem Kasernenplatz statt. Dort steht der Nachmittag im Zeichen der Kinder. Sie bekommen einen Sack «Räppli» und können sich auf einer Fahrt durchs Kleinbasel als Waggis austoben. Am Abend lädt das OK der Wagen- und Requisiten-Ausstellung zusammen mit dem Fasnachts-Comité und Werner F. Vögelin (bekannt als «Kaffimihli») zum «Luege, loose, lache» in die Reithalle der Basler Kaserne. Neben Geschichten zum Schnitzelbanggwesen erlebt das Publikum auch aktuelle Bängg. Auf Reservation wird ein 3-Gang-Menu für 25 Franken angeboten. Es besteht aber kein Konsumationszwang.

«Wie mir unseri Fasnacht pflääge, duet is unseri Pia sääge», mit diesem Reim erteilte Rudolf von Rohr das Wort Pia Inderbitzin. Sie ist für das Ressort Nachwuchsförderung zuständig. Am Freitag, 15. Februar vom 13.30 bis 17.30 Uhr und am Samstag, 16. Februar von 11 bis 17 Uhr findet auf dem Barfüsserplatz zum 19. Mal die Aktion «Die erschti Lektion» statt. Eltern mit ihren Kindern können sich über die «Jungen Garden» der Stammvereine informieren, erfahren, wo die jeweiligen Übungslokale sind, was der Unterricht kostet und welche Aktivitäten während des Jahres stattfinden. Dieses Jahr hat die Arbeitsgruppe zehn Schulklassen die Möglichkeit geboten ihre eigenen Larven zu cachieren. Und im Sommer 2007 organisierte sie einen «Instruktorenkurs». Zwar ist die Fasnacht als «Event» für die Kinder faszinierend, aber es wird zunehmend schwieriger und bedarf grosse Anstrengungen von Seiten der Cliquen, den Nachwuchs bei der Stange zu halten. Denn die Fasnacht findet nur an drei Tagen statt, es gilt das ganze Jahr regelmässig zu üben und es dauert zwei bis drei Jahre, bis man mitmachen kann.

Unter dem Motto «Die Verse sind gedrechselt, die Helgen sind gemalt!», orientierte Walo Niedermann nicht wie angekündigt als Obmann des Schnitzelbangg-Comités, sondern als Vertreter der «G 4» (die Grossen Vier: Comité-Bängg, BSG, VSG, Bebbi Bängg) über die Schnitzelbängg. Wie letztes Jahr sind 64 Bängg on the road. Comité-Bängg (Theater Basel und Schauspielhaus) und BSG (Theater Fauteuil) haben ihren Schlussoobe am 16. Februar, die VSG (Stadt-Casino) am 23. Februar. Die Bebbi Bängg treten an der Fasnacht am Montag und Mittwoch auf einer Bühne am Fischmarkt zwischen 19 und 20 Uhr auf. Ob ein Schlussoobe stattfindet, wird nach der Frage, ob Ein- oder Mehrweg-Verse gesungen werden, entschieden. Laut Obmann Thommy Wöhrle sind die Bängg fir Basel in ihrem zehnten Jahr mit elf Bängg dabei.

Weitere nützliche Informationen unter

Homepage Fasnachts-Comité

Fasnachts-Info aktuell