Viele Fasnächtler berührt der lange Abschied von den «drey scheenschte Dääg» ähnlich intensiv wie sein Gegenstück 72 Stunden zuvor, der Morgestraich.
Ein Pfeifer und ein Tambour – es könnten wohl auch Frauen sein, doch das ist wegen der Verkleidung nicht auszumachen – marschieren im Schritt den Rhysprung hoch und intonieren dazu passend die Routesymphonie. Wobei: Die Route, wie die Fasnächtler den Cortège gerne nennen, haben sie seit etlichen Stunden hinter sich.
Nun aber kosten sie noch jene verbleibenden Stunden intensiv aus, die vielen aktiven, aber auch passiven Fasnächtlern die liebsten sind: Sie gässle nochmals, die altehrwürdigen Häuser werfen ihnen ihre Wirbel und schrillen Töne zurück. Für die Anhänger der klassischen Fasnacht ist das die Glückseligkeit schlechthin.
Pflegt der Morgestraich, dieser magische Moment am ersten Fasnachtsmorgen um 4 Uhr, selbst bei den regelmässigen Besuchern immer wieder eine ungeahnte Faszination auszulösen, so verteilt sich bei seinem Gegenstück dieses intensive Gefühl auf mehrere Stunden, bis nach 72 Stunden Fasnachtsherrlichkeit Piccolo und Trommel verräumt werden. Andere Fasnächtler haben inzwischen mit weniger Wehmut die «drey scheenschte Dääg» verabschiedet. Sie genossen das Zusammensein, die Auszeit im Alltag. Drei Tage lang Duzis mit allen und jedem.
Die Fasnacht ist vorbei. Ungewohnt lange müssen sich die Fasnächtler gedulden bis zum berühmten Vier-Uhr-Schlag in Basel. Der nächste Morgestraich ist am 14. März 2011.



