Wir haben soeben die schönste Fasnacht aller Zeiten erlebt – denn jede Fasnacht ist schön. Natürlich, bei schönem Wetter wird die Fasnacht noch schöner. Aber das Wetter allein macht es nicht aus, vielmehr geht es darum, was man selbst aus der Fasnacht macht.
Die Sujet-Palette verhiess auf den ersten Blick nicht viel Aussergewöhnliches. Am Cortège kam dann zutage, wie die Fasnächtler ihre Sujets umgesetzt haben. (Diejenigen wenigstens, die eines hatten. Einige Wagen-Cliquen werden das ohnehin nie begreifen.) Zu sehen waren hervorragend gestaltete (und gstylte) Züge. Besonders aufgefallen sind zwei Cliquen, welche die Unbill der heutigen Zeiten darstellten. Bei den Opti-Mischte (fast ganz in weiss) hiess das Sujet «es freschtelet», bei der Rätz-Clique (ganz in grau) «S graut is». Erwähnt sei noch der Stamm der VKB, der das heikle Thema «Nazi-Raubgold» bissig und subtil zugleich aufarbeitete. Viel Originelles gab es zum Lieschtler Banntag und zur neuen Rechtschreibung. Da kommt wohl das grosse Hochdeutsch-Durcheinander auf uns zu. Was die Mundart betrifft, das Baseldeutsch, herrscht die Anarchie schon lange, viele Zeedel sind ganz einfach unlesbar.
Eine gute Falle machten die Schnitzelbänkler, das Niveau ist in den letzten Jahren ansprechend geworden. Ähnliches gilt für die Guggemuusigen, die doch bedeutende Anstrengungen unternehmen. Besser als auch schon lief der Cortège, die beiden Routen bewähren sich. Lücken gab es dennoch und wird es wohl immer geben. Aus der Beizenszene waren diesmal keine besonderen Geschichten zu vermelden, was doch auch ein gutes Zeichen ist.
Bleibt wirklich nur das Wetter. So lange wir es nicht selber machen, mögen wir darüber auch nicht klagen…



