Nach der Premiere in diesem Jahr wird es kein Kopfladäärnli 2020 geben. Dies bestätigte Produzent Renato Salvi gegenüber fasnacht.ch. Trotz einer Auslastung von über 80% hätten die Einnahmen die Ausgaben des vorfasnächtlichen Anlasses in der Elisabethenkirche nicht decken können. Salvi zieht deshalb die Reissleine.
Noch bis vor einigen Tagen stand auf der Homepage des Kopfladäärnli, die Ausgabe 2020 fände vom 13. – 20. Februar statt und der Vorverkauf beginne nächstens. Dem ist aber nicht so: Es wird keine weitere Ausgabe des Kopfladäärnli in der Offenen Kirche Elisabethen geben. „Zumindest nicht im kommenden Jahr“, lässt der Macher der Veranstaltung, Renato Salvi, wissen: „Ob es im 2021 ein Kopfladäärnli geben wird, ist noch offen.“ Hier ein paar Bilder aus der Premiere:
Der Hauptgrund für die Absage ist das liebe Geld. Aus der Ausgabe 2019 soll ein fünfstelliger Verlust resultiert haben, war aus den Reihen des OK zu erfahren, und der blieb an Salvi und seiner Frau hängen. Daher hätten die beiden beschlossen, die Notbremse zu ziehen, insbesondere, da man auf der Ausgabenseite keine grossartigen Korrekturen in Aussicht hatte. Vor allem die Kosten für die Bereitstellung der Kirche sind wohl viel zu hoch gewesen.
Das Organisationskomitee bedauert diesen Entschluss sehr, umso mehr, „da man mit einer Auslastung von über 80% und den vielen begeisterten Zuschauerreaktionen durchaus von einem Erfolg sprechen konnte. Leider reichten die Einnahmen durch Inserenten und Ticketverkäufe aber nicht, um die Kosten zu decken. Aus diesem Grund musste dieser schmerzhafte Entscheid gefällt werden.“
Salvi selbst trägt es – zumindest in seiner Reaktion gegenüber fasnacht.ch – mit Fassung und einer Prise Galgenhumor: „Eine Veranstaltung, die es einmal gibt und dann nicht mehr, ist jetzt ja nicht der grosse Verlust für die Vorfasnacht. Ich habe es versucht und es ist leider nicht geglückt. Etwas Neues auszuprobieren liegt nun mal in meiner Natur. Etwas zu lancieren, dass dann nicht funktioniert, liegt leider in der Natur der Sache.“ Den Kopf hängen zu lassen, ist ohnehin nicht sein Ding: „Nun kommen neue und andere Projekte – und wer weiss: vielleicht ist bald wieder etwas neues Vorfasnächtliches dabei…“
Kommentar:
Wie es der Macher des Kopfladäärnli selbst sagt: Es ist nicht weltbewegend, wenn eine Vorfasnachtsveranstaltung den 1. Versuch nicht überlebt. Es gibt ja mittlerweile eine regelrechte Flut solcher „Events“. Irgendwie schade ist es dennoch, denn es wurde hier wirklich etwas Originelles versucht, auch wenn man sicher darüber streiten kann, ob der Veranstaltungsort der Richtige war.
Und es ist immer schade, wenn jemand scheitert, der mit viel Herzblut etwas versucht hat. Vielleicht sogar mit etwas zu viel Herzblut, was sich unter anderem darin äusserte, dass Salvi bei ungnädigen Kritiken den verantwortlichen Journalisten regelrecht befeindete. Solche Kämpfe hat noch nie ein Veranstalter gewonnen! Und vielleicht hat das viele Herzblut auch verhindert, dass man die Kosten im Auge und vor allem im Griff behielt.
Nun, jeder Fasnächtler weiss es von eigenen Erfahrungen am Morgestraich: Manchmal geht das Kopfladäärnli unerwartet aus. Meist kann man es in nützlicher Frist wieder in Gang bringen. So vielleicht auch hier: Renato Salvi ist es zuzutrauen, zeitnah wieder etwas Neues auf die Fasnachtsbühne zu bringen.
André Auderset
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