Die Anspannung entweicht. Genüsslich lehnt sich Raymond Wyler ans Mischpult. Der traditionelle Fasnachts-Querschnitt ist im Kasten. «Ein ganz allgemein guter Jahrgang», resümmiert der Produzent – «das Auswahlverfahren war entsprechend schwierig.» Trotzdem haben wie allewyl 22 Produktionen den Weg auf die in Zusammenarbeit mit Schweizer Radio DRS entstandene CD respektive Cassette gefunden. «Leider mussten zahlreiche gute Bängg über die Klinge springen, die rein zeitlich nicht mehr berücksichtigt werden konnten», sagt Wyler fast schon entschuldigend. Doch die Zusammenstellung darf sich sehen lassen: Singvogel, Peperoni, Schorsch, Fäärimaa. Und viele mehr. Das «Who is who» der Basler Bänggerszene findet auch 2005 auf dem Querschnitt «Näbe de Schiine» statt.
Dass ausgerechnet ein Zürcher die Produktion eröffnen darf, wäre vor wenigen Wochen noch undenkbar gewesen. Aber der Auftritt des Blues Max am diesjährigen Charivari hat Herrn und Frau Basler von den Sitzen gerissen. «Es war schwierig, ein Rahmestiggli zum Verewigen zu finden», gibt Hans-Ruedi Etter von Musik Wyler zu bedenken. Eine Ausnahme gibts – und zwar nochmals in Richtung Blues: Der «Basel Mentality Blues» aus der Räppli-Serenaade hats in die stets subjektive «Best of»-Auswahl geschafft. Ebenso wie aus der gleichen Veranstaltung die Bajass-Clique mit ihrem wunderherrlichen «Draiörgeli».
Überall dort, wo das Duo Wyler/Etter in der Vorfasnacht auftaucht, gibt man sich Mühe – ein Plätzchen auf dem traditionellen Zusammenschnitt ist eine besondere Ehre. Im Gegensatz zu früheren Jahren sind der Radio-Querschnitt und die vorliegende Produktion weniger deckungsgleich. «Es wurden einige Bänggler-Verse ergänzt, die sich spezifisch auf Basler Themen bezogen haben und nicht nur gesamtschweizerisch von Bedeutung sind», erklärt Wyler. «Wir haben ja nicht dieselbe Verpflichtung wie das Schweizer Radio…», fügt er augenzwinkernd an.
Einer jener Cliquen-Auftritte, die auf CD geb(r)annt wurden, ist der am Drummeli von den Junteressli aufgeführte und viel beklatschte «Rossbolle». Dazu kommen eine schränzende Clique, «d Schotte», die – einmal mehr – an der Räppli-Serenaade für viel Stimmung sorgten, sowie die Trommel-Wirbelwinde namens «Mihlireedli». Und abgerundet wird der Querschnitt mit dem «Hofnarr» der Basler Rolli (Drummeli). Um einen besonderen Leckerbissen sind Wyler und Etter nicht umhergekommen: «dr Piccoloschieler» aus dem Charivari darf seine ersten Geh- respektive Pfeifversuche gleich auf dem Querschnitt unternehmen. Bei genauerem Hinhören wird allerdings klar, dass dieser Kevin Klapka nicht mehr allzu viele Übungsstunden nötig hat…
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