Das Comité erhofft «Fairness an der Fasnacht»

12. Februar 2007 | Von | Kategorie: Nachrichten

Lange Tische, auf welchen noch verpackt Berge von bunten Fasnachtszeedel liegen bildeten den Rahmen zur letzten Medienorientierung vom Fasnachts-Comité vor dem Morgestraich. Denn nicht wie sonst im Restaurant Kunsthalle, sonder im Karthäusersaal des Bürgerlichen Waisenhauses, wo die Zeedel für den Verkauf gebündelt werden, fand die Orientierung dieses Jahr statt. Und Comité-Obmann Felix Rudolf von Rohr war erfreut, «zehnmal mehr Medienvertreter als es Medien gibt» begrüssen zu können.

Wie die Statisik der letzten zehn Jahre zeigt ist die Zahl der teilnehmenden Aktiven am Cortège mit 12’000 konstant. Allerdings nimmt die Zahl der aktiven Kinder und Jugendlichen kontinuierlich ab. Daher wies Andreas Albrecht speziell auf die Nachwuchsförderung durch das Comité hin. Die zum 18. Mal durchgeführte «Erschti Lektion» am 2. und 3. März auf dem Barfüsserplatz, Schulklassen, welche zum Larvenkaschieren bei Stammvereinen eingeladen werden, ein Laternenmalkurs und ein Kurs für angehende Instruktoren sollen hier Abhilfe schaffen.

Bei den Sujets handelt es sich beim Grossteil der Themen um lokale Ereignisse. «Spitzenreiter scheint der verhinderte Traum eines Polariums zu sein. Schuluniform und –norm, FCB-Krawalle und Geisterspiele, das Baudepartement, die endlosen Baustellen und die Turmbau-Welle, das Kasernen-Tattoo, Basler „Blocher“-Läggerli, die Diskussion ums Casino und der gefederte Steinenberg, sowie die Fasnacht und natürlich das Fasnachts-Comité erscheinen im Rädäbäng als Spitzenreiter», verriet Rudolf von Rohr. Über die Kantonsgrenzen hinaus sind die Ansprüche Zürichs auf nationale Vorherrschaften, der Diebstahl des Bööggs, Rauchverbote, Abzockerei in der Wirtschaft, Überalterung und Drang nach ewiger Jugend, sowie der Bayern-Papst und kirchliche Zeiterscheinungen ausgespielte Themen. Dies und viele andere interessante Informationen findet man auf 144 Seiten in dem nun erhältlichen Fasnachtsführer «Rädäbäng».

«Die Routenführung bleibt wie sie ist. Doch soll eine minutiöse Abmarschplanung mithelfen, dass die Lücken im Cortège noch kleiner werden», so Urs Bucher, verantwortlich für die Strassenfasnacht. Denn der Cortège bietet den Teilnehmern Gelegenheit, ihr ausgearbeitetes Sujet gut dem Publikum zu präsentieren. Nur auf der Äusseren Route können dies die Gugge LäGGerli-HaGGer, sind sie doch mit einem 21 Meter langen Piratenschiff unterwegs! An der Wagen- und Requisiten-Ausstellung auf dem Kasernenareal kann man das Boot dann von Montagabend bis Mittwochmorgen bestaunen. Und auch die Hahnedropfer, zusammen mit den Rhybord-Rueche bewegen sich auf einem extrem langen Wagen auf der Route.

Grossen Wert legt das Comité auf «Fairness an der Fasnacht». Fairness sowohl unter den Aktiven, als auch unter Fasnächtlern und Publikum. Fairness von den Besuchern ist, eine Plakette zu kaufen. «Schön wäre es, eine Plaketten-Meile in der Innerstadt zu haben, wo alle eine Plakette tragen», so Stadthalter Christoph Bürgin. Fairness erhofft er auch von den Cliquen an der Kinderfasnacht und hofft, dass sie ins Kleinbasel ausweichen, «am Besten an die Wagen- und Requisiten-Ausstellung», fügte er schmunzelnd an. Und zur Fairness zählt er auch, dass Räppli nicht aufgelesen sondern gekauft werden, stehende Wagen nicht regelrecht geplündert werden und am Montag um 4 Uhr wirklich alle Lichter gelöscht werden.

«Auswärtige Touristen sind willkommen und werden mehr denn je so informiert, dass sie mit der richtigen Erwartungshaltung nach Basel kommen», so Rudolf von Rohr. So bietet Basel Tourismus Packages mit Hotelübernachtungen, Plakette, Broschüren und einem Informations-Flyer den Gästen aus aller Welt an. Im Februar präsentierte sich Basel zusammen mit dem Barbara-Club 1902 in Zürich und Genf. 2006 unterstützte und begleitete Basel Tourismus die Rätz-Clique bei ihren grossen Auftritten in Los Angeles. Und auch im neuen Basler Informations-Spot in den Basler Hotels wird die Fasnacht vorgestellt. Die Basler Verkehrs-Betriebe erstellten wieder einen Flyer mit den Früh- und Spätfahrten zur Fasnacht. Rund um die Fasnacht orientiert dazu die Website des Fasnachts-Comités (www.fasnachts-comite.ch), wobei dann die wichtigsten Informationen auch in französischer und englischer Sprache abgerufen werden können. Als besondere Dienstleistung wird von der Vorfasnachtswoche bis zum dritten Bummelsonntag ein Link zur jeweils aktuellen Wettersituation und –prognose der Uni Basel eingerichtet (www.meteoblue.ch/fasnacht).

Über die Auftritte der Schnitzelbänke orientierten Walo Niedermann (Schnitzelbangg-Comité), Takashi Sugimoto (Vizepräsident Basler Schnitzelbangg Gsellschaft), Urs von Felten (Obmann Bebbi Bängg) und Thommy Wöhrle (Obmann Bängg fir Basel). Mit den wilden Bängg sind rund 100 Formationen unterwegs, am Montag- und Mittwochabend auf den vorgeschriebenen Routen in den Restaurants, am Dienstag hauptsächlich in diversen Cliquenkellern. Über den am Dienstag um 18.30 Uhr startenden Sternmarsch der Guggen und die anschliessenden Konzerte auf Markt- und Barfüsserplatz berichteten Bea Weber (Obfrau FG-Gugge) und Markus Vögtli (Obmann Gugge-IG). Das Konzert der FG-Guggen wird auf Telebasel live übertragen. Vom Konzert der Gugge-IG auf dem Barfüsserplatz macht das Schweizer Fernsehen eine Aufzeichnung. Die DVD ist nach der Fasnacht zusammen mit dem Rückblick erhältlich.