Was waren das noch für Zeiten – ohne sich diese jetzt in irgendeiner Form zurückzuwünschen? Die Zeiten, als nach der Ausstrahlung des Fasnachts-Querschnitts im Schweizer Fernsehen immer die Frage gestellt wurde: Ist das jetzt fasnächtlich? Vermittelt diese Sendung einen repräsentativen Einblick in «die drey scheenschte Dääg»? Es ist noch gar nicht so lange her, als man im Leutschenbach der Meinung war, mit möglichst progressiver Themenwahl und postmodernen Bildschnitten alljährlich die Fasnachts-Nation spalten zu müssen. Tempi passati! Das Duo Beat Manetsch (Redaktion) und Heinz Margot (Moderation) ist längst Garant dafür, dass der Querschnitt «back to the roots» ist – und dank der Speicherkapazitäten des Mediums DVD auch «Unplugged»-Einblicke liefert.
So auch in diesem Jahr: Rund 300 Minuten wurden auf zwei Silberlinge gepresst, die gespickt sind mit Höhepunkten und deshalb in keiner fasnächtlichen Archivsammlung fehlen dürfen. Fast wird die eigentliche Sendung, der im Schweizer Fernsehen SF ausgestrahlte Querschnitt, ob des vielen Bonus-Materials in den Hintergrund gedrängt. Schlicht sensationell ist die Idee des Zeitraffers. Ganz unter uns: Was tönt daran aufregend, wenn eine fix montierte Kamera während rund 42 Minuten das Treiben auf einem Platz zeigt? Ist es aber, wenn es sich dabei um den Basler Marktplatz handelt, die Aufnahmezeit just vom Sonntagabend, 19 Uhr, bis Donnerstagmorgen gewählt wurde – und der Betrachter das bizarre Treiben namens Fasnacht in Windeseile vorbeiziehen sieht. In einem Intervall von fünf Sekunden wurden Laternentaufe, Morgestraich, die Cortège-Nachmittage, das Gugge-Konzert und all das, was dazwischen liegt, lückenlos aufgezeichnet. Der Film darf letztlich auch als Hommage an die Putzequipen bezeichnet werden, die immer wieder über den Platz flitzen und die Stadt fasnachts- und alltagstauglich zugleich machen.
Damit nicht genug: Fünf Schnitzelbängg (Schlyyfstai, Singvogel, Uffgweggt, Vogelschyychi, Zahnstocher) gibt es in voller Länge zu geniessen, ebenso wie – bereits zur Tradition geworden – das Monstré-Trommelkonzert, vulgo Drummeli. Dank DVD-Menüführung kann der Zuschauer entweder das gesamte Programm im Festsaal der Messe Basel nochmals Revue passieren lassen oder gezielt einzelne Nummern und Cliquenauftritte anwählen. «Ein Muss für jeden Fasnachtsfreund», heisst es im Klappentext. Erwähnten wir bereits. Stimmt!
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