Als erste der Stammcliquen erscheint am Steinenberg die Alti Richtig mit dem Sujet «Gitt me oder gitt me nyt?» Der Zug besteht aus einer weiss gewandeten Herde von Spendern, schön anzusehen. Dem Nass vorgebaut haben die Letzitürmler: Sie sitzen auf einem Wagen und pfeifen und ruessen im Schärme.
Mit der «Fudiazioon Beyeler» hat es die Sans Gêne, das Sujet heisst «S Blutt Wunder». Monsieur und Madam Sans Gêne prangen auf der Ladärne, Tambouren und Pfeifer kommen in verschiedenen Buntfarben und mit Fudi-Gesichtern daher, der Tambourmajor ist die Phallus-Pforte, auf dem Wagen befinden sich die «blutte Myys». Dazu der Zeedel:
Wie d Fraue modisch sich versaue
hett nüüt z due mit Aestheetik;
Es isch vyyl mee, ganz im Verdraue,
e Kampfaasaag an d Eethik.
Ganz kritisch auch die Alte Garde der Sans Gêne mit dem «Circus Politicus»: Die Pfeifer sind rot-weisse Polit-Clowns, die Tambouren schwarz-weisse Polit-Affen, der ganze, peinliche Circus ist auf der Ladärne abgebildet.
«Hoffnig, Hilf und Hail» bietet die Rätz-Clique, der Zeedel beginnt mit dem Satz «Afrika isch schwarz und dunggel…», also ist der Zeedel auch schwarz, genau wie die Stammeskrieger des schwarzen Kontinents. Der Zug stellt das Rätz-Hilfskorps dar, angeführt von Ritter Martin.
Verbote sind ein Thema, so bei der Alten Garde der Lumpazi – «Zem kotze, mir spotte, s wird alles verbotte», und die Ladärne zeigt all das.
Gegen alles ist die Alte Garde der Schnurebegge: Gegen Bier, Abzocker, Vosseler, Stürvögt, Rucksäcke im Tram und gegen alles. Die Alte Garde der Alte Glaibasler beerdigt die Clarastrasse, ein richtiger (Trauer-) Zug. Schön gemacht, wenn auch eine der vielen Einheiten, die eher düstere Farben verwenden, schwarz vor allem.
Kritisches zur Lebenshaltung serviert die Alte Garde der Breo-Clique. «Hesch no Sex oder spiilsch scho Golf?» als Sujet ist zwar ein schon eher abgestandener Scherz, doch auf dem Requisit wird nachgedoppelt: «Mir hänn 7 Hobbies – Sex und Golf.»
Einen ganz grossen Auftritt haben die Vereinigte Kleinbasler (VKB) mit «Hoch obenuuse»: Das Spiel kommt in Basler Tracht und trägt Türme aller Sorten auf dem Kopf, der Tambourmajor einen Kran. Ganz Basel eben.
Das Musizieren lassen die Schnurebegge, die mit den Sürkrütt-Waggis zusammen spannen, für einmal sein. Zunächst wird abgesperrt, dann braust die Schandarmerie heran und auch gleich eine Horde Velofahrer und dazu ein Trupp Quacksalber und Funktionäre – «Le Tour de Farce». Dazu vom Zeedel:
Wär ganz fire wott, an d Spitze,
Muess iber drey Sache verfiege:
E gfitzte-n-Arzt, kai Angscht vor Spritze
und er sott sauguet kenne liege!
«Fasnachtsmusik» einmal anders auch bei den Gundeli Gniesser – sie machen auf gesund und bewegen sich mit Walking-Stöcken. Ein Gaudi.
Noch mehr gelacht haben wir beim Auftritt der Seibi Alte Garde, alias «Rolling Stones»: Der Bautrupp rollt Steine rund um die innere Route…
Was «Germanager» sind, zeigt die Spale-Clique: Tiere die nagen, nämlich an den Schweizer (Manager-) Jobs. Und sie kommen mit einem Harst von 48 Pfeifern!
Schliesslich der Super-Zug der Wettstai-Clique. «Oel ins Fyr git Fyr im Dach» lautet das Sujet, die Clique hat sich aufgesplittet in die «normale», die «scheene» und die «Extremischte». Araber, Scheichs und Marionetten der Oelwirtschaft laufen mit, Krieger, Oel- und Bohrtürme sowie die letzten abgekämpften Kämpfer der vereinigten «Texas-Oilers» und der «Öl-Kaida» im gemeinsamen sinnlosen Kampf um die Weltherrschaft. Ein grandioser, durchdachter Zug, bravo.



