Comité und Fasnächtler startklar – jetzt ist Petrus an der Reihe

23. Februar 2004 | Von | Kategorie: Nachrichten

Genau eine Woche vor dem Morgestraich präsentierte sich Basel in winterlichem Weiss. Traditionsgemäss orientiert das Fasnachts-Comité an diesem Tag im Restaurant Kunsthalle die Medien über den Ablauf der bevorstehenden Fasnacht. Neben den Schnitzelbangg-Gesellschaften waren auch Vertreter des Tiefbauamts, der Polizei, des Amts für Umwelt und Energie und sowie der Basler Verkehrs-Betrieben anwesend, um allfällige Fragen zu beantworten.

«Der Blaggedde-Verkauf läuft erfreulich gut», erklärte Comité-Obmann Felix Rudolf von Rohr einleitend. Auch die Nachfrage nach dem erstmals angebotenen Bijou habe die Erwartungen weit übertroffen. Deshalb rechne er damit, dass dieses Jahr die Subventionen leicht erhöht werden können. Bei den Sujets ist das Thema «Waaghof und Polizei» 40 Mal vertreten und somit einsamer Spitzenreiter. Die Befürchtung, dass durch den letztjährigen Wirbel um die «Alti Stainlemer» keine brisanten politischen Themen mehr angefasst würden, habe sich glücklicherweise nicht bestätigt. Auch das Thema «Suisa» (es ging um die Frage, ob für das Musizieren an der Fasnacht eine Gebühr bezahlt werden müsse) sei in gegenseitigem Einvernehmen vom Tisch.

Des weitern habe sich die Befürchtung, dass ein Contremarsch in der renovierten Clarastrasse nicht möglich sei, sich als falsch erwiesen, erklärte in der Folge Urs Bucher, zuständig für die Strassenfasnacht. Und die viel diskutierte Weihnachts-Beleuchtung in der Stadthausgasse werde noch heute entfernt. Neu ist, dass die Teilnehmer am Cortège nicht mehr durch das Comité gezählt werden. Jede Clique erhält ein Formular, auf dem die Teilnehmerzahl eingetragen wird. «Dies geschieht, wie bei der Steuererklärung auf der Basis des Vertrauens», so Bucher.

An der letztes Jahr erstmals auf dem Kasereneareal durchgeführten Wagen- und Requisiten-Ausstellung wollte keine Stimmung aufkommen. Deshalb sollen nun die Wägeler ihre Fahrzeuge beleben. Neu ist auch der nur dort erhältliche «Mehrwäägbächer» (Basler Fasnacht Online berichtete bereits). Dies unter dem Motto:

Umwältschutz isch uns au nit egaal.
Drum dien mer im Kasäärne-Areaal
geege Drägg und geege Schäärbe
mit scheene Mehrwäägbächer wäärbe.

Die Route bleibt gleich wie allewyyl. Um herauszufinden, wo Löcher oder Staus entstehen, werden Studentinnen und Studenten erstmals in elf Zweiergruppen mit der Stoppuhr eine «Stau-Erhebung» machen. Nächstes Jahr soll auf diese Weise herausgefunden werden, wo sich die meisten Zuschauer einfinden.

Am Freitag und Samstag nach der Fasnacht findet auf dem Barfüsserplatz wieder «Die erschti Lektion» statt. Pia Inderbizin stellte das neue Logo vor. Es zeigt ein Mädchen mit Trommelschlegel und einen Buben mit Piccolo. Sie lobte auch den ausserordentlichen Einsatz der Cliquen, welche bereits zum dritten Mal 200 Kindern ermöglichten, in den Ateliers eine eigene Larve zu kaschieren.

Anschliessend orientierten noch die Obleute der Schnitzelbangg-Gesellschaften kurz über ihre fasnächtlichen Auftritte. Es waren dies Andreas «Dres» Nabholz (Comité-Bängg), Beatrix Schmid (Basler Schnitzelbangg-Gsellschaft), Mike Schranz (Verainigty Schnitzelbangg-Gsellschaft) und Thommy Wöhrle (Bängg fir Basel). Letztere ist die einzige Gesellschaft, bei der Mitglieder offiziell am «Schnaabelbryys» teilnehmen werden. Begründung: «Wir verurteilen den Anlass nicht im Voraus, sondern bringen eine allfällige Kritik erst an, nachdem man weiss, wie das Ganze herausgekommen ist.» Sonst wurde dieses Thema nicht weiter kommentiert. Und auf die Frage, ob jetzt die «Araber» am Cortège mitlaufen würden, gab sich Rudolf von Rohr diplomatisch. Man warte mal ab, denn das Comité sei keine Polizei. Doch verbieten könne man es niemandem. Bisher hätten sich schon öfters ausländische Delegationen anmelden wollen. Diese konnten aber davon überzeugt werden, dass sie fehl am Platze wären.

Andreas Brenner wies im Namen der Verkehrsabteilung der Polizei darauf hin, dass entlang der Route striktes Parkverbot herrsche. Trotzdem dort abgestellte Fahrzeuge würden am Sonntag um Mitternacht abgeschleppt. Das kostet den Halter stolze 400 Franken Busse – «dafür bekäme man vier Bijoux», wie Rudolf von Rohr lächelnd anfügte. So bleibt nur zu hoffen, dass sich Petrus darauf besinnt, dass er ein Basler ist, und das Weiss von heute nächste Woche Schnee von gestern ist. Das Comité jedenfalls ist zuversichtlich hat man doch dank Pfarrerin Florence Develey «einen guten Draht nach oben».

Weitere Informationen:

Sujetliste Fasnacht 2004 (PDF-Datei, externer Link zur Comité-Homepage)