Comité-Schnitzelbängg 2004: Zum letzten Mal nahmen sie «Kai Blatt vor s Muul!»

7. März 2004 | Von | Kategorie: Nachrichten

Ein gutgelauntes Publikum, ein paar Spitzenbänke und guter Durchschnitt, so präsentierte sich der Schluss-Abend der Comité-Bängg im Theater Basel. Eröffnet wurde er durch die Orginal Chnulleri mitt herrlich schrägem Guggensound. Nachdem Dieter Moor die Zuhörer in Versform begrüsst hatte, hiess es Bühne frei für die 24 Formationen.

Beim Blick über die Grenze waren Berlusconi und Bush dieses Jahr dankbare Themen für die Bänggler. So meint etwa die Stächmugge:

«Jenaaii! Isch dää jetz scheen, dä Berlusconi!

Noo scheener wäär Itaalien ooni!»

In der Schwyz het äär sich d Auge lifte loo,

dää soll sich nie me doo lo bligge,

und falls doch, no miesst me s näggschte Mool

zää Santimeter wyter oobe fligge!

Und die zwei Stroossewischer singen zum selben Thema:

«Jä an däm Stroomussfall im Land vom Berlusconi,

do syygi d Schwyz draa dschuld, bewiise isch das nooni!

Denn bi däm Maa het s doch scho lengschtens d Biirli butzt,

das gseesch em aa, do het au s Lifting gaar nyt gnutzt!

Der Singvogel – einmal mehr der absolute Star des Abends – befasst sich mit dem Wahlkampf in den USA:

Jetz well der Bush au uff em Mars no Stimme griege.

Er well persöönliig uf eme Druthahn aanefliege.

Y kaa s kuum glaube, doch er staarti moorn am drei…

Jä, und für d Wält wär daas denn der Thanksgiving Day…

Das Passe-Vite schlägt dann die Brücke von Amerika herüber in die Schweiz:

D Yankee hänn e black-out ghaa.

Kai Stroom mee, wie z Italia.

Sogar in Bärn, so gheert me munggle,

stehen d Fraue hit no voll im Dunggle.

Der überraschende Ausgang der Bundesrats-Wahlen war für die Bängger natürlich ein gefundenes Fressen. Die Blauäugigen machen sich Sorgen um einen der neuen Bundesräte:

Jetzt wärde uf em Schwyzerpass d Fingerabdrigg druggt,

bi däm Gedangge isch dr Merz biometrisch zämmezuggt,

är stiert bleed syni Finger aa – und steent denn lyycheblass:

«Mit luter rächti Dyyme grieg y nie e neue Pass.»

Für einmal gut weg kommt Bundesrat Blocher bei der Gasladärne:

In dr Huuswirtschaft het me friehner gleert

as e Frau dehaim an Kochtopf aane gheert.

Me het vor hundert Joor scho in de Biecher glääse,

as alti Blocher besser sinn als jungi Bääse.

Da die Frauen beim Sesseltanz den Kürzeren zogen, meint der Peperoni:

Wo bi de Waale in Bundesroot

s Ruthli Metzler undergoot,

do hän d Fraue e beese Gläpper griegt, und daas mit voller Wucht,

jetzt hän mer näbscht em Rööschtigraabe au none Wyyberschlucht.

Und das Gratz-Bürschtli zeigt ein Herz für Bundesrätin Calmy-Rey:

Doo letschti dänggi unterwäggs,

isch d Calmy-Rey a armi Häx.

Im Bundesroot muess si in de Pause,

jetz ganz allai uff s WC sause.

Der Pierrot wiederum hat Schwierigkeiten mit der Einbürgerungspolitik;

Bi däne Mister und Miss-Wahle,

lyyde d Kandidate Quale,

scho dytsch finde die maischte mega krass,

aber s längt jo e gyltige Schwyzerpass.

Die Bundesrats-Wahl betrachtet der Schuuflebuur aus Basler Sicht so:

In der Nationalroots-Schlacht

het d Wirz von Planta Letschti gmacht.

Jetz pfyffsch halt, dasch e Tipp, e gscheyte,

bi de ‚Alte Abverheyte‘!

Buurereegle:

Au d Metzlere lauft, ihr glaubets nit,

dert jetz schynts im Vordraab mit.

Und wenn wir schon in Basel sind, was wäre eine Banggabend ohne einen obligatorischen Vers über die Zürcher. Stellvertretend hier das Glettyse

Im Tagi gitts ganz, ganz ney uff Syitte vier,

Todesaazaige fir Mensch und fir Dier.

Moralisch duet das uns nit steere,

Will kaine waiss, zu weller Sorte Zircher gheere!

Die Hitzeperiode im letzten Jahr bereitete auch den Käärnebigger Probleme:

Drey Monet 40 Grad im Schatte macht is Kummer.

S passiere ganz verruggti Sache in däm Summer:

Dr Minschterkääs isch is zem Kiehlschrank uusegloffe.

Mr hännen abgfillt in e Glas und denne gsoffe!

An der Fasnacht das Sujet Nummer Eins: Der Wooghoof-Ausbruch. Dazu die Penetrante:

Es goot der Egon gärn im Wooghof als go pfuuse.

Und noo n em Ässe goot äär mängmool kurz no uuse.

Der ainzig Underschiid zu jeedem Cliquekäller,

im Wooghoof findet me der Usgang schnäller.

Ein beliebtes Thema wird vom Gratz-Bürschtli aufgenommen:

Dr Hakan Yakin isch ze Paris St. Germain,

nit e mool e Liibli hänn s em gää!

No isch äär wiider zrugg ze Kind und Frau,

deert fäält äär aaber jetzte au.

Und zum Abschluss die BVB-Version vom Fäärimaa:

Mir hänn z’vyyl Stroosseverkehr, au wäge Ihne,

drum empiehlt me uns dää uff de Schiene.

Ych wäär jo stolz, sottis z’Basel glinge

nur scho dr Schiineverkehr uff d’Schiine z’bringe

Für musikalische Abwechslung sorgte die Trommelgruppe Chriesibuebe mit einem starken Soloauftritt. Dagegen schien der Bajass-Clique noch die Fasnachtsmüdigkeit in den Knochen zu stecken, so dass ihre Auftritte etwas blass ausfielen.