Comité 2000: Seit elf Jahren nie Konkurrenz, immer nur Ergänzung

12. Februar 2010 | Von | Kategorie: Nachrichten

«Für das Comité 2000 war die Minarettabstimmung im Herbst ein prägendes Thema, welches zu Diskussionen Anlass gab», erklärte Obmann Karl Schweizer vor zwei Medienvertreten (!) an der Orientierung im Restaurant St. Alban-Eck. Der Grafiker André Wachter hat das Thema aufgegriffen und gestaltete danach die Blaggedde 2010 und die Plakate für die Lokale, in welchen die Comité 2000-Bängg auftreten. Sie zeigen das Comité-Männlein, welches sich wie eine Wetterfahne an einem Minarett festhält. Dies nach dem Motto: «Lieber e Muezzin, wo lutt rieft, als e fuule Bangg, wo schlächt singt…!». Die Blaggedde kostet für Mitglieder 10, für Nichtmitglieder 20 Franken.

Das Comité 2000 versteht sich immer noch als Ergänzung zu anderen Fasnachtsorganisationen im Sinne der möglichst qualitativ hochstehenden, ungezwungenen und humorvollen Fasnacht ohne Routenzwang und Auftrittsrückvergütung. Die Fasnacht gestaltet jede Formation individuell. So öffnet am Montagnachmittag etwa die Gugge Negro Rhygass um 15.30 Uhr auf dem Seibi ihre Festbeiz und am Dienstag lädt die Striggede wieder zum Kinderumzug, diesmal mit dem Sujet «Vo Kunscht kai Dunscht…!».

Dieses Jahr traten an Vorfasnachtsveranstaltungen im Ridicule «d Ständerlampe» und «d Gwäägi» auf, am Mimösli waren es «d Joggeli» und «s Bangg-Ghaimnis» und am Pfyfferli «d Striggede» und «die Verschiffte». Nächsten Dienstag plant eine Striggede-Delegation eine Reise an die Fritschifasnacht nach Luzern und am 21. Februar hat der Bangg einen Auftritt bei Giacobbo/Müller im Schweizer Fernsehen.

An der Fasnacht treten acht Schnitzelbank-Formationen in den mit Plakaten gekennzeichneten Baizen auf, berichtete Richard Huber, Obmann Schnitzelbänk . Hierbei ist beim Comité 2000 nicht die zahlenmässige Anzahl, sondern ausschliesslich die Qualität massgebend. So wird zur Zeit noch geprüft, ob zwei weitere Gruppen zusätzlich aufgenommen werden sollen. Am Montag und Mittwoch treffen sich alle Bängg zusätzlich zum «Potpourri» in der Safranzunft. Dort steigt am Dienstagabend auch wieder das «Striggede-Fescht», während im Atlantis um den Schnaabelbryys gesungen wird. Das Fest steht dieses Jahr unter dem Motto «Im Dunscht vo dr Kunscht!». Prominente Gäste sind Alex Frei, Thorsten Fink, Christoph Blocher und Toni Brunner. Moderator ist Professor Peter Blome. An diesem Anlass wird wieder eine CD mit allen Bänken vom Comité 2000 produziert. Auch an diversen Anlässen in Alters- und Pflegeheimen treten die Bängg regelmässig auf. An den drei Fasnachtstagen finden abends auch spontane «Banküberfälle» statt. Dabei gehen vier bis fünf Bängg zusammen in einen Fasnachtskeller und jeder singt seine drei besten Verse. Das 11. «Deeschöönee dansant» der Gugge 46, welches am Dienstagnachmittag im Grossen Festsaal vom Casino stattfindet ist schon lange ausverkauft, wie Vizepräsident Bernhard Bäumer stolz verkündete.

Zum Thema wie man Newcomern helfen kann erzählte Schweizer eine nette Episode. 2003 trafen wir im Cafe Spitz einen neuen Bank mit Namen «Aabrennte». Die jungen Studenten wollten mit wenig Mitteln das Beste machen. Da sie eine schlechte Melodie hatten rieten wir ihnen, als Melodie das «Zündhölzli» von Manni Matter zu nehmen, aber im ¾ Takt. Ein Jahr später trafen wir die Gruppe wieder, sie waren völlig am Boden zerstört. Auf die Frage, was schief gelaufen sei antworteten sie, sie hätten die Matter-Melodie wie im Original gesungen. Nochmals daran erinnert, es im ¾ Takt zu machen versuchten sie es und der Erfolg stellte sich sofort ein. Heute sind «die Aabrennte» ein Spitzenbank.

Die klassische Beizenfasnacht ist in einem Wandel begriffen. Jetzt muss man sich vielerorts einen Platz mit Essen reservieren und ist so gezwungen, den ganzen Abend in einem Lokal bleiben zu müssen. Dort treten dann etwa 15 Bänk auf, wovon zwei bis drei sehr gut sind, vielleicht sechs mittelmässig und sechs eher schwach. «Einige Wirte machen sich diesbezüglich Gedanken und organisieren handverlesene Formationen», erklärte Schweizer. Deren Gäste haben so ein viel besseres und positiveres Fasnachtserlebnis.

Das Verhältnis zu den Exponenten des Fasnachts-Comités bezeichnete Schweizer als hervorragend. Hubler allerdings störte es, dass neben den fünf etablierten Bankorganisationen die Comité 2000-Bängg nicht auch im Rädäbäng aufgeführt sind. Abschliessend betonte Schweizer: «Wir sind nie Konkurrenz, sondern immer nur eine Ergänzung. In diesem Sinne fühlen wir uns sehr verbunden mit der Bebbi Clique und ihrem diesjährigen Sujet ‹Freydängger›».