Comité 2000 geht „retro“ und findet Jubiläum

20. Februar 2014 | Von | Kategorie: Top-Thema, Nachrichten

Das Comité 2000 nennt sich ab sofort „Comité 1914“ und beruft sich dabei auf eine bisher unbekannte, vor hundert Jahren gegründete Fasnachts-Organisation namens „Schnitzelbank Comité 1914. Man sei nun in die Rechte und Pflichten dieser Organisation eingetreten. Dieses going-retro hat einen unschätzbaren Vorteil: Man kann ein schönes Jubiläum feiern.

Mit einem Paukenschlag eröffnete Obmann Karl Schweizer die Medieinorientierung zu kommenden Fasnacht: Ab sofort heisse man „Comité 1914“ und berufe sich dabei auf eine frühere, aber nie aufgelöste Organisation. Stadthofwirt und Comité 2000-Mitglied Sepp Schüpfer habe in seinem Keller uralte Quellen gefunden, welche die Existenz dieser bislang unbekannten Organisation beweisen würden. Man habe sich sofort an die Aufarbeitung dieser Materialien gemacht und danach beschlossen, in die Fussstapfen zu treten und sich fortan „Comité 1914“ zu nennen.

Von Ricky Hubler kam der historische Abriss zu dieser historischen Sensation. So sei das „Schnitzelbank Comité 1914“ als Protest gegen die zu starke Reglementierung der Fasnacht durch das 1911 gegründeten Fasnachts-Comité gegründet worden. Damit sei eine starke Parallele zum Comité 2000 gegeben, dass sich 1999 ebenfalls aus Protest gegen das traditionelle Comité konstituierte. Nichts sei also näher gelegen, als hier die Bürde als Rechtsnachfolger anzunehmen. Dass man dann gleich noch ein 100-Jahre-Jubiläum feiern könne, sei – so Hubler – reiner Zufall, aber natürlich nicht unwillkommen.

Karl Schweizer konnte dann noch mit vielen Details der bislang unbekannten Organisation aufwarten. So habe man das älteste, noch lebende Mitglied gefunden: der 1902 geborene J. B. (Name der Redaktion bekannt) lebe auch heute noch in Basel. Er habe auch die Zession der Rechte unterschrieben. Weitere Mitglieder, darunter bekannte Fasnächtler wie Otti Rehorek, seien ebenfalls eruiert worden. Und der Obmaa konnte noch eigene Wurzeln nennen: Sein Grossvater Karl Schweizer-Schnyder, als Bürgermeister des Kleinbasels bekannt, sei mit grosser Wahrscheinlichkeit Mitglied gewesen.

Zur Fasnacht 2014 selbst nannte Schweizer (der Enkel) elf Schnitzelbänke, eventuell käme noch ein 12. dazu. Neun davon seien bereits an den verschiedenen Vorfasnachtsveranstaltungen aufgetreten, so das man auf spezielle Vernissagen verzichte. Am Fasnachts-Dienstag findet das traditionelle Striggede-Fest statt; der Veranstalter kann den 35. Geburtstag feiern. Am Mittwoch singen die Bänke des Comité 1914 (im neuen Logo übrigens mit Pickelhaube…) über Mittag in den vier Lokalen Stadthof, Hotel Basel, Walliser Kanne und Safran Zunft. Einen Kehrus oder Schlussabend führt man nicht durch.

Und nicht unwichtig: Im Gegensatz zum „jüngeren“ Schnitzelbank-Comité berücksichtigt das Comité 1914 weiterhin die traditionelle „Baize“ im Kleinbasel und verweigert sich auch der Telebasel-Aufzeichnung im „Kohlmanns“ nicht.